02.11.06

Ein 500-Dollar Projektor mit 30-Dollar-Lampe

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Wer ihn nicht selber bauen will, kriegt den LCD-Projektor von Lumenlab mit 30-Dollar Lampe für unter 500$

Lumenlab nimmt ab sofort Bestellungen für einen knapp 500 Dollar teuren Videoprojektor mit XGA-Auflösung, eingebautem TV-Tuner und - das ist der Clou - extrem langlebiger und zugleich spottbilliger HID-Lampe entgegen. Und ja, das Unternehmen in den USA liefert weltweit. Und wers noch billiger haben will, kann bei der gleichen Firma auch sämtliche Teile für einen Eigenbau-Projektor der Marke "Seifenkiste" beziehen. Der Reihe nach:Seit drei Jahren tüfteln Grayson und Kellie Sigler und Scott Furr an Methoden herum, wie jedermann zu einem Heimkino-Erlebnis kommt, ohne für einen LCD oder DLP-Projektor eine Hypothek aufs Haus aufnehmen zu müssen. Inzwischen haben sich die drei einen Expertenstatus und eine Fangemeinde erworben und verkaufen alles, was es für den Bau der Projektoren braucht - und eben seit wenigen Tagen auch ein fix fertiges Modell.

Der grösste Vorteil des Projektors ist die erwähnte HID-Lampe, denn die meisten kommerziellen Produkte verfügen über eine Lichtquelle, die nach ein- bis zweitausend Stunden endgültig ablöscht und danach noch ein letztes Mal brennt: Ein grosses Loch ins Portemonnaie, denn der Ersatz kostet häufig so viel wie der ganze Projektor. Die Lumenlab-Lampe soll angeblich 6000 Stunden brennen und danach für schlappe 30 Dollar zu ersetzen sein.

Aber wie gesagt - es geht noch billiger.

Wer nämlich seinen alten Laptop nicht bereits für einen Selbstbau-Digital-Fotorahmen zerlegt hat, will vielleicht nochmals über die Bücher. denn bei Lumenlab ist inklusive der ausführlichen Bauanleitung und einem Forum voller begeisterter Bastler alles zu haben, was es für den Bau eines schmucken Seifenkisten-Projektors braucht. Engadget ist derzeit bei Teil drei einer detaillierten Reportage über die Fortschritte im Selbstversuch angelangt.

Wenn ich alles richtig kapiert habe, besteht der Unterschied zu industriellen LCD-Projektoren darin, dass nicht für jede der drei Grundfarben ein eigener Flüssigquarz-Filter (LCD) benutzt wird, sondern das ganze Bild durch einen einzigen LCD in Farbe wie eine Durchlicht-Einheit oder ein Dia geschickt wird.

(Die moderneren DLP-Projektoren funktionieren nochmals anders: Statt durch ein einen halbtransparenten Bildschirm wird das Licht auf einen Chip voller mikroskopischer, beweglicher Spiegel geschickt, die einzeln je nach Lichtwert bewegt und so einen hellen oder dunkleren Strahl reflektieren, die Farben entstehen durch eine sich rasend schnell drehende Farbscheibe - hier ist unten Links auf der Seite eine Flash-Erklärung zu finden).

Im Forum auf Lumenlab ist eine ganze Reihe erfolgreich fertiggestellter Projektoren zu bewundern. Alles in allem klingt das spannend und macht Lust, die Garage in eine Werkstatt umzugestalten. Das Modell von engadget allerdings wird, weil die Jungs einen 19-Zoll-LCD verbauen, 1,2 Meter lang. Aber wie ein Leser richtig bemerkt: Echte Geeks ziehen den Eigenbau allemal dem Kommerzprodukt vor, auch wenn er etwas schlechtere Resultate liefert.

(Disclaimer: Für Unfälle und Brände, die aus dem Bau des hier vorgestellten DIY-Beamers resultieren, übernimmt Blogwerk keinerlei Haftung!)

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