25.09.14

HiFi-Man HM-901 im Test: Besser hören als mit Äpfeln in den Ohren

(Bilder: W.D.Roth)

Der Apple iPod ist zwar der bekannteste MP3-Spieler, aber natürlich nicht der Beste, auch wenn er auch unkomprimierte Formate wie FLAC abspielen kann. Einer der besten tragbaren Musikspieler am Markt ist der HiFi-Man HM-901. neuerdings.com hat ihn getestet.

 

MP3 wurde lange als das Ende guter Musikwiedergabe betrachtet. Doch solange man nicht das Standardformat mit 128 kB/s benutzt, sondern besseres, oder gar unkomprimierte WAV- oder FLAC-Dateien, mit 24 Bit und 96 kHz, ist das Ergebnis mindestens gleichwertig zur CD oder deutlich besser.

Es gibt weitere die Tonqualität einschränkende Punkte: Die Hardware des MP3-Spielers und die Aufnahme. Letztere ist im Pop-/Rock-Bereich leider seit einigen Jahren totkomprimiert: Der Aufnahmepegel nutzt nicht einmal die 16 Bit der CD, sondern hängt ständig am oberen Anschlag. Das wiederum führt beim iPod zu Ärger: Dieser übersteuert bereits intern, wenn man ihm derartige Aufnahmen vorsetzt und dabei einen Equalizer eingeschaltet hat.

Wir haben uns die auf der High End 2014 gesehenen Geräte des chinesischen Herstellers HiFi-Man ansehen können.

Diese sind deutlich gößer und dicker als ein iPod, jedoch auch nur 250 g schwer. Sie verstärken nicht digital, sondern analog, was einen weicheren, klareren Sound erzeugt - und mehr Verlustleistung: Der HM-901 wird in der Jackentasche warm. Aber keine Sorge: Einen Röhrenverstärker enthält er nicht, und der Akku ist ebenfalls größer und hält über sieben und bis zu neun Stunden. Damit der Akku nicht unversehens leer ist, kann sich das Gerät nach einer einstellbaren Zeit Nutzung oder Nichtnutzung automatisch abschalten.

Tatsächlich kann die Endstufe gewechselt werden - ähnlich wie die SIM-Karte bei einem Handy: Nach Entfernen des Akkus ist das Modul unter diesem ausklappbar. Es gibt spezielle Endstufen für leistungshungrige, für In-Ear- und für symmetrische Kopfhörer. Letzteres macht den Klang noch etwas transparenter, weil die Kanaltrennung höher ist.

Ähnlichkeiten und Unterschiede zum iPod Classic

Die Bedienung ist ähnlich einem iPod Classic, jedoch wird die Lautstärke an einem separaten Drehrad justiert, das auch bei gesetzter Tastatursperre noch drehbar ist. Allerdings nur in endlichen Stufen - an einem sehr lauten, effektiven Kopfhörer kann dies stören. Dafür ist es sehr viel angenehmer, dass das Scrollrad keine Doppelfunktion hat: Man kann sehr leicht und entspannt eine verpasste Stelle noch einmal anhören oder eine uninteressante Stelle überspringen.

iTunes oder ähnliche Verwaltungssoftware ist nicht erforderlich - es reicht, die Musikdateien auf eine SD-Karte zu kopieren, in einem Kartenleser oder per USB-Kabel, der HM-901 sortiert sie dann selbst. Bei einer 128 GB großen, gut gefüllten Karte kann dies allerdings durchaus einige Minuten dauern.

Bei Sonderfunktionen wie Hörbüchern oder Podcasts muss der HM-901 passen: Die Abspielposition kann er sich nur beim aktuell abgespielten Titel merken. Bereits gehörte Podcasts oder Hörbücher kann man jedoch direkt auf dem Spieler löschen. Die D/A-Wandler Sabre ESS9018 sind mit 32 Bit so hochwertig, dass der Hersteller sie über eine Dockingstation auch für andere Musikquellen nutzen lässt.

Fazit

Klar: Während die meisten Hersteller tragbarer Musikspieler auf Bedienkomfort und den Spieltrieb der Kunden setzen, bietet der HM-901 eine kompromisslose Musikwiedergabe und sonst möglichst nichts. Die Klientel sind High-End-Liebhaber, die lieber einen Röhrenverstärker mit nur einem Drehknopf für die Lautstärke nutzen als eine Anlage mit Fernbedienung auch übers Internet. Und dafür ist das gerät dann wiederum doch ganz gut ausgestattet.

Der Preis liegt wenig verwunderlich höher als bei anderen MP3-Spielern: 1000 Euro für das Spitzenmodell und 400 Euro für einen symmetrischen Ohrhörer RE-600. Sollte das außerhalb des persönlichen Budgets liegen, gibt es mit dem HM-802 zu 700 Euro und dem HM-700 mit Ohrhörer RE-400b zu 260 Euro und mit Ohrhörer RE-600 zu 500 Euro auch preisgünstigere Modelle.

Weitere Informationen über das Gerät findet ihr beim deutschen Vertrieb Sieveking-Sound.

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