06.03.07

GPS-Radarwarner mit Laser-Detektor

Pogo Alert von Origin Technologies - in der Schweiz zweifellos illegal

 

Das Global Positioning System GPS wird ja eigentlich in der Regel für die Navigation von A nach B verwendet. Dabei lassen sich in die Geräte mit den interaktiven Routen allerdings nette Zusatzinformationen einbauen, die teils aktuell via Handy-Netz übermittelt werden - bei TomTom zum Beispiel Stau- und Baustellenmeldungen, und bei vielen Herstellern auch Radarfallen.

Origin Technologies vertreibt allerdings einige Geräte, die nicht den Weg zu etwas hin, sondern um etwas herum weisen - um eben diese Radarfallen, worauf beispielsweise dieser kleine Geselle namens Pogo Alert spezialisiert ist. Abgesehen von den mit Koordinaten gespeicherten radarfallen, deren Nähe via GPS ermittelt wird, weist das Winzgerät auch einen laser-Detektor auf, um noch die letzten Reste Verantwortungsbewusstsein nachhaltig zu zerstören.

Über den Zweck solcher Warner kann man wahrlich streiten, und wer dafür bereit ist rund 500 Dollar auf den Tisch zu legen, offenbart eine Raser-Haltung, die meiner Meinung nach eine Zwangs-Verkehrsschulung rechtfertigt.

Trotzdem kann ich über das absurde Gesetz, welches die Schweiz auf den 10. Januar in Kraft gesetzt hat, nur den Kopf schütteln: Radarwarngeräte waren bei den Eidgenossen ja schon immer illegal, und das finde ich richtig; dass der Pogo Alert in diese Kategorie fällt, scheint mir auch klar.

Dass jetzt aber neuerdings Routenplaner verboten sein sollen und sogar eingezogen und zerstört werden können, wenn sie Radarfallen oder Rotlichtkameras anzeigen können, das ist vollkommen absurd. Etwas deutlicher als der knappe Text auf der Webseite des ASTRA ist zwar diese Wegleitung, aber sie beantwortet einige Fragen noch immer nicht, wie beipielsweise die, ob Polizisten bei Verkehrskontrollen inskünftig das Recht haben, mein Treo Smartphone (mit all meinen Privaten Daten!) auf "illaegale Warn-POIs" zu überprüfen. Ich habe deshalb dem ASTRA ein enstprechende Anfrage zugestellt. Zumindest scheint die blosse Fähigkeit, Warn-Pois nachzuladen, noch kein Grund für die Illegalität eines geräts zu sein - und das ist gut so. (Die Antwort des Budnesamtes für Strassen werde ich umgehend nach Eingang hier publizieren).

Diese Fähigkeit hat nämlich via GoogleMaps für Mobiltelefone demnächst jedes Handy. Ganz zu schweigen von all den Routenplanern wie jenen von TomTom, die offenbar im zentralen Alpenraum nicht einmal mehr verkauft werden können - Mein Treo mit der TomTom-Software wird also bei meinem nächsten Heimatbesuch an der Grenze beschlagnahmt oder wie?

Das ist insofern völlig idiotisch, als Einheimische über jede Rotlicht-Fotofalle im Bilde sind und zugleich die Lokalradios fröhlich weiter Radarfallen melden (was laut dem zuständigen Bundesamt demnächst "überprüft" werden soll).

Ich werd mir sicher keinen Pogo Alert zulegen, aber ich kann nur hoffen, dass mein Palm Treo bis zum nächsten Heimaturlaub wieder legal ist. Oder aber, dass der Grundgedanke hinter dem Gesetz konsequent umgesetzt wird: Demnach sind Radioempfänger und Mobiltelefone inskünftig in Fahrzeugen illegal, können eingezogen und zerstört werden.

Schlagworte zu diesem Artikel

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!