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06.04.09

Franzis Lernpaket Laser-Experimente im Test: Laser-Abhöranlage selbst gebaut

Franzis Lernpaket Laser-Experimente (Bild: W.D.Roth)

Die modernere Version des Elektronikbaukastens bietet Franzis inzwischen mit den "Lernpaketen" an. Wir haben uns die "Laser-Experimente" vorgeknöpft.

Zumindest bei mir kam das erste Interesse an der Elektronik mit einem Elektronikbaukasten. Allerdings keinem eigenen, sondern einem eines Freundes. Damit baute ich eine Lichtschranke zusammen, montierte die auf einem Stuhl - beim Hinsetzen fiepte es.

Die Begeisterung bei den Gastgebern hielt sich in Grenzen: Die Schaltung wurde sofort zerrupft und der Baukasten landete wieder ganz hinten im Schrank.

Jetzt kann man auch Laser-Lichtschranken bauen - oder gar mit dem Laserstrahl das Fenster des Nachbarn anpeilen, um den abzuhören:

Das Franzis-Lernpaket "Laser-Experimente" enthält einen für den Preis von knapp 40 Euro reichhaltigen Bauteilefundus: Unter anderem den Kopf eines Laserpointers, zwei Experimentierplatinen, auf denen man auch andere Schaltungen zusammenstecken kann, LED, Transistoren, ein Thyristor, Operationsverstärker 741, Widerstände, Dioden, Kondensatoren, Fotowiderstand, Lautsprecher, weiße Ohrhörer im iPod-Stil und ein Electret-Mikrofon.

Daraus kann man Hundere von Schaltungen zusammenbauen. Es geht allerdings speziell um Lasertechnik.

Etwas ulkig die Kombination aus Laser und vergleichweise riesigem Fotowiderstand - auf kurze Entfernung dürfte dies gar nicht funktionieren, da der Laser nur einen kleinen Teil des Fotowiderstands erreichen kann.

Merkwürdiger noch, wie der Autor auf geschlagenen zehn Seiten beschreibt, wie er ein dem Lernpaket gar nicht beiliegendes Lasermodul zersägt und mit der Rohrzange verkratzt hat - sowie, was man mit diesem zersägten Lasermodul zusammen mit ebenfalls nicht beiliegenden Bauteilen so alles anstellen kann. Hier wäre es sinnvoller gewesen, sich auf die tatsächlich beiliegenden Teile zu konzentrieren.

Derartige Exkurse wiederholen sich später, unter anderem mit für Nicht-Bastler eher schwer beschaffbaren Audio-Transformatoren, und dürften den Käufer frustrieren, wo doch mit den wirklich beiliegenden Teilen genug Experimente möglich wären.

Der Höhepunkt ist schließlich das Abhören von Gesprächen mit einem auf die Fensterscheibe gerichteten Laserstrahl. Doch dies wird simuliert - mit einem (nicht beiliegenden) Spiegel auf dem Lautsprecher. Die Empfindlichkeit der Schaltung dürfte zum echten Abhören nicht ausreichen - und außerdem ist das natürlich verboten. Doch wurde der Autor Günter Wahl mit unzähligen Büchern über Abhörschaltungen ("Mini-Spione" I bis XI) bekannt und dachte wohl so, den Umsatz ankurbeln zu können.

Zum Abschluß wird es esoterisch: Psychokinese mit viel Ooohmmmm statt Ohm und der Beeinflussung von Elektronik durch Gedanken.

Dies legt nahe, daß es sich eher um Spielsachen für Erwachsene als für Kinder handelt. Für die ist ein Laser ohnehin nicht wirklich sinnvoll - das kann wortwörtlich ins Auge gehen.

Franzis Lernpaket Laser-Experimente

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