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01.10.13

Aufrüsten lohnt sich: Wie neue Technik mich produktiver gemacht hat

Nicht jede neue technische Spielerei ist wirklich notwendig. Manchmal aber kann sie durchaus produktiver machen.

Heutzutage ist man oft dazu geneigt, neue Technik zu kaufen, weil sie attraktiver ist und neue Spielereien mitbringt. Das darf auch ruhig so sein. Aber welche Technik macht im Alltag wirklich produktiver? Oft sind es Kleinigkeiten, mit denen man kaum gerechnet hätte. Eine Bestandsaufnahme.

Nicht jede neue technische Spielerei ist wirklich notwendig. Manchmal aber kann sie durchaus produktiver machen.

Ich muss nicht zwingend das Neueste vom Neuen haben. Ich ersetze alte Technik meist nur dann, wenn sie lahmt und ich mir sicher bin, dass ein neues Produkt mir mehr Komfort bietet, mich vielleicht sogar schneller arbeiten lässt.

Im Alltag bieten diesen Vorteil meist nur wenige Geräte, Abläufe und Apps. Vieles teste ich, wenig bleibt auf Dauer. So sind es ganz wenige Dinge und Abläufe, die meinen Alltag wirklich produktiver gemacht haben. Zwei davon haben mich ganz besonders überrascht, andere vermeintliche Innovationen brachten mir keinen Vorteil.

 

 

1. Eine neue Tastatur

 

Vom Tastaturlayout hat sich nicht viel geändert. Trotzdem tippe ich mit meinem neuen MacBook Air fast doppelt so schnell wie bei meinem kürzlich ausrangierten, fünf Jahre alten MacBook. Weil das Air deutlich flacher ist und Apple die Mechanik in den vergangenen Jahren verbessert haben muss, fliegen meine Finger einfach schneller über die Tasten. Für jemanden, der den ganzen Tag Texte oder Mails schreibt, ist das natürlich ein riesiger Komfortgewinn. Das soll keine Kaufempfehlung für Apple sein, andere Ultrabooks werden Ähnliches leisten. Erstaunlich aber: die Hersteller verbessern auch solche vermeintlichen Kleinigkeiten.

2. Ein Ultrabook

 

Schon lange hatte ich mir gewünscht, meinen Laptop einfach immer dabei zu haben und Texte auch mal unterwegs in der Bahn, einem öffentlichen Platz oder einem Café zu tippen. Das war mir auch schon vorher möglich. Bislang verzichtete ich aber meist darauf, weil ich neben der schweren Kiste auch noch den notwendigen Netzstecker samt Trafo hätte mitschleppen müssen. Das ist jetzt dank Ultrabooks vorbei: Die Dinger wiegen nicht einmal mehr zwei Kilogramm und sind so schlank, dass ich sie in einer kleinen Umhängetasche überall hin mitnehmen kann. Bei den meisten Geräten ist auch die Akku-Laufzeit inzwischen so lang, dass man fast einen ganzen Arbeitstag mit einer Akku-Ladung hinkommt und selbst einen Auswärtstermin ohne Ladegerät wahrnehmen kann. Das Gerät muss dann wirklich nur noch abends ans Netz und man vergisst, dass das Gerät sich überhaupt im Akku-Betrieb befindet. Ein Problem weniger, um das man sich kümmern muss.

3. Ein neuer USB-Surfstick

 

Der große Vorteil von Tablets gegenüber Laptops: Sie sind always on. Bei Laptops muss man erst den Surfstick einschieben und sich verbinden. Den Surfstick, den wir in unserer alten Redaktion hatten, hat mir das Leben auf Auswärtsterminen auch denkbar schwer gemacht: Stick erst einstecken, erkennen lassen, Software starten, mühsam verbinden. Tablet-Nutzer waren hier schon drei Schritte weiter, bevor ich überhaupt online war. Ein neuer HSPA+-Surfstick, den ich mir neulich gekauft habe, macht zumindest das deutlich einfacher. Man steckt ihn nur noch ein und er verbindet sich automatisch. Von gefühlt einer Minute ging die Verbindungszeit damit runter auf etwa fünf Sekunden. Noch lieber wäre mir natürlich, wenn ein Laptop ohne Extra-Stick sofort beim Aufklappen online wäre, aber bis das so weit ist, kann ich mit dem schnellen Stick ganz gut leben.

