02.07.08

HTC Diamond Touch im Test: Gestochen, scharf

Das HTC Touch Diamond

Das HTC Touch Diamond zeigt im Kurztest, dass es bezüglich Design, Bildschirm und Funktionen wirklich zur absoluten Spitzenklasse gehört. Eine Handvoll Technik, die begeistert.


Das Touch Diamond von HTC - eine Handvoll edelster Technik. (Bild: HTC)

Dass der Eilbote das Testgerät von HTC nur gegen Barzahlung von über 140 Franken rausrücken wollte, bewies schon mal den äusseren Wert des Edelhandys:

Die Rechnung war dann schnell gemacht, der Schweizer Zoll setzte den Preis des Diamond mit 1030 Franken fest und wollte deshalb gut 70 Franken Mehrwertsteuer. Das restliche Geld steckte sich ein "neutraler Verzollungsdienst" für das Einholen eines Stempels in die Tasche.

Über den Ärger tröstet die erste Erfahrung mit dem HTC Touch Diamondhinweg. Sofort nach dem Einschalten fällt die unglaubliche Schärfe des Displays auf. Auf einer Fläche von nur 4,2 mal 5,5 Zentimeter zaubert es volle VGA-Darstellung mit 640 x 480 farbigen Bildpunkten:

 

Schriften sind gestochen scharf, und der Kontrastumfang reicht auch für Sonnenlicht. Zum Vergleich: das hochgelobte iPhone hat auf einem grösseren Display nur die Hälfte Pixel zu bieten.


HTC-Touch Diamond, Kalender: So viel Schärfe bietet das VGA-Display (Ausschnitt oberstes Viertel des Displays, 1:1 pixelweise, durch jpg versaut. Anm. d. Red.)

Daumen statt zwei Finger

Das Bedienkonzept des Diamanten beruht auf dem berührungsempfindlichen Display und vier Tasten: Start, Zurück, Telefonieren, Aufhängen. Damit kommt man locker auch im Dunkeln zurecht. Das Touch-Display wird abwechselnd mit Daumen, Zeigefinger oder Stift bedient. Grobe Kommandos, wie das Blättern in den Hauptmenüs macht man mit dem Daumen. Braucht es mehr Präzision, beispielsweise um einen einzelnen Eintrag aus dem Telefonbuch zu wählen, hilft der Zeigefinger. Erst wenn Texte eingetippt oder Klickboxen betätigt werden müssen, braucht es den Stift.

Das Touch Diamond arbeitet mit Windows Mobile 6.1, welches HTC aber gut versteckt hat. Die meisten Funktionen sind über Daumenkommandos auf dem hübsch aufbereiteten Interface zu sehen. Besonders gelungen ist die Wetterprognose. Falls es in Zürich regnet, huscht ab und zu sogar ein Scheibenwischer über das Display.

Power pur

Neben einem schnellen Prozessor verfügt der Diamant auch über 192 Megabyte RAM:


Das Touch hat satte 192MB Arbeitsspeicher.


Durch Adressen kann man nun mit Anfangsbuchstaben zappen.

Das macht Sinn und vor allem in der Adressverwaltung Tempo. Ich hatte noch nie ein Handy, das so flüssig durch meine 4000 Outlook-Kontakte scrollte und Suchabfragen binnen Sekundenbruchteilen erledigte. Neu kann man auch direkt nach den Anfangsbuchstaben durch das Adressbuch tippen.

Das Adressbuch ist ferner im ganzen System verlinkt. Tippt man beispielsweise für ein Gespräch eine Telefonnummer ein, führt das HTC im Hintergrund eine permanente Sucheinengung durch, meist kann man nach fünf bis sechs Ziffern einfach auf den gefunden Namenseintrag für die komplette Nummernwahl klicken.

Neckisch im Adressbuch ist auch die Verknüpfung zu Google-Maps. Es reicht, den entsprechenden Befehl aufzurufen, Sekunden später erscheint die Adresse in der Landkarte, wobei aber locker einige Hundert Kilo Datenvolumen entstehen.


In der Adresse auf Google-Maps klicken, und schon taucht der Ort in den Googlemaps auf.


GPS-Positionsbestimmung mit Google Maps funktionierte in meinem Test übrigens nicht. Aus den Unterlagen geht nicht klar hervor, ob der Diamant aus dem Pseudo-GPS mittels Handy-Sendemasten oder WLAN-Stationsstandorte verfügt auch über einen echten Satellitenempfänger verfügt. Das Pseudo-GPS funktioniert, dabei wird die Position auf einige Kilometer genau ermittelt, ist also unbrauchbar. Eine echte GPS-Lokalisierung via Satellit wollte mir bei Google Maps auf dem HTC Diamond nicht gelingen.

Nachtrag 2. Juli 08: Der Diamant hat ein echtes GPS und es funktioniert. Ich war schlicht zu ungeduldig. Nach 60 Minuten "Besonnung" hat es sich eingelockt. Und die Meldung bei Google-Maps "es sei kein GPS vorhanden" ist leider irreführend. Es ist nur kein gültiges Signal vorhanden. Bevor jetzt alle bezüglich Quick-GPS posten: Jawoll, ich hatte zuvor die Quick-GPS-Daten heruntergeladen, welche eigentlich ein schnellers Finden der aktuellen GPS-Position ermöglichen sollten.

Alles drin


Aufgepeppter Musikplayer auf dem Diamond.


Das Sensor-gesteuerte Spiel auf dem Touch.

Daneben glänzt der Diamant mit den üblichen Business-Funktionen von Microsoft. Also perfekter Abgleich mit Outlook und Bearbeitung von Office-Dokumenten. Nett ist auch der Medienplayer (MP3, AAC, AAC+, WMA, WAV, and AMR-NB), dem HTC ebenfalls ein hübscheres Outfit verpasst hat.

Dass im Diamanten noch ungenutzte Fähigkeiten schlummern, zeigt ein Spiel: Dieses Kugellabyrinth bewältigt man, durch Kippen des Telefons in alle Richtungen. Dabei zeigen die Sensoren, dass sie ganz schön präzise arbeiten.

Auf der Kommunikationsseite unterstützt der Diamant alles, was nötig ist. Triband GSM/GPRS/EDGE sowie HSDPA mit 7,2 Mbps und HSUPA. Beim WLAN bietet es 802.11 b/g und die Bluetooth-Schnittstelle unterstützt 2.0 mit EDR. Das Headset muss über einen speziellen ExtUSB-Stecker angeschlossen werden.

Die Kamera löst 3,2 Megapixel auf, der Autofokus ist allerdings schneckenlangsam und führt zu Auslöseverzögerungen von bis zu einer Sekunde.

Dem Akku sichert der Hersteller 285 Stunden Stand-by und 330 Minuten Plauderei zu. Bei heftiger Surferei leerte ich den Akku innerhalb von gut vier Stunden. Der eingebaute Opera-Browser zoomt Seitenausschnitte mittels Fingertippen.


Webbrowser in Originalgrösse....


... und nach dem Zoom mittels Fingertippen.

Das neue HTC ist extrem kompakt (102 x 51 x 11.35 Millimeter) und passt in jede Hosentasche. Es ist faszinierend, wie viel Technik der Hersteller darin verpackt hat. Der Medienspeicher von 4 Gigabyte lässt sich leider nicht mit Speicherkärtchen erweitern.

Wer den Diamanten noch stärker für Business-Anwendungen nutzen will, kann das Modell Touch Pro wählen, das zusätzlich über eine Slider-Tastatur verfügt.

Der Listenpreis des HTC Touch Diamond beträgt 569 Euro (899 Franken)

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