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19.06.12

Eure Meinung ist gefragt: iPad vs Android vs Kindle Fire vs Windows – Wer hat die Nase vorn?

Amazons Kindle Fire ist in den USA ein großer Hit.

Spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2012 muss sich das iPad warm anziehen. Die Konkurrenz von Amazon (Kindle Fire), Google (Android, Nexus Tablet) und Microsoft (Windows 8, Surface Tablet) drängt auf den Markt. Wessen Strategie sieht für euch am vielversprechendsten aus?

Ob man Apple nun mag oder nicht: Das iPad hat den Tabletmarkt nicht nur umgepflügt, es hat ihn in der heutigen Form überhaupt erschaffen. Erst Apples Kombination aus Hardware, Betriebssystem, App-Ökosystem und Preis hat das Thema Tablet in den Massenmarkt gebracht. Aber deshalb muss das Apple iPad nicht die beste denkbare Variante sein und erst recht ist damit nicht gesagt, dass es auf Dauer so erfolgreich bleibt.

Die Frage ist nur: Wer hat die besten Karten in der Hand? Bislang hatte es die Konkurrenz in über zwei Jahren nicht geschafft, dem iPad etwas entgegenzusetzen, was Apple ins Schwitzen bringen würde. Aber 2012 sieht die Lage anders aus: Android ist erwachsener geworden, Amazon feiert große Erfolge mit dem Kindle Fire und Microsoft steigt gar mit den hauseigenen Surface Tablets in den Markt ein.

Amazon: Kindle Fire

Amazon ist derjenige Konkurrent, der am dichtesten an Apples Erfolgsmodell dran ist. Denn das Unternehmen verkauft nicht nur die Hardware, sondern hat auch ein komplettes Ökosystem zu bieten – zumindest in den USA. Das Tablet Kindle Fire ist sicher auch deshalb mit 199 US-Dollar so günstig, weil Amazon es als trojanisches Pferd für das eigene Medienangebote rund um E-Books, Musik und Filme ansieht. Schließlich hat sich Amazon einfach Android genommen, alles mit dem Label "Google" darin rausgeworfen und es perfekt an die eigenen Bedürfnisse angepasst.

Das Kindle Fire verkauft sich in den USA prächtig, aber es gefährdet trotzdem nicht das iPad. Eher ist es ein "Android-Tablet-Killer", denn es hat diesen Markt in Windeseile aufgerollt, während sich das iPad parallel bestens weiterverkauft.

Gerüchte besagen aber, dass Amazon seinem 7-Zoll-Kindle-Fire ein 10-Zoll-Modell an die Seite stellen will. Und das wäre dann schon viel eher ein iPad-Konkurrent. Anzunehmen ist, dass Amazon den Preis auch hier wieder knapp kalkuliert. Und sollte der Kindle Fire dann auch international auf den Markt kommen, könnte der den Tablet-Markt ordentlich aufmischen.

Apple: iPad

Apple setzt weiterhin auf sein Erfolgsmodell einer kleinen Produktpalette und eines geschlossenen Ökosystems. Beides sind Gründe, warum für viele ein iPad aber nicht in Frage kommt – ganz abgesehen davon, dass sich Apple mit seinen Patentstreitigkeiten bei so manchem generell unbeliebt gemacht hat.

Auf der anderen Seite bietet Apples iPad eine momentan ungeschlagene Auswahl an Apps speziell für dieses Tablet. Es sind dabei eben nicht hochskalierte Smartphone-Apps, sondern Anwendungen mit eigener Benutzeroberfläche und teils deutlich umfangreichem Featureset. Apple zeigt mit Apps wie iMovie, was auf einem solchen Gerät alles möglich ist.

Hinzu kommt ein stark wachsender Zubehörmarkt, der davon profitiert, dass Apple seine Geräte nicht mit jeder Generation neu erfindet.

Und nicht zuletzt sieht so mancher Apples geschlossenes Konzept eben gerade als Vorteil an. Darüber kann man sich lange streiten, ohne dass man zu einem Ergebnis käme.

