27.06.12

InEar StreetLive: Anatomisch angepasste Ohrhörer vom Bühnentechnikspezialisten

InEar StreetLive (Bild: InEar)

In-Ohr-Hörer, die auf das Ohr anatomisch angepasst sind, schonen die Ohren, weil man den Umgebungslärm nicht mehr übertönen muss. Mit der Firma InEar bietet nun auch ein Hersteller aus dem Profibereich diese Technik an.

Dem Gedanken, mir einen anatomisch angepassten Ohrhörer in dasselbe zu stöpseln, stand ich anfangs sehr skeptisch gegenüber. Doch ein Test überzeugte: Der Umgebungslärm wird so deutlich abgesenkt, dass zum Musikhören kaum noch Lautstärke erforderlich ist und die Ohren damit beim Bahnfahren mit den oft lauten Ansagen sogar entlastet werden. Entwickelt wurde diese Technik für Bühnenmusiker. Die hatten sich zuvor des öfteren das Gehör zerschossen, weil sie mit normalen Kopf- und Ohrhörern für die Übertragung von Regieanweisungen und dem Komplett-Sound der Band zu hohe Lautstärken brauchten.

Die bisherigen deutschen Anbieter im Comsumer-Bereich stammten entweder aus der Kopfhörer- oder Hörgeräte-Branche. Nun bietet mit der Firma InEar auch ein Hersteller Consumer-Varianten an, der bisher nur im Profibereich (Bühnentechnik, Autorennsport, Militär) unterwegs war.

Die High-End-Modellreihe "LivePro" von InEar beginnt bei knapp 400 Euro für einen Ein-Weg-Ohrhörer – gemeint ist damit ein Schallwandler pro Ohrhörer, nicht etwa nur einmaliger Gebrauch. Als Drei-Wege-Kopfhörer mit vier Schallwandlern pro Ohr endet sie bei 1.000 Euro, bietet steckbare Kabel und auf Wunsch einen "Bypass"-Kanal für Außengeräusche. Die "StreetLive"-Serie liegt hingegen mit 200 Euro für das Ein-Weg- und 300 Euro für das Zwei-Weg-Modell sogar noch jeweils 100 Euro unter dem Preis der Konkurrenz von Kind – bei ähnlichen Daten und einem ebenfalls maßgefertigten Acryl-Gehäuse.

Dabei kann man später von einem billigeren auf ein teureres System umsteigen, verspricht der Hersteller und es ist jedem Ohren-Besitzer möglich, ein Zwei-Wege-System zu nutzen, während hierfür bei Kind ausreichend große Ohren Voraussetzung waren.

Auch wenn die Consumer-Variante aus Kostengründen nur fest angebrachte Kabel hat, verspricht der Hersteller, bei Kabelbruch für 50 bis 60 Euro die Ohrhörer reparieren zu können.

Leider können wir bislang nichts zum Klang der InEar-Ohrhörer sagen, da sie zum Test nur in einer Standard-Ausführung ohne anatomische Anpassung zur Verfügung stehen, welche in meinen Ohren erfahrungsgemäß nicht sitzen und deshalb eher dürftig klingen dürften, so wie mit Shure-In-Ohr-Hörern erlebt. Der Hersteller betont jedoch, sein Produkt auf guten, neutralen Klang ohne Effekt-Bassgewummere ausgelegt zu haben.

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