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22.06.16

Software

Flipd: Wird man produktiver durch eine App, die das Smartphone sperrt?

Frank Müller

Viele Menschen greifen häufiger zum Smartphone als sie selbst es wollen. Allein die Tatsache, dass das Gerät immer in Griffweite liegt, scheint so verlockend, dass sie es nicht schaffen, es zu ignorieren. Die App Flipd soll gegen die Smartphone-Sucht der "Smombies" (Smartphone Zombies) helfen.


(Bild: Flipd)

Smartphoneabhängig? Flipd will helfen

Von Wagners „Ritt der Walküren“ untermalt, beschwert sich in einem Produktvideo eine junge Frau darüber, dass ihr Freund ihr keine Beachtung schenkt, weil er ständig auf sein Smartphone schaut. Bis sie mit Flipd die Lösung findet.


Wie dem Freund der jungen Frau soll Flipd auch anderen Menschen helfen, sich vom Bildschirm loszureißen und die Umwelt und die Menschen um sich herum wahrzunehmen. Denn Leben ist das, was passiert, wenn man sein Smartphone links liegen lässt.

Hat man Flipd auf seinem Smartphone installiert, kann man zwischen verschiedenen Stadien wählen.

Full Lock versteckt für eine vorgegebene Zeit Apps, die ablenken

In diesem Modus werden alle heruntergeladenen Apps plus Safari verborgen. Email, Telefon und Rechner lassen sich noch nutzen, aber die gefährlichen Social Media Apps bleiben außer Sicht.

Auch Flipd selbst wird ausgeblendet. Die Zeit des Full Lock wird aber im Kalender eingeblendet, so dass man weiß, wann man sein Smartphone wieder voll nutzen kann.

Endet die vorgegebene Zeit, erscheinen die Apps in alphabetischer Reihenfolge wieder auf dem Bildschirm - das macht Flipd für einige Nutzer unbrauchbar, die sich in den Rezensionen darüber beschweren, dass der Bildschirm nach der Nutzung erst wieder aufgeräumt werden muss.

Full Lock wird dadurch möglich, dass ein Mobile Device Management Profil heruntergeladen wird, wodurch Flipd die ablenkenden Apps aus- und wieder einblenden kann.

Casual Lock hilft, bei der Sache zu bleiben

In diesem Modus fordert man sich sozusagen selbst heraus, das Smartphone eine Weile nicht zu nutzen. Flipd misst die Zeit, die das Smartphone in diesem Modus verbleibt und die optimalerweise für produktive Tätigkeiten genutzt wird.

Der Effekt ist ähnlich dem der Pomodoro-Technik, bei der man arbeitet, so lange der Timer tickt und erst eine kurze Pause macht, wenn die eingestellte Zeitspanne endet.

Gruppen sorgen für gemeinschaftlichen Druck

Im Gruppen-Modus kann man gemeinsam mit anderen Nutzern auf der ganzen Welt sein Smartphone beseite legen. Wenn man einer Gruppe beitritt, erhält man gleichzeitig mit allen Mitgliedern eine Aufforderung, Flipd zu aktivieren.

Teurer Premium-Modus

Ein Histogramm der letzten 30 Tage erhält man nur, wenn man über In-App-Käufe den Premium-Modus aktiviert. Der ist nicht ganz billig: Ein Monat kostet 0,99 Euro, ein Jahr 6,99 Euro. Das Abo verlängert sich automatisch, wenn man es nicht spätestens 24 Stunden vor Ablauf kündigt. Nur als Abo-Kunde hat man also den langfristigen Überblick über die Produktivitätssteigerung durch Flipd. 

Flipd einschalten oder einfach abschalten?


(Bild: Flipd)

Natürlich könnte man sich auch überwinden und sein Smartphone einfach ausschalten. Auch dann erhöht sich schließlich die Hemmschwelle, mal eben schnell auf den Bildschirm zu schauen. Man müsste warten, bis das Smartphone wieder gestartet ist, PIN und Code eingeben. Das dauert und verhindert die spontane Smartphone-Nutzung.

Gleichzeitig würde man damit auch kostbaren Akku sparen. Allerdings punktet Flipd gegenüber dieser radikalen Lösung mit einem unbestreitbaren Vorteil: Nutzt man Flipd, bleibt man immerhin telefonisch erreichbar - für viele Menschen unverzichtbar.

Für iOS und Android erhältlich

Wer jetzt neugierig geworden ist und Flipd einmal ausprobieren möchte, findet weitere Informationen direkt auf der Website von Flipd. Die App lässt sich kostenlos für iOS und für Android-Geräte herunterladen. Bestimmte Features muss man allerdings über In-App-Käufe aktivieren, die zudem nicht einmalig erfolgen, sondern nur als Abo verfügbar sind.

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