Interessanterweise hat Apple nach der Vorstellung des dritten iPad die zweite Generation als günstiges Einsteigermodell im Angebot belassen. Für 399 Euro bekommt man hier die iOS-Eintrittskarte. Ähnlich war Apple bereits beim iPhone verfahren und offensichtlich hat sich das bewährt.

Google: Android, Nexus 7 Tablet

In Ermangelung besserer Alternativen hatten sich 2010 Hersteller Android gegriffen, um dem frisch vorgestellten iPad etwas entgegenzusetzen. Nur war Android zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht auf diesen Einsatzzweck vorbereitet. Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Android hat dabei die Chance, das Windows-Erfolgsmodell zu übernehmen und zur einheitlichen OS-Plattform für eine Vielzahl an Hardware zu werden.

Der Konkurrenzkampf wird hier dann aber ebenso wie im PC-Markt vor allem über den Preis bestritten bzw. mit der Rechnung "Feature pro Euro". So hat nVidia die Plattform "Kai" angekündigt, mit der sich leistungsfähige Tablets mit Quad-Core-Prozessor für 199 US-Dollar realisieren lassen sollen.

Auf dem Smartphone-Markt hat Android damit inzwischen die Spitze übernommen, und in Deutschland z.B. das über viele Jahre einsam führende Symbian vom Thron gestoßen. Das iPhone hat währenddessen allerdings seinen Marktanteil gehalten.

Richtig heiß sind derzeit die Gerüchte rund um ein Android-Tablet von Google namens "Nexus 7", das Asus herstellen soll. In der kommenden Woche ist die Konferenz "Google I/O" und das wäre der perfekte Zeitpunkt, ein solches Tablet vorzustellen.

Android punktet gegenüber dem iPad jedenfalls mit Offenheit, Vielfalt und einem für die Hersteller wahrscheinlich wieder harten Preiskampf.

Microsoft: Windows 8, Surface Tablet

Mit viel Spannung wird erwartet, wie sich Microsoft ab Herbst im Tablet-Markt schlägt. Für Oktober 2012 wird Windows 8 erwartet, das eine Brücke zwischen klassischen PCs und Tablets schlagen soll. Und gerade erst hat Microsoft angekündigt, sich dabei nicht allein auf andere Hardware-Hersteller verlassen zu wollen: Unter dem Namen Microsoft Surface Tablet kommen zwei Modelle unter eigener Flagge heraus.

Die Surface Tablets zeigen dabei allerdings zugleich das Dilemma in Microsofts Strategie: Die beiden Modelle setzen mit ARM und Intel auf zwei unterschiedliche Prozessorplattformen und haben mit Windows 8 und Windows RT dementsprechend auch zwei unterschiedliche Betriebssysteme. Zwar sind sich die beiden Windows-Varianten sehr ähnlich, aber nur Windows 8 kann klassische Windows-Programme ausführen. Windows RT hingegen braucht neue Software, die man dann allein über den Windows Store bekommen kann. Das Windows-8-Modell hingegen ist an sich ein PC, aber eben mit Touchscreen-Bedienung statt Maus oder Touchpad. Darauf wiederum sind viele Programme nicht optimiert, weshalb dieses Modell auch einen Stift spendiert bekommt.

Microsoft hat allerdings nach wie vor eine erhebliche Marktmacht und trotz allem Apple-Hype ist Windows weiterhin mit großem Abstand das führende Betriebssystem auf Desktop und Laptop. Das wird gern vergessen. Ein Windows-Tablet wird daher den großen Vorteil haben, dass es den Nutzern eine bekannte Oberfläche bietet – sobald sich das Gemecker um die neue Metro-UI gelegt hat.

Zudem sollte Microsoft genug Einfluss auf Entwickler haben, damit passende Software für ihre Tablets auf den Markt kommt.

Eure Meinung dazu?

Der Tablet-Markt wird 2012 spannend und vielfältig wie noch nie. Es ist noch lange nicht ausgemacht, wer der Star des Weihnachtsgeschäfts wird. Und selbst wenn sich das iPad in diesem Jahr noch einmal die Krone schnappen sollte, kann es spätestens 2013 deutlich enger werden.

Welches der Konzepte überzeugt euch dabei am meisten? Was findet ihr am interessantesten und was würdet ihr euch am ehesten kaufen?

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