Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

09.07.11

HTC ChaCha im Test (4/4): Tanz in den Android-Sommer

HTC ChaCha - Weiß ist klar in Mode (Bild: kaiZa)

Das HTC ChaCha musste sich im Praxisalltag beweisen und überzeugte fast auf voller Linie, der Akku ist top, das Display bleibt stets gut lesbar und das Gehäuse ist robust gebaut. Ein paar Kleinigkeiten gab es dann doch zu bemängeln, insgesamt ist es jedoch ein überzeugendes Produkt.

 

Das HTC ChaCha zeigte sich in den ersten Tests als ein beeindruckendes Android-Smartphone mit einigen cleveren und nützlichen Funktionen. Doch so, wie man auch bei einem ersten flüchtigen Blick einer feurigen Kubanerin, über die Makel hinwegsieht, könnte uns das auch beim ChaCha passieren. Deshalb nahm ich das Smartphone mit raus in den Arbeitsalltag und prüfte es auf Herz und Nieren, äh CPU und RAM.

 

Ausdauernd

Wenn ich schon ein facebook-Handy zur Hand habe, dann muss ich natürlich auch immer up-to-date bleiben, gleiches gilt für meine drei Email-Accounts. Um Telefonkosten zu sparen, bzw. meinen Datentarif voll auszukosten, aktivierte ich noch Skype dazu. Das war allerdings dann doch zuviel des Guten: Nach knapp vier Stunden gab das HTC ChaCha entnervt auf und flehte mich um eine Stromspritze an - mit diesem respektablen Wert, reiht sich das HTC im Mittelfeld ein. Solch datenintensive Applikationen zwingen, im Morgengrauen gestartet, letztlich jedes am Markt befindliche Smartphone zum Mittagessen in die Stromkantine.

Also neuer Versuch, diesmal jedoch etwas vorsichtiger: Emails werden nur noch alle fünf Minuten abgerufen. Mehrmals in der Stunde checkte ich meinen facebook-Account, surfte verschiedene Webseiten zu Hintergrundinformationen an und startete Skype für insgesamt 30 Minuten. Nachdem ich rund 45 Minuten rumtelefoniert hatte, gönnte ich mir dann noch zwei Stunden Musikgenuss.

Dabei beließ ich alle Energieeinstellungen auf ihren Standards, UMTS-GSM-Dualmodus, Helligkeit auf Automatik, Display-Time-out nach 5 Minuten. Man sagt den Kubanerinnen ein Menge Temperament und Energie nach und während ich am Ende erschöpft in die Couch versank, lächelte mich das ChaCha mit 40-50% Akkupower fragend an: "Sollen wir weiter machen?". Insgesamt sind zwischen ein bis zwei Tagen Arbeitszeit möglich, bevor das HTC anfängt zu nörgeln, ganz abhängig vom Einsatzspektrum. Ich kam mit recht anspruchsvollem Nutzungsverhalten auf 12h plus weitere 6 Stunden am nächsten Tag - ein verdammt guter Wert, wie ich denke.

Strahlend

Das Display hatten wir bereits angesprochen, trotzdem möchte ich es hier noch einmal in den Fokus nehmen: Obwohl es sich um ein TFT ohne augenscheinlich spezielle Beschichtung handelt, strahlt es überdurchschnittlich hell und reflektiert auch leicht (es ist jedoch kein transflektives Display). Dadurch ist die Ablesbarkeit in praller Sonne hervorragend. Leider wird dieser Vorteil durch ein Design-Manko zunichte gemacht: Das silbermetallic-farbene Gehäuse um die Tastatur herum reflektiert trotz der rauhen Oberfläche so hell, dass man es mit einer Hand verdecken muss um nicht geblendet zu werden. Ich habe das auf dem Foto mit einem Blitz nachgestellt - das Bild ist gewollt so fotografiert worden.

Man kämpft deshalb doch mit der Sonne, wenngleich es einen anderen Hintergrund hat. Im Vergleich mit dem CBD-Amoled im Nokia E7 schlägt sich das HTC ChaCha mit Gorilla Glass unerhört gut: Nicht nur zeigt es ebenfalls Bestwerte bei Sonnenschein, nein es strahlt auch noch heller und mit kräftigeren Farben als das E7, welches UVP 600 EUR bzw. Strassenpreis immer noch gute 450-500 EUR kosten soll. Allerdings kann das TFT beim Kontrast und der Farbabstufung nicht mithalten, es zeigt "nur" 256'000 Farben an, statt der nun gebräuchlichen 16,7 Mio, subjektiv gefällt mir das HTC-Display besser und die fehlenden Farbnuancen fallen ohne Vergleichsdisplay überhaupt nicht auf.