4. Das Smartphone als Second Screen

 

Mein Arbeitsplatz besteht aus einem Laptop, einem Smartphone und sonst eigentlich nichts. Gerade wenn ich mich einmal auf einen Text konzentrieren und trotzdem dabei erreichbar sein muss, hat sich mein Smartphone als große Hilfe erwiesen. Das meldet sich, sobald eine neue Nachricht eingeht, die ich in den Notifications auf einen Blick scannen und dann schnell entscheiden kann, ob ich mich mit ihr befasse oder nicht. Das bringt mich weniger aus einem Thema raus, als wenn ich das Mailprogramm oder Google Mail auf dem Rechner öffnen würde.

5. Google Kalender für die Ordnung

Die Diskussion um die allwissende Datenkrake und ihre Nähe zur NSA ist berechtigt. Schon alleine deswegen schaue ich mich derzeit nach Alternativen zu beliebten Google-Diensten um. Technisch gesehen habe ich in den vergangenen Jahren aber leider kein besseres Kalender-Tool als den Google-Kalender gesehen: Nutzbar auf all meinen Geräten wie Notebook, Tablet oder verschiedenen Smartphones. Das Anlegen neuer Termine dauert Sekunden und sofort wird der neue Termin mit allen Geräten synchronisiert. Der Kalender hat das Chaos auf meinem Schreibtisch deutlich reduziert.

6. Spiegellose Systemkamera für mehr Tiefe, das Handy für Urlaubsfotos

 

Auf meinen jüngsten Italien-Urlaub nahm ich mein Smartphone als einziges technisches Gerät mit. Kein Tablet, keinen Laptop, keine Kamera. Unterwegs wollte ich von der Arbeit abschalten, ich organisierte allerdings die Unterkünfte über die App von AirBnB und die von Hotelportalen. Und ich benutzte mein Smartphone auch zum Fotografieren. Fotoprofis werden hier wahrscheinlich energisch den Kopf schütteln, allerdings bekam ich ganz passable Bilder etwa vom Colosseum, der Stadt Siena oder auf dem Rückweg von den Schweizer Bergen hin. Für meine Ansprüche als Hobbyfotograf genügend. Die spiegellose Systemkamera, die ich außerdem noch habe, verwende ich fast nur noch für Fotos von Produkttests und anderen Abbildungen wie für diesen Artikel. Der große Vorteil ist die variable Schärfentiefe, die ich für Nahaufnahmen gezielt einsetze, aber selten für Landschaftsfotos. Für den Fotoprofi mag das paradox klingen, für mich bietet es mehr Komfort, unterwegs nur ein schmales Gerät mit ausreichender Bildqualität dabei zu haben. Mein Smartphone.

7. Earbud-Kopfhörer

 

Musik höre ich gerne mal bei ausgedehnten Spaziergängen oder spontan in der Bahn oder im Bus. Seit ein paar Tagen bin ich auf Earbud-Kopfhörer umgestiegen. Sie lassen sich erheblich leichter transportieren als On-Ear-Kopfhörer und erhöhen damit ihre Chance, überall hin mitgenommen zu werden. Und sie halten ganz gut im Ohr ohne dass ich mich dabei von der Umwelt abschotte, wie bei In-Ear-Buds. Für mich ein guter Kompromiss.

Old School: Maus muss sein

 

Für viele Leser mag ich damit altmodisch erscheinen, aber meine volle Leistung am Rechner erreiche ich nicht ohne meine gute, alte Maus. Ich habe hier ein ganz einfaches, optisches Modell mit Scrollrad und USB-Kabel, weil ich keine Lust habe, alle paar Wochen Batterien auszutauschen. Natürlich benutze ich unterwegs oder an anderen Orten als dem Schreibtisch das Touchpad und arbeite auch gut damit, aber eben nicht ganz so schnell und auch nicht ganz so gerne wie mit einer Maus. Was sich bewährt hat, lässt sich so einfach doch nicht ersetzen.

