31.03.14

EveryCook: Vollautomatischer Kochtopf kümmert sich ums Essen

Everycook: Heute kocht die Maschine

EveryCook ist ein Induktionskochtopf, der gleichzeitig mixen und das Essen umrühren kann. Wie er die Speisen zubereitet, sagt ihm eine Datenbank, mit der er via Raspberry Pi verbunden wird. Die Elektronik will dann für die perfekte Zubereitung sorgen, doch alles gleichzeitig zubereiten kann die Maschine natürlich nicht.

 

Wer gerne kocht, der braucht zunächst ein Rezept und die richtigen Zutaten. Er muss sie dann kleinschneiden, sich einlesen, was er wie zubereitet, das Essen regelmäßig umrühren und aufpassen, dass nichts zu kurz oder zu lange kocht. Und am Ende ist mit etwas Pech doch alles ungenießbar, weil man zu viel Salz eingestreut oder die Pasta zu lange hat kochen lassen. Kochen ist eben nicht so einfach.

Und deswegen bastelt der Schweizer Ingenieur Alexis Wiasmitinow aus Winterthur gerade an der perfekten Kochmaschine. Sie umfasst eine Elektronik, die genau weiß, wann sie welche Arbeitsschritte auszuführen hat und das richtige System, um dies auch zu tun: eine Induktionskochplatte mit Topf, der auf Wunsch zum Schnellkochtopf wird, einen integrierten Mixer, der die Zutaten zurechtschneidet und - auch nicht schlecht - einen Stab, der das Essen umrührt und aufpasst, dass nichts anbrennt. Für diese Apparatur werben die drei Gründer nun um Unterstützung auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo.

 

Was genau der EveryCook können soll, zeigt dieses Video:

www.youtube.com/watch

Der EveryCook soll Essen aufwärmen oder etwa Schokolade schmelzen können. Der Topf auf rostfreiem Stahl kann aber auf Wunsch auch als Fritteuse dienen - und natürlich als Kochtopf. Die Zutaten wie Karotten oder Zucchini kann man auf Wunsch durch eine Röhre in den Topf geben und dabei zurecht schneiden lassen - ein Mixer ist EveryCook also auch noch. Und wenn das Essen erst einmal gebraten oder gekocht wird - auf Wunsch mit Dampfdruck im Schnellkochverfahren - sorgt der Rührer aus Silikon dafür, dass nichts anbrennt.

Alles in einem Gerät

Die Elektronik weiß, was wann wie gekocht wird und passt Energiezufuhr und Rührintensität dem Essen an. Damit man nicht zu viel oder zu wenig von einer Zutat in das Gefäß einfügt, ist im EveryCook eine Waage integriert. Ein kleines Display zeigt das Gewicht und außerdem die noch zu erledigenden Arbeitsschritte an. Der EveryCook verfügt über einen eigenen Mikrocomputer mit Raspberry Pi, WLAN-Empfang und zur Nachrüstung eine USB-Schnittstelle. Eine Open-Source-Datenbank beliefert das Gerät mit Rezepten.

 

Der EveryCook wird aber nicht alles zubereiten können. Man wird sich hier mehr auf Eintöpfe konzentrieren müssen, oder wie will er etwa gleichzeitig ein Steak braten und Kartoffeln kochen? Hat man aber alle Zutaten für den Eintopf zur Hand, dann kann man den EveryCook die Hauptarbeit machen lassen und sich entspannt zurücklehnen.

Ganz neu scheint mir die Idee freilich nicht: In meiner Küche steht noch ein alter Vorwerk Thermomix, der ebenfalls zahlreiche Funktionen wie Kochen, Mixen und Rühren in sich vereint. Alle Zutaten dort einführen und der Thermomix kann einfache Gerichte wie Suppen und Eintöpfe zubereiten. Die Möglichkeiten des EveryCook scheinen aber noch etwas weiter zu gehen.

Günstiger bei Selbstmontage

Kosten soll das Gerät inklusive Versand umgerechnet regulär 725 Euro. Frühbucher sparen derzeit 75 Euro. Und wer es sich zutraut, sich das Gerät aus dem vollständigen Bausatz selbst zusammen zu schrauben, erhält es inklusive Versand aus der Schweiz bereits für 580 Euro oder 507 Euro im Frühbucherrabatt. Ein Vorwerk Thermomix ist etwas teurer.

 

Zwei kleine Kritikpunkte gefällig? Der EveryCook wird eben nicht alles zubereiten können, sondern wohl nur einige Gerichte. Und: Wer macht das hinterher eigentlich alles wieder sauber? Gerade die Mixer-Apparatur macht nicht den Anschein, dass man hier schnell alles gespült hätte.

Der EveryCook soll im November seine Unterstützer erreichen. Prototypen existieren, und Wiasmitinow hat seine Idee bereits vor gut einem Jahr auf dem jährlichen Treffen des Chaos Computer Clubs vorgestellt. Mehr Informationen gibt es dazu auf der offiziellen Indiegogo-Seite und der EveryCook-Website. Die Crowdfunding-Aktion läuft noch bis zum 3. Mai und soll den Ingenieuren 100.000 US-Dollar einbringen.

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!