04.10.13

Huawei UltraStick: Mobiler WLAN-Hotspot im Gehäuse einer SD-Karte

SD-Karten-Gehäuse, 3G-Datenmodem im inneren. Bild: Engadget China

Danke, Huawei! Den meist brach liegenden SD-Karten-Slot eines Notebooks kann man vielleicht bald doch noch zu etwas verwenden und das Notebook mit der passenden Steckkarte des chinesischen Herstellers endlich mit einem Mobilfunkchip ausstatten. Laptop-Hersteller müssen sich fragen, warum sie diese Idee so sträflich vernachlässigt haben.

SD-Karten-Gehäuse, 3G-Datenmodem im inneren. Bild: Engadget China

Besinnen wir uns mal für einen Moment auf das, was wirklich Spaß macht. Und wenn wir ehrlich sind, wollen wir sie doch, diese Reibereien: Mac vs. PC, Android vs. iPhone, Linux vs. Windows. In letzter Zeit allerdings habe ich vermehrt den Eindruck, dass die verfeindeten Lager sich beruhigt haben. Sollen die iPhone-Fans doch mit ihrem iPhone glücklich werden, sagen sich immer mehr Android-Anhänger. Und wer kein iPhone mag, soll halt mit Android oder Windows Phone Spaß haben, sagen viele iPhone-Nutzer.

Ein neuer Reibungspunkt muss her, und wie wäre es da mit der zunehmend häufiger geführten Diskussion: Laptop, Tablet oder beides in einem? Den maßgeblichen Vorteil eines Tablets gegenüber eines Notebooks habe ich in der Vergangenheit mehrfach beschrieben: Kein Datenstick, kein Verbinden, kein mühseliges Aufwecken: ein Tablet ist immer online. Dass Notebooks es nicht sind, will Huawei nicht länger hinnehmen und hat nun in China diese interessante Brückenlösung vorgestellt.

 

Immer online sein, egal mit welchem Gerät

Der UltraStick sieht aus wie eine SD-Karte, besitzt die gleiche Form, Größe und Höhe. Es ist nur kein Datenspeicher darin, sondern ein 3G-Mobilfunkchip und der Einschub für eine Nano-SIM-Karte. Das Modul funkt mit HSPA+ und 21 MBit/s. LTE ist zwar noch nicht vorgesehen, aber die Geschwindigkeit ist ein Anfang. Eine SD-Karte ragt kaum aus dem Gehäuse heraus und damit fiele auch die mobile Datenverbindung über den UltraStick kaum auf.

Huawei hat sich bei der Idee augenscheinlich vom Anbieter Eye-Fi inspirieren lassen. Der bietet bereits seit Jahren SD-Karten mit WLAN-Funktion an und rüstet verbindungsunfreundliche Digitalkameras mit allem Nötigen aus, um Bilder drahtlos mit einem PC, Tablet oder Smartphone zu teilen. Es ist nicht mehr als eine Übergangslösung und dennoch war Eye-Fi jahrelang nahezu der einzige Anbieter, der das Potenzial der kabellosen Übertragung erkannt hat. Lediglich einige Kameras mit WLAN-Modul gab es als Experiment mancher Hersteller, erst seit diesem Jahr geht die Masse der Anbieter von Kompakt-, Spiegelreflex- oder Systemkamera vermehrt dazu über, die meisten ihrer Neugeräte mit WLAN und manchmal auch Mobilfunkchips auszustatten.

Für eine Übergangszeit

Auch Huaweis UltraStick ist nicht mehr als eine Übergangslösung. Ich verstehe bis heute nicht, warum die PC-Hersteller es nicht schaffen, ihre wirklich ansprechenden Ultrabooks nicht auch noch mit einem simplen Mobilfunkchip zu versehen. Das würde so manche Vorteile eines Tablets gegenüber den schlanken Notebooks auffressen. Es ist doch vollkommen egal, ob mit Smartphone, Tablet oder Laptop - ich will sofort damit online sein und nicht erst einen klobigen Datenstick anstöpseln müssen, der sich umständlich verbinden muss und im Weg herum hängt. Den Laptop aufklappen und online sein, auch unterwegs - so schwer kann das doch eigentlich nicht sein. Tablet-Laptop-Hybriden können das meistens problemlos, für "reine" Ultrabooks halten die Hersteller das nur selten für notwendig. Die Gründe dafür muss man wohl nicht verstehen.

Deswegen sehe ich gute Chancen für Huaweis UltraStick oder ähnliche Fabrikate in der Übergangszeit. Bisher ist die umfunktionierte SD-Karte allerdings nicht viel mehr als ein Prototyp, Huawei hat leider noch nichts zur Verfügbarkeit oder zu Preisen gesagt. Dass ein Markt dafür da ist, spürt man aber auch so. Bis 50 Euro wäre ich dabei.

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