05.06.14

Google Selfdriving Car Prototyp: Knuddellook gegen schlechte Presse

Google Self-Driving Car Project

Kürzlich stellte Google den Prototypen eines Autos vor, das nicht nur wie seine Vorgänger ohne Fahrer auskommt, sondern auch komplett auf Eingriffsmöglichkeiten seitens des Fahrers verzichtet. Ein Lenkrad fehlt dem Auto. Der Fahrer ist nur noch Mitfahrer. Das Design des Prototypen wurde aber mit Bedacht gewählt: Es ist nicht nur praktisch, sondern vermittelt auch unterschwellig eine Botschaft.

 

Ein Projekt wie das Selfdriving Car weckt in der Öffentlichkeit gemischte Gefühle. Die Idee, dass der Mensch nicht nur von Maschinen und Computern unterstützt, sondern sogar abgelöst wird, ist gleichermaßen die große Angst vieler Menschen und das große Ziel der technischen Entwicklung. Vor allem einfache Arbeiten werden heute bereits durch Maschinen schneller und kostengünstiger erledigt. Dass die Entwicklung aber schon so weit ist, einen Menschen mit einer fachlichen Qualifikation - in diesem Fall einem Führerschein – zu ersetzen und dabei sogar noch besser als der Mensch zu sein, lässt nur erahnen, was uns wirklich erwartet. Während sich bislang vornehmlich Science-Fiction-Geschichten mit diesem Thema beschäftigten, präsentiert uns Google ein reales Projekt, das von einer Fertigstellung nicht mehr weit entfernt scheint.

Anhaltende Kritik setzt Google unter Druck

Da Google in der internationalen Presse immer wieder in der Kritik steht, wird jede Pressemitteilung der Firma sehr genau beäugt. Die negativen Stimmen zum neuen lenkradlosen Prototypen des Google-Autos waren allerdings leiser als sonst. Der Look des Autos hat sicherlich dazu beigetragen. Das kleine Fahrzeug wurde diesmal nicht durch eine externe Firma hergestellt, sondern stammt von Google selbst. Das Design sei vor allem funktionell ausgerichtet und soll tote Winkel auf ein Minimum reduzieren, hieß es.

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Dass der Prototyp aber aussah, wie aus einer Kinderserie entsprungen, ist sicher kein Zufall. Etwas, das nach außen den Anschein absoluter Niedlichkeit und Harmlosigkeit ausstrahlt, kann schwer als Bedrohung empfunden werden. Als Bedrohung, die vielleicht mit einer Automatisierung den Menschen ablösen und ersetzen kann.

Das grinsende Auto

 

Wie das Selfdriving Car aussehen wird, wenn es irgendwann einmal fertig und vor allem im Straßenverkehr zugelassen wird, wissen wir natürlich nicht. Ein Prototyp ist erst einmal ein unverbindliches Design, das vor allem praktisch ausgerichtet ist. Dennoch konnte Google mit dem „niedlichen Knuddelauto“ schlechte Presse vorerst abwenden.

Dadurch, dass der Fahrer nun nicht mehr in den Verkehr eingreifen muss, bieten sich zur Gestaltung der Wagen ganz neue Möglichkeiten. Vielleicht werden selbstfahrende Autos in Zukunft nur noch autonome Fahrkapseln sein, in denen wir nicht mehr sitzen und warten, dass wir am Ziel ankommen, sondern in denen wir unsere Zeit produktiv verbringen oder vielleicht sogar schlafen und entspannend können. Von vielen Kollegen höre ich, dass sie zu Veranstaltungen lieber mit dem Zug fahren, weil sie dann unterwegs arbeiten könnten. Vielleicht schaffen selbstfahrende Autos diesen Vorteil der Züge auszugleichen.

Doch davon sind wir noch weit entfernt. Es werden noch viele Jahre ins Land ziehen, bis selbstfahrende Autos im Privatbesitz über unsere Straßen rollen.

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