25.11.13

Tracker für alles: Fitness-Gadgets sind der Überfluss des Jahres

Zu Wasser, zu Lande, im Bett oder am Arbeitsplatz. Fitness-Gadgets werden Massenware. Alle Bilder: Hersteller

Bitte einmal Hand hoch, wer in diesem Jahr noch kein Fitness-Gadget auf den Markt gebracht hat. Die Geräte kommen reichlich und mittlerweile haben wir eins für fast jede Sportart, für unsere Gesundheit oder jetzt sogar für unsere Sitzgewohnheiten. Was wir eher bräuchten, wäre eins für alles. Und das werden wir im nächsten Jahr mit Sicherheit bekommen.

 

Das Jahr ist noch nicht ganz vorbei, aber den Preis für die meist produzierte Gadgetform gewinnt in diesem Jahr zweifellos der Fitness-Tracker. Seien es Armbänder, seien es Smartphones, die dank neuer Sensoren und Apps zu solchen werden, seien es Mini-Sensoren, seien es Uhren: Wir haben Dutzende neue Fitness-Gadgets in diesem Jahr gesehen. Und ganz ehrlich: Langsam ist es genug.

Kunde über vier Fitness-Gadgets erreichte uns alleine am Mittwoch letzter Woche. Rise überwacht unser Sitzverhalten. Skulpt Aim misst unsere Muskelfitness. Und sogar die Deutsche Telekom ist jetzt mit einem intelligenten Fitness-Pflaster namens Metria mit dabei. Am gleichen Tag flatterte eine Pressemeldung des nicht mehr ganz so neuen Misfit Shine in unseren Briefkasten, der uns bisher durchgerutscht war. Was wird morgen kommen?

Dass wir uns nicht falsch verstehen: Das ist keine Kritik an den einzelnen Produkten, die jedes für sich genommen meist sehr gute Dienste leisten. Außerdem haben wir jetzt Tracker für fast jede noch so kleine Bewegung. Für den Laufsport sowieso. Dazu kommen der Zepp für Schlägersportarten und Push für unsere Bewegungen im Kraftraum. Der Misfit Shine kann auch zum Schwimmen, Fußballspielen oder Tanzen eingesetzt werden und nähert sich damit der fast kompletten Allzweckwaffe.

Intelligentes Pflaster für mehr Gesundheit

Trotz der Fülle an Geräten gibt es immer noch Fitness-Tools mit neuen Funktionen. Der Airo zum Beispiel will auch die Kalorienzufuhr und unseren Stresslevel messen, der Verkauf wird allerdings noch ein Jahr auf sich warten lassen. Und die Deutsche Telekom bietet Metria ab Dezember an. (Disclaimer: Die Telekom verletzt aktiv die Netzneutralität und setzt sich für ihre Abschaffung ein. Ich weise bei jeder notwendigen Berichterstattung über sie darauf hin und fordere sie auf, die Netzneutralität künftig zu wahren.)

 

Das Fitness-Pflaster soll vor allem der Gesundheit dienen. Nach dem Wunsch der Telekom behält man es dauerhaft um den Arm und kann damit sowohl duschen als auch Sport treiben. Und auch beim Schlaf behält man es umgeschnallt. Metria misst 20 Fitnesswerte wie Schritte, aber auch Puls, Kalorienverbrauch und Körpertemperatur und soll dem Träger bei einer genauen Analyse seiner Fitness helfen. Treibt er vielleicht gar zu viel Sport oder trainiert er zu exzessiv, was der Sache nicht dienlich wäre? Die Telekom will die Geräte nicht nur an Endkunden vertreiben, sondern auch die Gesundheitsbranche damit erreichen.

 

Regelmäßige Verwendung?

Die Frage, ob man Rise wirklich braucht, stellt sich eigentlich nicht. Man braucht gar keinen dieser Fitness-Tracker, aber sie können uns durchaus anspornen, mehr zu tun, sofern wir sie nicht als Moralapostel wahrnehmen. Dennoch: Ein Tracker, der aufpasst, dass wir nicht zu viel sitzen, wirkt eigentlich überflüssig angesichts von Schrittzählern in immer mehr Smartphones oder Fitbit-Gadgets. Skulpt Aim wiederum wird nach dem Kraftsport eingesetzt und misst die Muskelqualität. Dies könnte als Ergänzung für Push dienen, klingt aber laut Beschreibung so, als hätten nur Spitzensportler überhaupt eine Verwendung dafür.

 

Noch gibt es keinen Tracker, der sich für alle Sportarten eignet. Lange wird das aber nicht mehr dauern, zumal die populärsten Geräte von Fitbit, Nike und Jawbone schon ein wenig ins Hintertreffen zu geraten scheinen, was die Hersteller nicht auf sich sitzen lassen werden. Es könnte sich also noch lohnen, ein wenig auf die eierlegende Wollmilchsau zu warten. Denn die wird im kommenden Jahr ziemlich sicher kommen. Wer die kaufen soll? Wer wirklich etwas fitter werden will und sich sicher ist, dass er sie regelmäßig einsetzt. Denn bei manchem Tracker ahnt man schon jetzt, dass er ziemlich schnell in der Schublade verschwinden wird.

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