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07.07.14

Genial: Trinkflasche Fontus füllt sich beim Fahren selbst wieder auf

Fontus: Trinkflasche füllt sich selbst. Alle Bilder: Kristof Retezár

Stellt euch vor, ihr unternehmt eine Radtour und egal wie viel ihr trinkt, eure Trinkflasche wird niemals leer. Möglich werden soll dies durch Kondenswasser und ein geniales Projekt des österreichischen Industriedesigners Kristof Retezár.

 

Ein Kubikmeter Luft kann bei einer Temperatur von 20 Grad bis zu 17,3 g Wasserdampf enthalten. Bei einer 50-prozentigen Luftfeuchtigkeit, wie in unseren Breiten häufig, sind es immerhin noch 8,7 g. Die Feuchtigkeit schlägt sich in Form von Kondenswasser etwa an kalten Flaschen nieder. Ihr werdet das an besonders warmen Tagen schon einmal an eurer eiskalten Bier- oder Colaflasche bemerkt haben.

Mit diesem Prinzip lässt sich allerdings auch arbeiten. Trockene Länder wie Israel fangen den Morgentau auf, der sich bildet, wenn die Luftfeuchtigkeit sich am kalten Boden niederschlägt, um daraus Trinkwasser zu gewinnen. Und der Designstudent Kristof Retezár von der Fachhochschule Wien will nun die Kondensation nutzen, um beim Radfahren Trinkwasser zu gewinnen und eine Trinkflasche binnen einer Stunde mit bis zu 0,5 l wieder zu befüllen.

 

Mit dieser Idee startet Retezár aktuell beim diesjährigen James Dyson Award, dem Innovationspreis des bekannten Staubsaugerherstellers. Fontus arbeitet mit einem Peltier-Element, das beim Fluss elektrischen Stroms eine kalte und eine warme Seite erzeugt. Auf der kalten Seite schlägt sich Luftfeuchtigkeit nieder. Fontus sammelt dieses Wasser und leitet es in die Trinkflasche.

Funktioniert besser bei feuchtwarmem Klima

Der Fahrtwind unterstützt einerseits die Kühlung und liefert andererseits natürlich die Luftfeuchtigkeit. Damit die Luft ihre Feuchtigkeit abgeben kann, wird sie im Peltier-Element von kleinen Barrieren aufgehalten, also praktisch gesammelt. Der notwendige Strom wird bei guter Sonneneinstrahlung über Solarzellen erzeugt, bei schlechterem Wetter über einen Akku. Als Trinkflasche sei jede 0,5-l-PET-Flasche geeignet, versichert Retezár in der Projektbeschreibung.

Fontus soll übrigens auch ohne ein Fahrrad funktionieren. Die Apparatur bei starkem Sonnenlicht und ausreichend feuchter Luft betrieben, kann auch so Wasser „ernten“. Dank des Fahrtwinds allerdings dürfte die Fahrradvariante ergiebiger sein. Natürlich funktioniert das ganze Prinzip in feuchtwarmem Klima besser als im kühlgemäßigten. Und vielleicht ist die gewonnene Menge bei anstrengenden Touren nicht ausreichend. Doch ein halber Liter Wasser quasi aus dem „Nichts“ produziert - das ist schon eine ziemlich geniale Idee. Wir drücken Retezár die Daumen, dass aus Fontus ein fertiges Produkt wird.

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