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01.02.09

Genius Slimstar 330 im Test: Feinfühlig und zickig

Hochglanz-Klavierlack: Nimm Deine Bratzn von meiner Genius! (Bild: W.D.Roth)

Die Tastatur Genius Slimstar 330 soll nicht hart hergenommen, sondern sanft gestreichelt werden, so der Hersteller. Schont das die geplagte Bloggerpfote?

"Sex sells!" dachte sich wohl Genius, als sie diesen Text zur Slimstar 330 verfaßten:

 

Auch Peripheriegeräte brauchen Liebe: Die SlimStar 330 will gestreichelt werden. Die mit roten LED-Leuchten hinterlegten 15 Sondertasten reagieren auf Berührungen [...]. Ebenfalls per Handauflegen werden Flip3D oder Screenlook aktiviert.

Hm, Handauflegen? Voodoo, alles nur Oooomm - oder doch eine Entlastung für Vieltipper?

Streicheln scheint bei Genius jedenfalls angesagt zu sein - bei den Mäusen hat dies ja auch ganz gut funktioniert.

Die Genius Slimstar 330 ist zunächst einmal eine ganz normale Tastatur. allerdings mit USB-Anschluss. Bei älteren Rechnern kann dies Probleme machen, da sie beim Booten noch keine Eingaben via USB annehmen können. Die aktuellen Windows-XP-und -Vista-Maschinen sollten allerdings damit klarkommen.


Im Praxistest versagte die SlimStar 330 jedoch an Vista: Beim schnellen Tippen wiederholte sie plötzlich mehrfach benutzte Buchstaben und so wurde aus dem Tippen ganz schnell wie von Geisterhand ein Tipppppppen.

Ob dies ein Treiberfehler ist, eine Inkompatibilität mit irgendeinem installierten Programm oder einfach nur die Zickigkeit einer streichelbedürftigen Hardwareinheit, ließ sich auf die Schnelle nicht herausfinden.

Muß man nun also seine Tastatur abends mit ins Bett nehmen, damit sie am nächsten Tag überhaupt noch Eingaben annimmt? Nein, das gäbe blaue Flecken - bleiben wir doch lieber bei Kissen.

Langsameres Tippen war auch keine Option - der Testbereicht musste doch fertig werden! An einem Windows-XP-Rechner war der Spuk jedoch vorbei. Ob nun der Schreiber oder der PC zu schnell für die Tastatur waren, blieb im Verborgenen.

Die groß beworbenen 15 rot leuchtenden Zusatztasten, die per sanfter Streichel-Berührung ausgelöst werden, sind nur für Microsoft Vista definiert und dabei ebenso überflüssig wie die Zusatztasten einer Logitech- oder Microsoft-"Multimedia"-Tastatur. Wie bei einem Mac können am integrierten USB-Hub weitere Peripheriegeräte wie Webcam, Maus, USB-Stick oder WLAN-Stick angestöpselt werden.

Die Tasten selbst sind tatsächlich sehr leichtgängig, kurzhubig und dennoch exakt - durchaus angenehm für notebookgewohnte Vielschreiber. Cherry hat dies jedoch noch konsequenter umgesetzt mit Tastaturen wie der G230.

Etwas mehr "echte" Ergonomie, beispielsweise ein weniger schickes, doch sinnvolleres Design mit weißen, schwarz beschrifteten Tasten oder gar etwas den Microsoft Natural Keyboards Entsprechendes wäre vielleicht sinnvoller gewesen als der bei der Wiederholung dann doch etwas abgenutzte "Streichel"-Gag, der sich gar nicht auf die regulären Tasten bezieht.

Wer seine Tastatur üblicherweise nicht streichelt, sondern eher in umgeworfenen Kaffee ersäuft, kann den Verschleiß mit den Genius-Modellen Slimstar 220 und 320 reduzieren: Die sind wasserdicht.

Die "sanfte Schwarze" gibt es für 40 Euro empfohlenen Verkaufspreis.

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