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19.08.11

Hewlett Packard schasst WebOS: Adieu, Touch-Pionier!

Geräte wie das Touchpad wird es von HP nicht mehr geben (Bild: HP pd)

Hewlett Packard wird bald keine Hardware mehr für WebOS verkaufen. Ob sie überhaupt noch Hardware verkaufen, steht in den Sternen.

In der Software liegt die Zukunft, wird sich die Geschäftsleitung gedacht haben, als sie sich entschied, keine Hardware mehr zu entwickeln, die auf WebOS läuft – dem Tablet- und Smartphone-Betriebssystem, das HP erst im letzten Jahr im Rahmen der Übernahme von Palm ins eigene Portfolio aufgenommen hatte. In Bälde wird es keine WebOS-Tablets und Smartphones mehr geben, und auch das übrige Hardware-Geschäft (bei HP heisst dieser Bereich "PSG") steht zur Disposition.

Statt dessen will sich der Konzern auf Software fokussieren. Deswegen nimmt HP den britischen Software-Konzern Autonomy ins M&A-Fadenkreuz und macht John Visentin verantwortlich für das Firmengeschäft. Visentin war früher bei IBM, die auch ihr Consumer-Geschäft an Lenovo abgaben und sich seither hauptsächlich um Geschäftskunden kümmern. Er hat mit solchen Umkrempelungen also Erfahrung. Ist vor diesem Hintergrund nostalgische Wehmut angebracht?

Ich werde WebOS keine Träne nachweinen. Was soll ich denn auch mit einem Gerät, das vielleicht gut zu bedienen ist, aber für das es immer die wenigsten Apps geben wird, egal wie genial die Hardware ist, auf der das läuft. Für den Tabletmarkt sind vier einer zuviel, besonders, wenn der vierte aus dem letzten Loch pfeift – Wenn man bedenkt, dass schon Microsoft Probleme hat, eine überzeugende Antwort auf Android und iOS zu finden...

Schade aber ist es um die Technologie. Hewlett Packard und die von ihnen vor langer Zeit übernommene Compaq waren die Pioniere im Geschäft mit der Bildschirmbedienung. Sie haben schon Tablet-Computer gebaut, als Steve Jobs noch bunte Knubbelcomputer unter das Volk brachte. Wer jemals ein HP-Tablet in den Händen hielt, spürte dieses Knowhow einfach.

Beide waren auch Pioniere im normalen PC-Geschäft. Wenn HP dieses Geschäft jetzt auch aufgibt, ist nach IBM ein weiterer Traditionshersteller raus. Was das für den PC-Markt – und den Tablet-Markt! – heisst, wird sich weisen müssen.

(via Allthingsdigital, weitere Details und die Pressemeldung)

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