23.05.13

Kampf ums Detail: Die nächste Evolutionsstufe bei Laptops ist das Display

Apple Werbeversprechen: "das hochauflösendste Notebook der Welt" - so nicht mehr haltbar.

Laptops haben in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, was Leistung, Gewicht und auch Akku-Laufzeit anbelangt. Jetzt wird eine weitere Baustelle endlich angepackt: das Display. Nach Apples Retina MacBook Pro, Googles Chromebook Pixel und Toshibas Kirabook will auch Samsung in der Liga hochauflösender Laptop-Displays mitmischen - und die genannten Modelle noch übertrumpfen.

Apple Werbeversprechen: "das hochauflösendste Notebook der Welt" - so nicht mehr haltbar. Apple Werbeversprechen: "das höchstauflösende Notebook der Welt" - so nicht mehr haltbar.

Wer den ppi-Wahn bei Smartphones in den vergangenen Monaten verfolgt hat, dem müssen selbst die derzeit höchsten Pixeldichten bei Laptop-Displays wie Kleckerauflösungen vorkommen. Das Retina-Display im iPhone 5 hat 326 ppi - Kindergeburtstag im Vergleich zum Full-HD-Smartphone HTC Deluxe (auch genannt Droid DNA oder Butterfly), das es auf 440 ppi bringt. Das HTC One ist gar mit 468 ppi dabei, Qualcomm stellte auf der SID Display Week gar ein Mirasol-Display mit 577 ppi vor. Bei den Laptops war Apple mit dem Retina MacBook Air und 227 ppi hier langezeit Krösus. Die Zahl klingt zwar deutlich geringer als die Auflösung von Smartphone-Displays, dabei darf aber natürlich die Gesamtgröße nicht vergessen werden: ein Laptop-Display mit einer höheren Auflösung auszustatten, ist deutlich aufwändiger, teurer und verlangt CPU und GPU einiges ab.

Trotzdem: Jetzt ist die ppi-Welle auch auf Laptops rübergeschwappt. Die Euphorie über Apples Retina MacBook Pro fiel noch verhalten aus. Böse Zungen sprachen von einem MacBook, bei dem es außer einem verklebten Super-Display nicht viel Neues gegeben hätte. Spätestens aber seit Google Apple mit dem Chromebook Pixel und dem Hinweis konterte, man erreiche mehr Pixel pro Zoll als das Retina MacBook Pro, sehen sich auch andere Hersteller berufen, dem Trend zu folgen. Wir werden bessere Displays bekommen. Endlich.

Höhere Pixeldichte und dazu noch energiesparend

Toshiba ließ im April mit dem Kirabook aufhorchen. Das Ultrabook mit einem 13,3-Zoll-Display bringt es bei einer Auflösung von 2560 x 1440 auf eine Pixeldichte von 221 ppi. Apples Retina MacBook Pro kommt da mit 227 ppi (2560 x 1600) nur knapp drüber. Google freut sich, dass man da mit 239 ppi (2560 x 1700) im eigen entwickelten Chromebook Pixel noch besser dasteht.

Samsung allerdings will hier mit den neuen Displays aus eigener Produktion noch einen deutlichen Schritt weiter gehen: 3200 x 1800 Pixel für ein 13,3-Zoll-Display mit einer Pixeldichte von 276 ppi. Zusätzlich soll das Display im Vergleich zu herkömmlichen LC-Displays auch noch 30 Prozent Energie sparen. Sharp will hier übrigens mit den neuen IGZO-Displays mit einer Auflösung von 3200 x 1800 Pixel dagegen halten. Die sollen - ebenfalls energiesparend - in dieser Auflösung in 13,3-Notebooks zum Einsatz kommen.

Endlich bessere Displays

Wie man seine Pappenheimer aus Fernost kennt, dürfte das Rennen hier jetzt erst richtig losgehen. Wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die 300-ppi-Marke bei Notebook-Displays fällt. Es kommt auf den Abstand des Auges zum Display an, der bei Laptops höher liegt als bei Smartphones. Steve Jobs nannte seinerzeit 300 ppi als "magische Nummer" für ein Smartphone-Display, das etwa 30 Zentimeter vom Auge entfernt gehalten wurde. Dann könne das menschliche Auge die einzelnen Pixel nicht mehr erkennen. Raymond Soneira, President von DisplayMate Technologies, widersprach und nannte statt dessen eine dafür notwendige Zahl von 477 ppi.

Der notwendige ppi-Wert verringert sich, je weiter man ein technisches Gerät vom Auge entfernt hält. Für die in der Regel weiter entfernten Laptops darf es also ruhig eine geringere Pixeldichte sein. Dennoch erfreulich für uns Anwender, noch schärfere Displays mit höherer Auflösung und klareren Details zu bekommen, zumal Samsung und Sharp bei ihren Displays auch noch Energie sparen sollen. Displays wurden bei Laptops lange Zeit vernachlässigt. Nun kommt Musik endlich auch in dieses Detail.

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