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08.11.10

Folix Antireflexfolie im Test: Matt wird der Spiegel

Folix Antireflexfolie

Die Folix Antireflex-Folie verwandelt ein spiegelglattes TFT in einen outdoortauglichen matten Schirm.

 

Das Ärgernis bei den heutigen Displays ist groß: Sie spiegeln. Jedenfalls viele von ihnen. Dabei sollen der Laptop oder das Netbook ihre lange Akkulaufzeit vor allem bei wechselnden Umgebungsverhältnissen ausspielen. Doch lichtdurchflutete Räume meidet man mit einem solchen Gerät wie der Vampir den Knoblauch: Ständig sieht man auf der Excel-Tabelle sein eigenes Gesicht oder die Kollegen vorbeilaufen.

Und das ist kein Pferdefuß billiger Hardware: Teure Apple-Produkte sind gleichermaßen betroffen wie zum Beispiel Geräte von HP. Unlängst berichteten wir von einer professionellen Enspiegelung durch TDComponents. Sein Gerät wegzugeben und auch noch mehr als 60 Euro zu zahlen ist jedoch nicht jedermanns Sache. Billiger wird es mit einer Entspiegelungsfolie wie der von Folix. Seit nahezu sechs Monaten klebt eine Folix Antireflex-Folie auf meinem Netbook-Display, welches vorher glatt und spiegelnd war. Bei der Produktbeschreibung war ich etwas skeptisch, denn vollmundig verspricht der Hersteller eine blendfreie und matte Oberfläche, antistatisch soll sie zudem auch noch sein und blasenfrei aufgebracht werden können.

Wer jemals eine Schutzfolie aufgebracht hat weiß, wie schwierig sich so etwas gestaltet: Da hat man die Folie nicht exakt parallel angelegt oder ausgerechnet in der Mitte eine Blase vergessen. Schon muss sie neu angesetzt werden; dann noch der Kampf mit dem Staub - es ist eine Qual. Im Falle von Folix ist die leichte Eigensteifigkeit der Folie allerdings von Vorteil. Sie erleichtert die Montage ungemein, und eine dünne Silikonunterschicht soll helfen, kleine Kratzer bzw. Luftbläschen nach spätestens 72 Stunden selbständig auszugleichen.

Man muss sehr genau arbeiten, da die Folienmaße nur um wenige Millimeter kleiner sind als die des Displays. Ein Rakel (ec-Kartengroßes Plastikkärtchen) und ein Microfasertuch werden mit der Anti-Spiegelungsfolie mitgeliefert. So können Staub und Luftbläschen leicht entfernt werden. Doch trotz sorgfältiger Reinigung mit antistatischem Mittel und vorsichtigem und stückweisem Abziehen der Folie gelangten bei meinem TFT drei kleine Staubkörnchen unter die Folie. Wer also ein Reinraum-Labor zur Verfügung hat, verlegt die Montage mit Vorteil dort hin.

Kleinere Luftbläschen in der Mitte verschwanden tatsächlich mit der Zeit, doch die drei Fremdkörper am Rand sorgen für Lufteinschlüsse und unschöne Blasen. Glücklicherweise sind sie nur bei ausgeschaltetem Display sichtbar. Dadurch stellt eine 15-Zoll Folie eine echte Herausforderung für mäßig handwerklich Begabte dar. Mein Tipp: Bis 10 Zoll gelingt es fast immer.

Nach der Fummelei ist die Freude dann groß, denn die Wirkung der Folie ist enorm. Es ist fast kein Unterschied zu einem Original matten Display feststellbar, Staub wird nicht angezogen und die Spiegelungen sind so stark reduziert, dass selbst direktes Sonnenlicht förmlich abprallt. Es ist, als habe man ein neues Gerät, mit dem man sich endlich ins Licht zurück trauen darf.

Nebenbei soll die Folie auch einen mechanischen Schutz bis Härte 3H darstellen. Besser wäre es natürlich, wenn die Kollegen endlich aufhören würden, den Kugelschreiber als Zeigestock auf dem Display zu missbrauchen..

Bei Amazon gibt es die Folien für zirka fünf bis zehn Euro, zum Beispiel den Folix-Displayschutz fürs iPad.

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