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01.07.14

Smart Bottle: Brasilianische Nationalmannschaft trinkt aus schlauen Flaschen

Der brasilianische Kicker David Luiz mit einer smarten Trinkflasche. Bilder: Gatorade

Brasilien hat es trotz kaum berauschender Leistungen ins Viertelfinale der laufenden Fußball-WM geschafft.

Vielleicht auch mit der Hilfe einer smarten Trinkflasche?

 

Der Getränkesponsor der Selecao zumindest sieht das Team dadurch kompetent unterstützt.

Während einer Fußball-WM schwelgen die Fans auch in Erinnerungen früherer Legenden und Geschichten. Und eine davon soll sich beim Achtelfinalspiel 1990 zwischen Brasilien und Argentinien zugetragen haben: Argentiniens Masseur Miguel Di Lorenzo reichte dem brasilianischen Mittelfeldspieler Branco eine Flasche mit den Worten „Trink“. Der arglose Branco trank und war danach wie benebelt, sah nach späterer Aussage „das Stadiondach davonfliegen“. Argentiniens damaliger technischer Direktor Carlos Bilardo soll die Flasche losgeschickt haben und wollte in einem späteren Interview nicht bestreiten, dass dem Inhalt ein Beruhigungsmittel beigemischt war. Argentinien gewann trotz Überlegenheit der Brasilianer damals mit 1:0.

Aus dieser leidvollen Erfahrung hat die Selecao offenbar gelernt und setzt heute bei der WM im eigenen Land natürlich nur noch eigene Trinkflaschen ein. Und mehr noch: Laut dem offiziellen Getränkesponsor der Brasilianer handelt es sich dabei um Smart Bottles, die genau messen, wie viel Flüssigkeit und wie viele Mineralstoffe ein Spieler bei Training oder Spiel aufnimmt.

Eigentlich simpel: Am Ausgussventil der Plastikflasche ist ein Sensor untergebracht, der die Flüssigkeitsentnahme misst und via Bluetooth 4.0 an eine Tablet-App des Trainerstabs schickt. Die kann dort überprüfen, welcher Spieler wie viel getrunken hat. Fällt ein Spieler etwa durch Unkonzentriertheit auf, dann könnte es mal wieder Zeit für einen Schluck aus der Flasche sein. Getränkehersteller Gatorade zeigt im Video, welche Vorteile das bringen soll. Und auch einige Funktionäre und Spieler der brasilianischen Nationalmannschaft kommen darin zu Wort:

Inwiefern es der Wahrheit entspricht und wieviel davon Werbung ist, wenn Mittelfeldspieler Paulinho davon spricht, dass er früher angeblich nur zwei Tropfen pro Spiel zu sich genommen habe und nun endlich genug trinkt, sei eurer Fantasie überlassen. Ähnlich gilt das, wenn Torhüter Julio Cesar darin versichert, dass dieses Gatorade-Projekt ihm erst die Augen darüber geöffnet habe, wie wichtig bei Spielen die Flüssigkeitsaufnahme sei. Gatorade hat die Spieler laut dem Video zuvor vermessen, angeblich genau herausgefunden, welche Mineralien jeder Spieler verliert und für jeden Einzelakteur eine personalisierte Zusammensetzung erarbeitet. Die wird wie eine Kartusche von unten in die Trinkflasche eingeschraubt, das Konzentrat dann mit Wasser verdünnt.

Ist so ein System notwendig? Von einem Profisportler im Jahr 2014 könnte man eigentlich erwarten, dass er um die Bedeutung von Flüssigkeitszufuhr weiß. Smarte, App-gesteuerte Trinkflaschen wirken da ein wenig wie über das Ziel hinausgeschossen. Aber sicherlich ist das immer noch besser, als sich vom Gegner außer Gefecht setzen zu lassen und den wohl verdienten Einzug in die nächste Runde zu verpassen.

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