12.11.13

iPhone 6 und Co.: Gerüchte und Leaks nehmen mir den Spaß an der Technik

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Etwas bereitet mir Bauchschmerzen und ich weiß, dass ich selbst daran die Schuld trage, weil ich auch mitgemacht habe: Berichterstattung rund um Gerüchte und Leaks. Sie nehmen mir den Spaß an neuer Technik.

Keynotes bergen keine Überraschungen mehr

Bei manchen Geräten weiß man schon vor dem Schreiben, dass es viele Leser interessieren wird. Als Blogger freut man sich dann, wenn es zu diesen Geräten Neuigkeiten gibt, über die man dann berichten kann. Seit einiger Zeit ist es aber so, dass über diese Geräte auch dann berichtet wird, wenn es keine Neuigkeiten gibt oder wenn es Kleinigkeiten sind, die eigentlich keinen Artikel wert wären, weil es sich um Banalitäten handelt.

Ich habe nun tatsächlich meinen ersten iPhone-6-Gerüchteartikel gelesen und es fühlte sich an, als hätte man mir mitten im Hochsommer "Last Christmas" von Wham um die Ohren geschmettert. Der entspannteste Zeitraum in Anbetracht der Berichterstattung zu technischen Geräten ist eigentlich die eine Woche zwischen der Veröffentlichung des aktuellen Modells und den ersten Gerüchten zum Nachfolgemodell.

Ich möchte Artikel zu Leaks und Gerüchten nicht grundsätzlich schlechtreden. Mich stört nur das Verhältnis der Artikel zu richtigen Neuigkeiten. Mich stört auch, dass oftmals nicht wirklich kenntlich gemacht wird, dass es sich um Gerüchte handelt und im schlechtesten Fall nichts davon zutrifft. Das führt dann zu sehr grotesken Situationen.

Keiner weiß mehr, was wahr und was Gerücht ist

Da stellt eine Firma - nennen wie sie "Firma A" - ein Produkt vor, zu dem es bereits seit einiger Zeit auch Gerüchte von Firma B gibt. Firma B hat sich nie öffentlich zu den Gerüchten geäußert und nie Anlass dazu gegeben, dass man glauben könnte, dieses Produkt würde tatsächlich entwickelt werden. Nun muss Firma A negative Presse ertragen, sie hätten die Idee von Firma B geklaut. Eine Idee zu einem Produkt, dass es nie gab.

Diskussionen im Internet zeigen mir immer wieder, dass die Grenzen zwischen "wahr" und "Gerücht" nicht nur verschwimmen, sondern anscheinend auch sehr individuell ausgelegt werden. Wo man eigentlich informieren möchte, werden falsche Informationen verbreitet und während sich eine Firma nicht einmal offiziell zu einem Produkt geäußert hat, existieren im Netz bereits fünf verschiedene imaginäre Modelle zu einem Produkt. Auf YouTube finden sich erste Reviews und Hands-On-Videos und Leser treffen anhand dessen ihre Kaufentscheidungen.

Enttäuschte Erwartungen, keine Überraschungsmomente - Es soll einfach aufhören

Kurz vor der Vorstellung eines Produkts herrscht bereits eine solche Informationsdichte zu dem Produkt, dass ich überhaupt gar keinen Zugang mehr dazu finde. Ich bin so genervt von der Berichterstattung, dass ich die offizielle Keynote nur noch deswegen herbeisehne, damit diese Informationsflut aufhört.

Doch wie handhabe ich dieses Problem nun? Gerüchte- und Leakartikel sind beliebt und erfolgreich und vielleicht ist es auch nur mein ganz persönliches Problem, dass es mich übersättigt. Seit es den Google Reader nicht mehr gibt, folge ich keinen Technikblogs mehr über RSS. Das, was mir über meine Social Networks reingespült wird, lese ich ab und zu, ich entfolge Profilen, die vermehrt auf Gerüchte setzen. Wenn ich etwas über ein Produkt finden möchte, benutze ich die Google News Suche oder frage direkt bei der Firma an.

Gerüchte-Filter an

Ich möchte mich von Keynotes wieder überraschen lassen. Ich will nicht mehr mit völlig falschen oder überzogenen Erwartungen an neue Produkte gehen und ich möchte wieder Spaß an Entwicklungen haben. Ich möchte aber auch meine eigenen Artikel nicht mehr von Gerüchten beeinflussen lassen. Das klappt bei mir am Besten dann, wenn ich mich von ihnen fernhalte.

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