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11.08.16

3D-Drucker

Essen aus dem 3D-Drucker: Jetzt beginnt die Digitalisierung des Berufs Koch

Jürgen Kroder

In den USA wird an Geräten gearbeitet, die Speisen drucken können. Allerdings gelingt das bislang nur mit Einschränkungen. Doch der nächste Schritt wird bereits geplant: Essens-Replikatoren, die kalte und warme Gerichte erschaffen.


Essen aus dem 3D-Drucker (Bild: Timothy Lee Photographers

3D Printing wird immer vielseitiger

Die Schlagworte Digitalisierung, Industrie 4.0 und Internet der Dinge treiben gerade die Wirtschaft um. Manches Unternehmen fürchtet sich davor, da durch die neuen Möglichkeiten viele Jobs verloren gehen könnten. Und manche eine Firma muss ganz dicht machen, weil sie den Wandel nicht überlebt hat.

Neue Möglichkeiten und Produkte betreffen immer mehr Bereiche, sogar altgediente Berufszweige - zum Beispiel die des Kochs. Denn 3D-Drucker fertigen nicht nur Spielzeug wie Rennbahnen oder 3D-Selfies, mit ihnen lassen sich auch Schuhe, Autos und Autoteile, Organe oder ein ganzes Haus „drucken“. Zudem lässt sich damit Essen künstlich kreieren. Einer der ersten Ansätze war der 3D-Drucker namens Foodini.

Ein neuerer Vorstoß in diese Richtung kommt von der Columbia University. Hod Lipson, Professor für Mechanical Engeneering, konstruierte zusammen mit seinen Studenten ein Gerät, das verschiedene Arten von essbaren Dingen herstellt. Zum Beispiel lassen sich mit dem US-amerikanischen 3D-Drucker recht leicht Frischkäse und Nachspeisen kreieren.

3D-Drucker für Essen sind vorerst nur eine spielerische Ergänzung

Lipson und sein Team fanden Gefallen daran, verschiedene Rezepturen auszuprobieren. Diese entstanden zusammen mit einem Koch. Dieser musste aber keine Konkurrenz durch die moderne Technik befürchten. Und das wird – zumindest aus Sicht des Professors – auch erst einmal so bleiben. „Essensdrucker sind nicht dazu gedacht, um normales Kochen zu ersetzen“, so Lipton. Stattdessen sieht er seinen 3D-Drucker eher als Ergänzung an.

Ob das so bleibt? Aus aktueller Sicht mag Hod Lipton Recht haben. Seine Konstruktion kann derzeit nur kalte Speisen zubereiten. Hierfür werden gefrorene Grundzutaten in die Cartridges, also die speziellen Druckerpatronen, eingefüllt und für den 3D-Druck verarbeitet. Doch die Zukunft wird anders aussehen. Auch daran arbeitet der Professor der Columbia University mit seinen Studenten.

Digitales Essen: Der Replikator rückt in greifbare Nähe

Bis Ende 2016 soll es möglich sein, dass der 3D-Drucker der Hochschule das Essen mit unterschiedlichen Temperaturen erzeugen kann. Hierfür kommt eine neue Software des Computer-Wissenschaftlers Eitan Grispun zum Einsatz. Grispun ist Direktor der Columbia Computer Graphics Group. Sein Ziel sei es, dass die nächste Stufe der 3D Printer auch Backofen-Zubereitungen replizieren können.

Sollte das geschafft sein, dürfte der Replikator aus Science-Fiction-Filmen wie Star Trek nicht mehr weit entfernt sein. Spätestens dann dürften Köche durch die Digitalisierung unter Druck geraten. Hierdurch könnte sich das Berufsbild drastisch verändern. Vielleicht sind Köche in Zukunft dann so etwas wie Entwickler für 3D-Drucker-Rezepte? 

Mehr über das Projekt von Hod Lipton und seinem Team erfährt man in diesem Video:

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