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19.10.08

GPS-Konkurrenz Glonass: Auf den Hund gekommen

Das Russische GPS-Pendant Glonass soll mit staatlichen Mitteln endlich einsatzbereit gemacht werden. Putins Hund jedenfalls lässt sich bereits orten.

Was tut der Zar, wenn sein Hund immer wieder davonläuft? Er erschiesst ihn lässt das staatliche Satelliten-Navigationssystem GLONASS aus der Sowjetzeit endlich auf einen funktionalen Stand ausbauen. Bisher ist es zwar theoretisch fertig und es sind alle nötigen Satelliten in der Umlaufbahn - aber eben nur theoretisch, denn im Minimalausbau lässt sich das Netz nicht vernünftig und vor allem nicht global nutzen.

Diese Woche hatte Premier Vladimir Putin offenbar Gelegenheit, die teilweise funktionierende Ausrüstung an seinem Labrador Koni zu testen:

In Putins Prachtdomizil Novo-Ogaryovo ausserhalb Moskaus demonstrierten ihm die involvierten Wissenschafter und Unternehmer das System, welches in weiten Teilen mit dem GPS der Amerikaner identisch ist. Koni schiens nicht zu stören, dass er Testobjekt war.

Allerdings ist Glonass (Globales Navigations-Satelliten-System), das bereits im Jahr 1972 gestartet wurde, bis heute nicht voll einsatzfähig. Es fehlen noch einige der Erdtrabanten, um jederzeit vier Satelliten in "Sichtweite" zu haben, die trotz der theoretisch lediglich nötigen drei gebraucht werden, um eine genaue Positionsbestimmung vorzunehmen.

Dafür hat Putin erst im September einen Staatskredit von 1.8 Milliarden Euro bereit stellen lassen. Bis im Jahr 2012 soll dann auch das russische System voll funktionsfähig sein.

Leider ist der Wettbewerb der Systeme rein militärischer und prestige-Natur - für die Konsumenten wird dadurch nichts billiger. GPS kann seit eh und je kostenlos genutzt werden. Nur weiss man eben nie, wann die Amerikaner die Genauigkeit aus strategischen Gründen von drei Metern auf einen Kilometer umstellen.

Glonass in der Wikipedia

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