Tablets: Noch nicht in meinem Alltag angekommen

 

Die meisten meiner Kollegen schwören darauf und auch ich experimentiere hin und wieder mit einem Android-Tablet und einem iPad. In meinen Alltag haben es die Apparate allerdings noch nicht geschafft. Sie bieten mir keinen echten Vorteil zu Hause, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Unterwegs schlage ich kurze Dinge, die mich interessieren, auf dem Smartphone nach, geht es um längere Texte, muss eh das Ultrabook ran. Liege ich gemütlich auf der Couch oder im Bett und will mir einen Film oder eine Serienfolge ansehen, kann ich das Ultrabook leichter auf den Schoß nehmen. Für den Bildschirm brauche ich keinen Extra-Halter. Lediglich einen etwas besseren Sound und den Einbau eines SIM-Karten-Slots würde ich mir für mein Ultrabook wünschen.

Für ein Tablet hatte ich nur kürzlich im Urlaub eine Situation, in der ich gerne eins gehabt hätte: für die Suche nach Wohnungen auf AirBnB und weitere Funktionen als die Standard-Funktionalität der abgespeckten App hätte ich gerne einen größeren Bildschirm dabei gehabt. Ansonsten bin ich Notebook-und-Smartphone-Fan. Bei vielen von euch ist es anders und das ist auch gut so. Die Technik bietet heute Möglichkeiten für alle Vorlieben.

Kein Gewinn: Kabel-Breitband statt DSL

 

Mein DSL-Anschluss mit 10 MBit/s fiel häufiger mal aus. Irgendwann ärgerte ich mich zu sehr und nutzte das Angebot des regionalen Kabel-TV-Anbieters, um auf dessen Breitband-Internet umzusteigen. Seitdem surfe ich mit 50 Mbit/s. Das erste Problem betraf den mitgelieferten WLAN-Router. Dessen Signale reichten keine zehn Meter weit. Einen Zusatzrouter, den ich mir für rund 25 Euro im Internet bestellte, arbeitet deutlich zuverlässiger. Die Ernüchterung allerdings: Die 50 Mbit/s zeigen sich allenfalls bei Downloads und von denen tätigt man deutlich weniger als einem lieb ist. Der Webseiten-Aufbau ist aufgrund höherer Latenzzeiten langsamer als bei DSL, selbst das Streaming von Video-Seiten wie YouTube geht nicht schneller von statten. Die Leitung fällt öfter mal aus oder schickt Daten nur langsam durch. Der versprochene Gewinn ist nicht merkbar. Kürzlich besuchte mich eine Vertreterin des Providers und bot mir an, für einen geringen Aufpreis auf 150 Mbit/s aufzurüsten. Ich sagte ihr, eher würde ich wieder zu DSL zurückzukehren.

Extra: Eine Brille

 

Ich musste 34 Jahre alt werden, bevor der Augenarzt bei mir eine Hornhautverkrümmung attestierte. Meine Augen waren ständig müde, Bildschirmarbeit wurde zur Qual. Mein Optiker versprach mir, dass meine neue Brille (gleichzeitig meine erste) den Sehapparat derart entlasten würde, dass ich den Kopf wieder frei bekäme. Das Gehirn versucht, die Bilder scharf zu "rechnen", die das Auge nicht scharf stellen kann. Mit einer Brille in der richtigen Sehstärke fällt diese Aufgabe weg, das Gehirn wird entlastet. Kann ich so bestätigen. Ich bin seitdem deutlich ausgeglichener und kann mich besser konzentrieren.

Was gegen müde Augen, festgefahrene Ideen und Stress außerdem gut hilft: mehr Pausen. Die lege ich jetzt auch deutlich häufiger ein als früher. Was die Technik angeht, halte ich die Augen offen. Nicht alles Neue muss sein, ein kleiner Teil aber bringt tatsächlich mehr Komfort und nimmt uns Arbeit ab. Hier gilt es, die Augen aufzusperren und immer wieder zu testen, was uns gefällt.

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