06.08.13

i-H2GO: Spielzeugauto mit Wasserstoff-Antrieb

Den Treibstoff für den i-H2GO erzeugt man mithilfe von Solarstrom selbst.

Den Treibstoff für das fernsteurbare Spielzeugauto "i-H2GO" erzeugt man sich vor dem Losfahren selbst – aus Wasser. Auf diese Art möchte das Unternehmen Horizon Kindern nahebringen, wie Brennstoffzellen funktionieren und zugleich Werbung in eigener Sache machen.

Der i-H2GO zeigt auf spielerische Weise, wie ein Brennstoffzellen-Fahrzeug funktioniert.

"Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern."

Dieses Zitat stammt nicht etwa aus diesem Jahr, es stammt nicht einmal aus diesem oder dem vorigen Jahrhundert. Jules Verne hat diese Zeilen 1870 mit Blick auf die damals schon etliche Jahre bekannte Brennstoffzelle geschrieben. Lange Zeit aber war diese Technik im Vergleich zu anderen Lösungen zu kompliziert. Nun erlebt sie eine Renaissance und das sogar in einem Spielzeugauto.

Der i-H2GO ist dabei die Weiterentwicklung des vor vier Jahren vorgestellten H2GO. Das Set besteht aus dem eigentlichen Auto mit seiner Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle, der Elektrolysestation und einem Solarpanel. Die Elektrolysestation wird mit Wasser befüllt und spaltet es dann mithilfe des selbst erzeugten Solarstroms in Wasserstoff und Sauerstoff. Den Wasserstoff drückt man ins Auto und kann losfahren. Sollte die Sonne nicht ausreichend scheinen, lässt sich auch ein bisschen schummeln und die Zelle per USB-Kabel mit Strom versorgen.

Neu beim aktuellen Modell ist neben einem leicht veränderten Design vor allem die Steuerung: Dazu soll man nun Smartphone oder Tablet benutzen, die sich via Bluetooth verbinden. Das funktioniert zunächst nur mit iPhones und iPads, Android-Geräte sollen im nächsten Jahr folgen.

Im folgenden Video sieht man das alles in Aktion:

Leider gibt es keine Angaben dazu, wie lange man für einen vollen Tank warten muss und wie lange das Auto dann fährt. Zudem gibt es weiterhin nur dieses eine Modell, das aufgrund seiner Konstruktion auf jeden Fall einen glatten Untergrund zum Fahren benötigt.

Für den Hersteller ist das alles natürlich auch Marketing in eigener Sache: Das in Singapur beheimatete Horizon ist Spezialist für Brennstoffzellen. Schon seit 2005 stellen sie zudem Experimentier-Kits her. 2006 erschien mit dem "H-Racer" das erste Modellauto, das vom Time Magazine als "Beste Innovation des Jahres" ausgezeichnet wurde. Inzwischen hat Horizon mehr als 20 verschiedene Kits im Angebot, die sich dabei unter anderem an Schulen richten. Damit wolle man Wasserstoff als Energielieferant ins Gespräch bringen, heißt es auf dem eigenen Unternehmensblog .

Der i-H2GO soll nach Informationen von Gizmag für umgerechnet rund 135 Euro ab dem 15. August auf den Markt kommen.

Weitere Informationen auf der offiziellen Website zum i-H2GO.

Schlagworte zu diesem Artikel

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!