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22.10.14

Indiegogo-projekt „Charge 30 seconds use for 30 minutes“: Smartphones mit Handbetrieb aufladen - eine gute Idee, aber…

Charge 30 seconds use for 30 minutes (Bild: Indiegogo)

Wie kürzlich berichtet, bin ich mit einem externen Akku im Scheckkarten-Format ziemlich auf die Nase gefallen. Nichtsdestotrotz schaue ich mich immer noch gerne nach Möglichkeiten um, wie ich einfach und schnell mein Smartphone oder Tablet laden kann. Deswegen stieß das neue Indiegogo-Projekt „Charge 30 seconds use for 30 minutes“  bei mir auf Interesse. Doch beim genaueren Hinsehen stellt sich das als nächster potentieller Flop heraus. Warum, das will ich hier gerne erklären.

Charge 30 seconds use for 30 minutes (Bild: Indiegogo) Charge 30 seconds use for 30 minutes (Bild: Indiegogo)

Wer unterwegs ist und sein Handy viel benutzt, kriegt bald ein Problem: Der Kraft der Batterie lässt nach, aber weit und breit gibt es keine Möglichkeit, um das Smartphone zu laden. Ein externer Akku wäre eine Lösung. Doch die sind auch nicht immer das Gelbe vom Ei, weil sie zum Beispiel lange Ladezyklen benötigen und nur begrenzt Saft abgeben.

Wie wäre es, wenn es eine Batterie gäbe, die man nur ein paar Sekunden ankurbeln müsste, damit sie satt Energie abgibt? Diese Vision hat Micheal Adam (Kein Buchstabendreher, das steht so bei Indiegogo). Dafür hat er Ladegerät konzipiert, das kinetische Energie in Strom umwandeln.

Fehlende Detailinformationen

Mr. Adam spricht davon, dass mit seiner Erfindung wenig Aufwand benötigt wird, um beispielsweise ein iPhone zu laden. Laut ihm würden 30 Sekunden körperlicher Einsatz reichen, um einer Smartphone-Batterie für eine halbe Stunde Saft zu geben. Das klingt fantastisch. Wie funktioniert das? Leider verrät der ungarische Crowdfunding-Initiator das nicht. Er habe bislang noch kein Patent angemeldet, deswegen könne er sein Konzept nicht erläutern.

Genauso bleibt er den Interessierten schuldig, wie seine Erfindung genau aussieht oder aussehen könnte. Auf Indiegogo zeigt er nur ein Bild, nicht mehr. Der eigentlich mittlerweile übliche Trailer fehlt ebenso. Stattdessen präsentiert er sein Konzept mit viel Text, der auch noch vor Rechtschreibfehlern strotzt.

Größenwahnsinn? Oder ein Betrüger?

Dafür scheint er umso mehr von sich und seiner Idee überzeugt zu sein: 50.000 US-Dollar (umgerechnet rund 40.000 Euro) will er über Indiegogo einsammeln. Dafür geizt er aber nicht nur mit Infos, sondern auch mit attraktiven Perks. Lediglich drei kann man unterstützen. Entweder, man gibt fünf Dollar und erhält dafür einen Dank. Oder man kauft sich für 50 Dollar die Möglichkeit auf eine Batterie, drei gäbe es für 120 Dollar.

Ganz schön mutig, dieser Micheal Adam. Zumal er keinerlei Vita oder sein Können als Tüftler preis gibt. Genauso wenig erwähnt er seinen angestrebten Zeitplan. Und er gibt seiner Erfindung  nicht mal einen richtigen Namen, stattdessen ist immer lapidar von „der Battery“ zu lesen. Das alles lässt einen an der Ernsthaftigkeit, dem Wahrheitsgehalt und/oder an der Fähigkeit als Verkäufer des Ungarn zweifeln.

Zusammenfassend muss man sagen, dass die Präsentation dieses Schwarmfinanzierungs-Projektes mehr als dürftig ausfällt. Es mag ja sein, dass es diesen Herrn Adam und seine tolle Idee wirklich gibt – aber leider kann der vermeintliche Tüftler keinerlei Vertrauen zu den potentiellen Geldgebern aufbauen. Mich würde es nicht wundern, wenn „Charge 30 seconds use for 30 minutes“ bald wieder wegen Erfolglosigkeit verschwindet.

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