Kneifend

Ein zweiter Punkt betrifft ebenfalls das Display, es ist die Größe der Schrift. Als junger Spund macht man sich wenig Gedanken und kann die feinen Letter astrein erkennen. Doch mit dem Alter wird das schon schwieriger und wenn man dem ChaCha größere Buchstaben abverlangt, führt das unweigerlich zu verringertem Bildschirminhalt. Die Bildcollage sollte das nachvollziehbar verdeutlichen. Nun kann man sich in manchen, aber nicht allen Programmen damit behelfen, das Display zu kippen, abgesehen von der ungewöhnlichen Haltung ist der Gewinn sehr subjektiv. Zwar gewinnt man an Leseinhalt, aber es wirkt ungewohnt.

Störend

Das Smartphone dabei zu haben und keine Musik hören zu können, ist ungewohnt. Normalerweise plädiere ich ja gegen audiophile Kritik an einem mobilen Gerät, weil die Umgebung meistens genug Störgeräusche erzeugt, weshalb man durchaus ein 128kbit/s MP3-File ertragen kann. Doch das ChaCha ist in diesen Belangen einfach untauglich. Und das ist ärgerlich, weil es der einzige Punkt ist, bei dem es wirklich versagt. Sicherheitshalber habe ich noch einmal andere Ohren testen lassen und alle bestätigen sie meine Meinung: Dem Klang fehlt es an Raum und Volumen. Die einen merkten es sofort, andere konnten nur feststellen "irgendwas stimmt da nicht".

Apropos: Der USB-Port ist seitlich links angebracht. Mit der rechten Hand angefasst, konnte ich manchmal die scharfe Kante ertasten und mich daran stören - man hätte die Buchse besser oben oder unten am Gerät angebracht. Doch das sind Feinheiten die ich hier bemängele. Letztlich erwähne ich sie, weil das Gerät in der oberen Liga tanzt – und ansonsten für den Preis zu gut ist, um wahr zu sein.

Fazit

Toll. Das HTC ChaCha ist ein grundsolides Gerät, mit dem es einfach Spass macht zu arbeiten. Das kleine 2,6-Zoll-Display erschwert das Browsen für sehschwächere Personen etwas, indem entweder weniger Inhalt zu sehen ist oder man ständig die Augen zukneifen muss, doch für junge Facebook-Anhänger stellt das keine Hürde dar. Man sollte dem ChaCha aber nicht nur den facebook-Stempel aufdrücken, mit der guten Email-Unterstützung Androids eignet es sich hervorragend als Korrespondenz-Handy. Durch die sehr gute Akkuleistung, kann man von sorgenfreiem Arbeiten sprechen. Leider trüben der schlechte Audiochip und die nur mäßige Videoauflösung das sonst so positive Bild.

Ich hatte die Wichtigkeit einer guten Handykamera anfangs nicht glauben wollen, doch mittlerweile häufen sich vorallem Videos auf meinem Blog, die ich mit einem Smartphone geschossen habe. Die Ingenieure konzentrierten sich ganz klar auf die Messaging-Funktionen und das ist ihnen gelungen, die Tasten lassen sich gut bedienen, weisen einen ausreichend großen Abstand auf und vor allem spricht noch ein weiteres Argument für das HTC ChaCha: Der Preis. Teilweise ist das Smartphone schon für 270 EUR erhältlich und damit ein echtes Schnäppchen.

Wenn das kleine Display und die mangelnde Tonqualität keine Hürde darstellen, wird das HTC ChaCha nicht nur das Bankkonto freudig stimmen, sondern auch seinen Käufer für eine lange Zeit. Eine klare Kaufempfehlung.

Das HTC ChaCha kostet 290€ und kann ab sofort bestellt werden.

Die Produkthomepage findet ihr bei HTC .

[postlist "and" "HTC" "ChaCha" "Test"]

Schlagworte zu diesem Artikel

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer