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26.11.13

Fernbedienung und Baukastensystem für das Smart Home: Homee startet Crowdfunding-Kampagne

Homee: Smart Home Baukastensystem und App. Alle Bilder: Codeatelier

Homee will die unterschiedlichen Smart-Home-Systeme mit einer App und einem bunten Baukastensystem vereinen. Dazu haben die Stuttgarter nun ihr finales Design vorgestellt und eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen.

Homee: Smart Home Baukastensystem und App. Alle Bilder: Codeatelier

Das Thema Smart Home ist noch nicht so richtig in die Gänge gekommen - obwohl oder gerade weil es hier zahlreiche verschiedene Ansätze gibt. Homee könnte deswegen eine clevere Lösung sein: Das System vereint die verschiedenen Standards über ein Baukastensystem und lässt sie alle über eine einzige App steuern.

Das Konzept des jungen Teams namens Codeatelier aus dem württembergischen Burgstetten bei Stuttgart hat uns bereits im März recht gut gefallen, als wir zum ersten Mal darüber berichteten. Nun hat Homee das Konzept finalisiert, das endgültige Design vorgestellt und eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, mit der Homee Wirklichkeit werden soll.

Einzelne Homee-Bausteine sollen im ersten Schritt die Drahtlos-Standards Z-Wave, Zigbee und EnOcean unterstützen. Das Prinzip ist simpel: Man kauft als erstes den Homee Braincube, der eine Art Grundstein ist. Er unterstützt von Haus aus bereits Airplay-, WLAN- und DLNA. Darauf setzt man einen weiteren Baustein, der dann jeweils eine weitere Übertragungstechnik versteht. Am Ende hat man einen kleinen Turm aus Bausteinen und die wichtigsten Standards abgedeckt - je nachdem, was der Funkstandard des Smart-Home-Systems ist, das man gerade gekauft hat. Im Kampagnen-Video verraten die beiden Gründer, wie Homee funktionieren soll:

vimeo.com/78159076

Schon der Braincube allerdings kann sich mit WLAN-fähigen Smart-Home-Elementen anderer Hersteller vernetzen, wie etwa das Thermostat Nest, das intelligente Türschloss Lockitron oder Belkins WeMo-System. Verwendet das jeweilige Smart-Home-System eine andere Technik, kommt ein Homee-Baustein obendrauf. Das Spektrum der bereits angebotenen Standards soll in Zukunft noch erweitert werden.

Hardware-Startup aus eigener Kraft hochziehen

Das Homee-Team bekommt laut Geschäftsführer Jochen Schöllig dabei vor allem eine Frage immer wieder gestellt: Warum unterstützt der Braincube nicht alle dieser Standards sofort? Ihre Gründe dafür: Erstens würde das den Preis in die Höhe treiben, so Schöllig. Warum für etwas bezahlen, was man gar nicht verwendet? Zweitens seien die Funkstandards nicht problemlos auf so engem Raum vereinbar. Und drittens ist Homee damit auch in Zukunft erweiterbar. Kommt ein weiteres Funksystem auf den Markt, lässt sich dieses nachträglich integrieren.

 

Homee wählt Crowdfunding für die Finanzierung wählt, weil man laut Schöllig auf diese Weise erfahren will, ob die Zeit reif für ihr Produkt ist. Außerdem verstehe man sich eher als Lean Startup. Man wolle "immer erst etwas beweisen und mit möglichst wenig Geld dorthin kommen". Die beiden Gründer Jochen Schöllig und Waldemar Wunder kommen frisch von der Hochschule Esslingen und erschufen Homee dort als Abschlussarbeit. Ein wenig schwingt bei den beiden Gründern merklich der Wunsch mit, die Kontrolle über die eigenen Geschäfte zu behalten und es ganz alleine ohne Kapital von außen zu schaffen. Ohne einen Investor, der sich einkauft, und ohne den Kredit von einer Bank, die vielleicht nicht einmal weiß, was Smart Home überhaupt ist.

Crowdfunding ist immer ein Risiko - besonders in Deutschland

Bis zum 7. Januar sollen über die Kampagne auf Indiegogo 100.000 Euro zusammenkommen - für ein Hardware-Startup eigentlich gar nicht mal viel, und dennoch ist Hardware-Crowdfunding in Deutschland ein Unterfangen, das oft genug misslingt. Keeo aus Frankfurt etwa hatte mit seinem Schlüsselbund von morgen auf Kickstarter leider nicht den erwünschten Erfolg, ebenso wenig wie der Hamburger "Billig Segway" YooPT auf Indiegogo. Erfolgreich verlief dafür etwa die Kamapgne des Dresdner E-Rollers Scrooser.

 

Der Homee-Braincube soll im Early-Bird-Special 89 Euro und später regulär 99 Euro kosten. Interessantes Extra-Feature hier übrigens: Der Braincube verfügt über einen Audio-Ausgang, an den sich Lautsprecher anschließen lassen. Hiermit lässt sich etwa über AirPlay Musik vom iPhone herüberstreamen, oder die Homee-App kann Statusmeldungen via Sprache durchgeben. Für einen Homee mit einem Extra-Baustein werden 165 Euro fällig (149 Euro im Early Bird), für einen Homee mit Braincube und zwei Extra-Bausteinen 229 Euro. Die Kampagne läuft ab Donnerstag, die Geräte sollen ab April (Early Bird) und Mai ausgeliefert werden.

Weitere Informationen auf der Homee-Website und bei der Kampagne auf Indiegogo

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