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08.12.10

Google Cr-48: Notebook mit Jailbreak-Schalter

Google Cr-48

Hard- und Software aus einer Hand mit dem Cr-48 Notebook und Google Chrome OS.

Die gestrige Google Chrome-Vorstellung zeigte neue Einblicke in Googles zweites Betriebssystem, das hauptsächlich Cloud-basiert funktioniert. Die Begeisterung der Anwesenden hielt sich in Grenzen, außer der häufig vorkommenden Phrase «excited» - «Ich bin so aufgeregt Euch vorstellen zu dürfen» war keine nennenswerte sprachliche Abwechslung zu verzeichnen, da variiert Steve um einiges mehr. Auch die Cloud-Features von Chrome OS sind vielen Nutzer nicht neu, doch durch die riesigen Rechenzentren steht hier ein gesichertes und immer erreichbares Netz dahinter. Das alles soll in nächster Zeit für ausgewählte Personen in einem Beta-Test zugänglich sein, über das Google-eigene Chrome Notebook Cr-48.

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Das war eine kleine Sensation in all dem Wortbrei, als ein schwarzes, flaches 12 Zoll Chrome OS-Notebook mit unbekannter Hardware vorgestellt wurde, der schmucklose Name Cr-48 passt zum schlichten Äußeren. Dabei muss sich der zukünftige Konkurrent nicht vor anderen Geräten verstecken: Eine full-sized Tastatur mit «oversized clickable Touchpad« soll bequemes Arbeiten erlauben und über ein weltweit einsetzbares 3G- und nWLAN-Funkmodul sollen die Daten stets aus der Cloud lieferbar sein, in den USA gibt es von Verizon 100MB 3G-Zugang monatlich für zwei Jahre gratis dazu. Die Akkulaufzeit wird mit ca. acht Stunden auf Netbook-Niveau liegen und acht Tage Standby ermöglichen. Eine Webcam mit Mikrofon ist im Rahmen eingebaut.

Um zu beweisen, dass Google mitdenkt, wurde auf die leidige Caps-Lock Taste verzichtet, FN-Tasten gibt es ebenso wenig. Angeblich wüßten die meisten User ohnehin nicht, was sie damit anfangen sollten. Die Rowdies und Außendienstmitarbeiter wird freuen, dass eine SSD mit «ausreichend Gigabyte» verbaut ist und Stürze kein Probleme für das Cr-48 Notebook darstellen. Jail-Breaking ist in aller Munde, jeder will die Funktionen seines Gerätes erweitern, «rooted» es und verschafft sich mit Software aus nicht immer nachvollziehbaren Quellen Zugang zu den Service- und Administratoreinstellungen. Im Cr-48 legt man dafür einfach einen Schalter um. Daraufhin soll man vollen Zugriff auf das System erhalten.

Google geht deshalb so arglos mit dieser Einstellung um, weil Chrome OS auf ein «Verified Boot» vertraut. Bei jedem Start werden die Systemdateien überprüft, bei verdächtigen Funden spielt Chrome OS ein sauberes Backup der letzten Session ein. Das gesamte System ist von Grund auf verschlüsselt und das Cr-48 soll bei Verlust ohne richtiges Passwort keine Daten herausrücken. Im Gegensatz zu ThinClients, die nur als «Tor zur Cloud» dienen, speichert Chrome OS sämtliche Daten offline um einen flüssigen Wechsel zu gewährleisten.

Bei einer Powerpoint-Präsentation klingt alles toll, User-Tests werden die Funktion und Einfachheit bestätigen müssen. Für Google vorteilhaft ist die Verknüpfung von Hard- und Software, wie bei Apple kommt hier alles aus einer Hand und kann so optimal aufeinander abgestimmt werden. Und wo wir gerade dabei sind: Erkennt hier jemand die verblüffende Ähnlichkeit?

Weitere Information gibt es bei Googles Webseite zum Cr-48.

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