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14.03.14

Healbe GoBe: Automatischer Kalorienzähler und Fitnesscoach

Ist es ein Radio-Armband? Nein, ein "Body Manager".

Darauf haben anscheinend viele gewartet: Der automatische "Körper-Manager" GoBe ist auf der Crowdfunding-Plattform ein großer Hit. Er verspricht, viele lästige Aufgaben abzunehmen, wie z.B. die aufgenommenen Kalorien manuell zu erfassen.

 

Viele von uns müssten sich wahrscheinlich eigentlich gesünder oder zumindest bewusster ernähren, mehr trinken, mehr bewegen und mehr schlafen. Oder alles das regelmäßiger. Diverse Fitnessgadgets wollen uns dabei helfen und dieser Bereich boomt enorm. Auf der Technik-Konferenz SXSW Interactive in Austin war dieser Tage gerade vom "Kampf um den Platz auf unserem Körper" die Rede. Vor allem ums Handgelenk tobt dieser Wettstreit. Das Startup Healbe möchte mit seinem GoBe nun die Konkurrenten vom Schlage eines Fitbit Flex oder Jawbone Up verdrängen. Ihr Verkaufsargument: mehr Komfort!

Denn mal ehrlich: Von vielen guten Vorsätzen fürs neue Jahr bleibt schnell nichts mehr übrig, wenn die Hürde zu hoch ist. GoBe will alles ganz simpel machen: Man schnallt sich das Gadget wie eine Armbanduhr ums Handgelenk und der Rest passiert von alleine. Kern das Ganzen ist laut Selbstbeschreibung die hauseigene und patentierte "Flow"-Technologie. Hauptfeature: Sie will anhand mehrerer Sensoren automatisiert herausfinden können, wie viele Kalorien man zu sich genommen hat. Man muss diese Werte also nicht mehr nachschlagen, abschätzen oder zusammenklicken. Man isst einfach, den Rest soll GoBe erfassen. Ebenso bemerkt dieser "Body Manager", wie stark man sich belastet und bewegt, und wann, wie und wie lange man schläft. Auch den Stresslevel soll er erfassen oder ob man ausreichend getrunken hat. Alle seine Daten funkt er an ein iPhone oder Android-Smartphone und eine App soll beim Ableiten der Erkenntnisse behilflich sein. Da GoBe wasserfest ist, soll man ihn auch beim Duschen oder Schwimmen umbehalten können.

Auf Indiegogo ist GoBe weit erfolgreicher, als die Macher erwartet haben. 100.000 US-Dollar hatten sie als Mindestziel angesetzt, aber das ist nach gut einer Woche bereits um das Fünffache überschritten. Tatsächlich werden inzwischen die Bestellmöglichkeiten knapp. Wer nur einen einzelnen GoBe vorab finanzieren möchte, wird schon bald Pech haben, denn die maximal 1.000 Exemplare sind hier bereits fast weg. Bleibt als nächstbestes Angebot dann nur die Möglichkeit, zu einem Doppel- oder Viererpack zu greifen.

Skepsis scheint angebracht

 

Alternativ wartet man lieber gleich ganz ab. Denn ich muss zugeben: Die Grundidee des GoBe finde ich ausgezeichnet. Ein nützliches und sinnvolles Fitnessgadget sollte so viele Informationen wie möglich korrekt erfassen, ohne dass ich überhaupt darüber nachdenken muss. Aber ich bin doch skeptisch, wie gut die angepriesene, alles automatisch erledigende Technik am Ende wirklich funktioniert. Automatisches Kalorienzählen? Dazu Stresslevel, Blutdruck und vieles mehr erfassen können? Mir erscheint das enorm ambitioniert.

Zudem ist es das erste Projekt der Macher und dementsprechend weiß man nie, ob und wann es wirklich umgesetzt wird. Damit man mich nicht falsch versteht: Ich möchte hier niemandem unlautere Motive oder ähnliches unterstellen. Ich persönlich bin nur zurückhaltend.

Wer interessiert ist: Aktuell soll man für einen GoBe umgerechnet rund 137 Euro via Indiegogo vorschießen. Steuern, Lieferung und andere Kosten sind hier ausdrücklich nicht enthalten. Für einen Zweierpack sind es gut 234 Euro. Bereits im Juni wollen die Macher die ersten Geräte ausliefern. Auf die Testberichte bin ich sehr gespannt.

Weitere Informationen findet ihr auf der Indiegogo-Projektseite sowie der offiziellen Website.

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