Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

26.08.08

Hochhaus-Erdbebenschutz: 378 541 Liter Wasserpendel

Die Masse macht's: Erdbebenabwehr mit riesigen Wassertanks

Bisweilen kommen die Architekten moderner Hochhäuser auf kreative Ideen wenn es darum geht, im Falle eines Erdbebens den Wolkenkratzer schadenfrei davonkommen zu lassen.

Das System ist dabei zunächst einmal relativ einleuchtend: Setzt ein Erdbeben den Wolkenkratzer in Schwingung, fängt auch der Inhalt des im obersten Stockwerk liegenden Wassertanks an, Wellen zu schlagen. Ab einer bestimmten, kritischen Amplitude schlagen die Wellen des trägen Wassers asynchron zu den von unten emporkommenden Schwingungen und heben diese auf:

 

Es ist ein ähnliches Prinzip wie das der lärmschluckenden Kopfhörer, die mit einer "Verdoppelung" des Aussenlärms mit genau einer halben Wellenlänge Verzögerung dafür sorgen, dass Lärm und "Weisser Lärm" sich gegenseitig auslöschen.

Damit das Wasser nicht zu sehr in Schwingung gerät und die Bewegungen verstärkt statt aufhebt, werden in den Riesentank kleine Wellenbrecher eingebaut.

Physikalisch mag das Konzept zwar einleuchten, aber wenn man die Angst der Leute allein beim Eurotunnel (rund 40 Meter unter dem Meer) bedenkt, könnte es sich für die Mieter des Gebäudes als leicht irritierend herausstellen, rund 380.000 Kilogramm Wasser über ihren Köpfen zu wissen.

Auf der anderen Seite besteht damit auch Gewähr, dass immer genug Dusch- und Badwasser vorhanden ist. Die Wellenbrecher machen leider die Nutzung des Tanks als geschlossenes Dachhallenbad nicht realistisch.

Via DVICE

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer