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07.01.13

Withings, Fitbit und Co.: Können Fitness-Gadgets uns zu mehr Bewegung anspornen?

Withings war bislang durch seine Wi-Fi-Waage bekannt und mischt jetzt ebenfalls im Bereich der Fitness-Gadgets mit.

Nach Fitbit, dem Nike Fuelband und dem Jawbone Up bringt nun auch Withings einen Fitness-Tracker und eine intelligente Waage heraus. Fitness-Gadgets haben Hochkonjunktur. Können sie uns wirklich von Couchpotatoes zu eifrigen Sportlern erziehen? Ja, sie können.

Die Ähnlichkeit ist frappierend: Withings hat ein neues Ensemble von Fitness-Gadgets inklusive eigener Smartphone-App vorgestellt. Ein kleiner Clip, den man sich den Gürtel oder in die Hosentasche stecken kann, misst die Zahl der gegangenen Schritte. Der Smart Activity Tracker gibt den Kalorienverbrauch an und misst auf Wunsch die Erholsamkeit des Schlafs. Zusätzlich gibt es die neue Waage Smart Body Analyzer. Das erinnert stark an das Ökosystem des offensichtlichen Vorbilds Fitbit. Withings misst allerdings darüber hinaus auch noch die Herzfrequenz und den Puls. So oder so: Derartige Fitness-Gadgets haben Hochkonjunktur.

Neben den beiden genannten hat auch der Sportartikelhersteller Nike mit seinem Fuelband einen ähnlichen Tracker im Programm. Edel-Hardware-Anbieter Jawbone wagte Ende vergangenen Jahres einen Neustart mit dem "Up", ebenfalls einem Armband. Platzhirsch Fitbit konkurriert hier inzwischen auch direkt mit der Konkurrenz und dem auf der CES neu vorgestellten Flex Wristband. Die Preise dieser Gadgets rangieren zwischen 70 und 150 Euro. Withings hat noch keinen Preis bekannt gegeben, man darf aber von einer ähnlichen Summe ausgehen.

Ein Ziel, das man erreichen will

Ich selbst benutze seit einigen Monaten den Fitbit Ultra, den Kollege Frank Busch zu seinem Gadget des Jahres 2012 erklärt hat. Ich habe den Gürtelclip nicht immer aktiv genutzt, ihn gerade in den letzten Wochen aber wieder intensiv verwendet, um den Winterspeck loszuwerden. Ob ich schon abgenommen habe, weiß ich nicht (ich benutze derzeit keine Waage). Allerdings bewege ich mich deutlich mehr als in der Zeit davor. Sowohl Fitbit als auch Withings geben als Tagesziel 10.000 Schritte aus. Eine Zahl, die ich mittlerweile täglich erreiche, sei es durch Laufsport oder Spaziergänge.

Es sind gerade die Schwellenwerte, die den Anwender anspornen. Steht abends etwa die Zahl von 8.600 Schritten auf dem Tracker, treibt mich der Ehrgeiz dazu, noch eine kleine Runde zu drehen, um die 10.000 vollzumachen. Je mehr ich mich bewege, desto mehr fehlt mir etwas, wenn ich abends nicht auf meine 10.000 Schritte gekommem bin. Seit etwa drei Wochen schaffe ich dieses Ziel täglich und fühle mich sportlicher, motivierter und auch ausgeglichener. Ich fürchte, aufgrund der kulinarischen Festtage habe ich nicht wirklich dabei abgenommen. Aber ich trinke weniger Alkohol und versuche mich besser zu ernähren. Schon alleine deswegen, weil ich das neu gewonnene Körpergefühl nicht so einfach wieder aufgeben will. Man fragt sich vor jedem Treffen mit Freunden, ob es wirklich ein gemeinsames Bierchen sein muss, oder ob es nicht auch eine alkoholfreie Alternative gibt.

Dein Freund und Trainingspartner

Unglaublich motivierend auch: Die Anzeige verbrauchter Kalorien. Pro gelaufenem Kilometer ermitteln Fitbit Ultra oder auch die Sport-App Runtastic, die ich beim Joggen einschalte, einen Verbrauch von knapp 100 kcal. Ich weiß nicht einmal, wie realistisch das ist und es ist mir beinahe gleichgültig. Es animiert zu mehr Bewegung, also ist es legitim.

Ich bin bei weitem nicht der einzige mit ein paar Kilo zu viel, weswegen ich für appgestützte Fitness-Tools gute Marktchancen sehe. Ein solcher Tracker alleine lässt den Anwender noch nicht abspecken, aber wer den Willen hat, es zu tun, findet in Withings, Fitbit, Up und Fuelband eine Art Fitness-Coach, der motivierend begleitet. In meinen Augen verständlich, dass sich hier ein Markt gebildet hat und immer mehr Unternehmen versuchen, darauf Fuß zu fassen.

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