Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

23.11.14

Electronica 2014: The need for more speed

Wie sollen die immer höheren Datenmengen übertragen werden? Diese Frage stellte sich auch auf der Profi-Elektronikmesse Electronica 2014 in München. neuerdings.com hat ein paar interessante Exponate angesehen.

Die immer komplexeren Computer- und Elektronik-Anwendungen mit kontinuierlich steigenden Datenraten fordern ihren Tribut - ob nun immer höhere Auflösungen der Fernsehtechnik oder der Bus im Auto, der mittlerweile nebenbei auch noch Monitorbilder höchster Auflösung übertragen soll.

Die Fraunhofer-Institute zeigten mögliche zukünftige Entwicklungen im Forschungsstadium, wie einen "Wake-up-Receiver", der mit nur 2 µA Standby-Strom eine Fernsteuerung von Geräten auf 868 MHz oder 2,4 GHz ermöglichen soll, ein Feuchtemess-System, für das eine passive Einheit in Gemäuer eingelassen und dann über Funk wie ein RFID-System ausgelesen wird, oder eine Datenübertragung mit über 10 GBit/s über ein einfaches Twisted-Pair-Telefonkabel von bis zu 15 m Länge mit weniger als einem Watt Leistungsbedarf für Sende- und Empfangseinheiten. Diese Technologie ist dann für Bussysteme im Auto ebenso geeignet wie in der Medizin oder im Broadcasting-Bereich. Vorausgesetzt, die Sache ist stabil und störstrahlungsfest.

Soll es dagegen drahtlose Datenübertragung sein, so bietet Fraunhofer "LiFi" statt "WiFi": Ein optisches Übertragungssystem im Infrarot-Bereich überträgt bidirektional und vollduplex bis zu 1 GBit/s über bis zu 10 m mit geringerem Energiebedarf und Bitfehlerrate als Funksysteme. Hier sind bereits Evaluation Kits verfügbar. Die problematische Übertragung von HDTV-Signalen über Powerline ist bei UHDTV ohnehin am Ende, doch auch WLAN schafft solche Bitraten nicht mehr - "LLAN" dagegen schon. Es kann nur nicht durch die Wand strahlen.

Die Messtechnik hat sich entsprechend anzupassen. Der Traditionshersteller Rohde & Schwarz ist vor einiger Zeit auch in die Oszilloskop-Produktion eingestiegen und hat zudem den Labor-Klassiker Hameg erworben. Als Electronica-Neuigkeit sind die Modelle RTO und RTE mit Touchscreen-Bedienung nun auf 16-Bit-Auflösung erweiterbar, was unter anderem bei der Untersuchung an Schaltnetzteilen große Vorteile bringt.

Bei Anritsu, ein für Messungen im Mikrowellen-Bereich bis 60 GHz bekannter Hersteller von Vektoranalyzern, gibt es nun auch portable Spektrumanalyzer sowie Messgeräte zur Kontrolle von Mobiltelefon- und Fernseh-Basisstationen, Antennen und Kabeln. Darunter auch die PIM Analyzer, die passive Intermodulation untersuchen können, wie sie beispielsweise an Solarmodulen, korrodierten Steckverbindern oder anderen Baugruppen auftreten und für unerwartete Funkstörungen sorgen kann. Einige dieser Messgeräte sind zwar ziemlich speziell, doch mit Preisen ab 6000 € durchaus noch für manchen Funkbastler relevant - gerade die passive Intermodulation macht angesichts komplexer Mehrträgersignale digitaler Übertragungen immer mehr Probleme.

Schlagworte zu diesem Artikel

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer