14.09.14

FiiO X5 High-Res-Player ausprobiert: Scrollrad statt Touchscreen

FiiO X5 Mediaplayer (Bilder: Frank Müller)

FiiO X5 ist der neueste High-Res-Mediaplayer des chinesischen Spezialisten FiiO. Der große Bruder des FiiO X3 verfügt über eine Drehrad-Steuerung, die ein wenig an den iPod Classic erinnert, den Apple gerade diese Woche aus dem Programm genommen hat. Er spielt Daten in allen möglichen gängigen Audioformaten ab, darunter die sechs verlustfreien DSD, APE, FLAC, ALAC, WMA und WAV.

 

Ein iPod als Abspielgerät für MP3-Dateien? Audiophile Hörer lässt diese Vorstellung erschauern. Statt MP3 hört man nach Möglichkeit ein verlustfreies Audioformat, als Audioplayer kommt also nur ein High-Res-Gerät in Frage. Der FiO X5 ist so ein Audioplayer.

Er ist - verglichen mit einigen anderen Abspielgeräten in diesem Bereich - relativ günstig und punktet gegenüber dem kleinen Bruder FiiO X3 durch verbesserte Bedienung, mehr Speicher und einige andere Kleinigkeiten. Ich konnte den FiiO X5 ausprobieren.

Statt integriertem Speicher: 2 Kartenschächte und OTG

Der FiiO X5 besitzt keinen integrierten Flash-Speicher, der meist sowieso zu unterdimensioniert ist. Stattdessen ist er mit zwei Kartenschächten ausgestattet, die jeweils eine Micro-SD-Karte aufnehmen können. Zu Beginn lag die Obergrenze der verwendbaren Karten noch bei 64 GB Speicher, aber durch Firmware-Upgrades ist sie auf 128 GB pro Karte gestiegen. Im Moment sind also bis zu 256 GB möglich. Spätere Upgrades können die Verwendung von Karten mit noch mehr Speicherplatz ermöglichen.

Schon jetzt kann man aber zusätzlich zu den beiden Karten USB-Sticks oder sogar Festplatten via USB On-The-Go (OTG) mit dem FiiO X5 verbinden und als Speichermedien nutzen. Dazu schließt man am Micro-USB-Port des FiiO X5 Speichermedien wie den SanDisk DualDrive an und wählt sie im Menü als Audioquelle aus. Aber auch normale USB-Sticks und externe Festplatten kann man mit einem Adapter (den FiiO gleich mitliefert) anschließen. Laut FiiO sind Festplatten bis 2 TB kein Problem. Der FiiO X5 erkennt, wenn ein Speichermedium angeschlossen oder abgezogen wird.

FiiO X5 am Rechner: Micro-SD-Kartenleser oder USB-DAC

In den Einstellung kann man festlegen, wie sich der FiiO X5 verhält, wenn man ihn über ein Micro-SD-Kabel mit dem USB-Anschluss des Rechners verbindet.

Wählt man die Einstellung „Speicher“, fungiert er als Micro-SD-Kartenleser. So kann man seine Musikdateien schnell und einfach vom Rechner direkt auf die eingelegte(n) Karte(n) des FiiO X5 ziehen.

In der Einstellung „DAC“ kann man den FiiO X5 als externe Soundkarte verwenden, um den Klang von Musik zu verbessern, die direkt von der Festplatte des Rechners gespielt wird. In dieser Einstellung ist kein Zugriff auf die Karten im FiiO X5 möglich. Es ist also nur sinnvoll, wenn auf der Festplatte andere Dateien liegen als auf den Speicherkarten des FiiO X5.

Bedienung: Scrollrad bringt deutliche Verbesserung

Der schlanke Formfaktor des FiiO X3 hat mir persönlich etwas besser gefallen als der breitere des FiiO X5. Dafür lässt sich der FiiO X5 mit seinem Scrollrad deutlich besser bedienen als sein kleiner Bruder. Flott dreht man mit dem Daumen durch die Menüinhalte, ein bisschen wie beim ersten iPod. Ein Druck auf den OK-Knopf in der Mitte des Rades zur Auswahl - das funktioniert viel intuitiver als beim X3.

Die Taste rechts oberhalb des Rades ist betätigt man, wenn man eine Ebene zurückgehen möchte, die beiden unterhalb dienen zum Vor- und Zurückspringen in der aktuellen Playliste oder im Menü.

Etwas hakelig lief bei mir das Update der Medienbibliothek. Es stockte manchmal, blieb hängen und erforderte einen Neustart des FiiO. Das kam aber nur einmal vor. Trotzdem werden nicht unbedingt alle Songs angezeigt, wenn ich sie in den Kategorien Künstler, Alben, Genre suche.

Da ich aber meine Musik in der Regel in Ordnern organisiert habe und darüber auswähle, stört mich das nicht weiter. Außerdem kann man eine Liste von Favoriten anlegen, die sich direkt auswählen lassen. Dazu markiert man den Song mit der Taste links oberhalb des Rades. Mit dieser kann man auch weitere Playlisten anlegen und Lieder hinzufügen.

FiiO hat den X5 mit einer Silikonhülle ausgestattet, die das Metallgehäuse vor Kratzern schützt und schön griffig in der Hand liegt. Scrollrad, Display, Kopfhörerbuchse und Micro-USB-Anschluss liegen frei. Die Line Out- und Coax-Out-Buchse sind durch Laschen verdeckt, können aber trotzdem leicht genutzt werden.

Spielt so gut wie alles

Die Liste der Dateiformate, die der FiiO X5 abspielt, kann sich wirklich sehen lassen. An verlustfreien Audioformaten unterstützt der FiiO X5:

  • APE (fast): 192k/24Bit
  • APE (normal): 96k/24Bit
  • APE (high): 96k/24Bit
  • DSD
  • FLAC: 192k/24Bit
  • WAV: 196k/24Bit
  • WMA 9.1 Lossless: 96k/24Bit
  • Apple Lossless: 196k/24Bit

Außerdem spielt der X5 die üblichen Formate, bei denen Komprimierungsverluste auftreten, also MP2, MP3, AAC, ALAC, WMA und OGG.

Der FiiO X5 ist gegenüber dem Fiio X3 noch einmal ein ordentlicher Schritt nach vorn. Sowohl in Sachen Speicherkapazität (wobei die Micro-SD-Karten natürlich noch dazugekauft werden müssen) als auch in punkto Bedienung. Das Scrollrad erleichtert es ungemein, sich durch umfangreiche Mediatheken und Menüs zu bewegen. Auch der 10-Band-Equalizer bietet noch mehr Möglichkeiten, den Klang des High-Res-Players an seine eigenen Vorlieben anzupassen. Pro Frequenzband ist eine Anhebung von bis zu 6dB möglich.

Preis und Bestellmöglichkeiten

Der FiiO X5 ist im Fii0 Shop oder auch über Amazon erhältlich. Der Preis beträgt derzeit in beiden Fällen 398 Euro. Weitere detaillierte Infos über alle Daten und Fakten des mobilen High-Res-Players findet man auf der Produktseite des deutschen Vertriebs. Dort gibt es auch Links zum Herunterladen der deutschen Anleitung oder zur aktuellen Firmware. Nur die englischsprachige Seite des Herstellers ist in diesem Punkt noch etwas aktueller.

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