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22.09.08

GM Volt: Der Ami-Elektroschlitten

Der elektrische Chevrolet Volt soll ab 2010 erhältlich sein. (Bild Keystone)

General Motors will mit dem "Volt" zurück in den Elektro-Markt. Das Konzept unterscheidet sich von einem Hybrid: Der Verbrennungsmotor wird ausschliesslich als Generator eingesetzt.

Der amerikanische Automobilhersteller General Motors hatte mal die Nase ganz vorn: Ab 1996 produzierte GM den EV-1, ein Elektroauto, das 120 km/h schnell war und eine Reichweite von 170 Kilometern hatte. Die Testkäufer waren von den Alltagsfähigkeiten des Autos begeistert.

Kurz darauf setzte Kalifornien sein Gesetz ausser Kraft, welches bis zum Jahr 2003 einen Anteil von 10 Prozent abgasfreier Fahrzeuge angestrebt und damit die Autohersteller unter Druck gesetzt hatte. GM zog alle EV1 wieder ein und verschrottete sie. Jetzt nimmt GM angeblich einen neuen Anlauf:

 

Denn etwas mehr als zehn Jahre später liegt die amerikanische Autoindustrie mit ihren Benzinsäufern und Offroad-Panzern anscheinend endgültig am Boden: Binnen eines Jahres sich verdoppelnde Benzinpreise liessen die Käufer auf Kleinwagen und Hybridfahrzeuge aus Japan umsteigen.

Nun will GM angeblich wieder in den Elektromarkt einsteigen. In zwei Jahren soll der Volt serienreif sein.

Der Benzinmotor ist noch nicht völlig daraus verschwunden. Aber anders als bei den aktuellen Hybridautos wird er beim Volt nicht für den Antrieb der Räder im Bedarfsfall, sondern ausschliesslich als Generator zur Stromproduktion eingesetzt. das hat ein paar Vorteile: Der Effizienzgrad steigt, die Batterien können während der fahrt aufgeladen werden, der Verbrennungsmotor kann auf verschiedene Treibstoffe und auf ideale Verbrennung optimiert und jederzeit durch eine Brennstoffzelle oder eine andere Stromquelle ersetzt werden.

Nach den ersten Prototypen hat GM jetzt ein Vorserienmodell vorgestellt. In den Handel kommen soll der Volt in zwei Jahren.

Tatsächlich mag erstaunen, dass GM nochmals zwei Jahre lang forschen muss, um das Antriebssystem zu perfektionieren - denn dass Batteriefahrzeuge alltagstauglich sind, ist seit mehr als zehn Jahren bewiesen. "Das Elektroauto ist kein Auto für jedermann - es deckt nur die Bedürfnisse von 90 Prozent von uns", sagt ein GM-Kritiker.

Kritiker reklamieren, der Volt sei sei nur ein weiteres Ablenkungsmanöver und eine PR-Kampagne der mit der Ölindustrie verbandelten Autohersteller, die "uns seit fünfzehn Jahren sagen, die Brennstoffzellentechnologie sei in fünfzehn Jahren serientauglich".

Chevrolet Volt

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