14.03.14

EcoMow: Autonomer Rasenmäher verwendet Gras als Treibstoff

EcoMow: Rasenmäher wird von Gras angetrieben. Alle Bilder: EcoMow

Ein US-Startup will mit EcoMov den autonomen Rasenmäher bauen

Dessen Verbrennungsmotor speist sich einfach aus Pellets von gemähtem Gras. Doch ganz ohne zusätzliche Energiequelle wird der EcoMow nicht funktionieren.

Manch "grüne" Projekte klingen einfach zu gut, um wahr zu sein. Benzin aus Katzen erzeugen oder auf Festivals den Urin aus den Toiletten für eine Brennstoffzelle nutzen, um damit die Energie für die Bühnenshow zu liefern. Alles, was zu sensationell klingt, macht in der Praxis Probleme.

Dazu dürfte auch der EcoMow gehören, der wohl erste echte autonome Rasenmäher.

Er soll nicht nur den Rasen ohne Hilfe eines Menschen automatisch mähen, er soll aus dem gemähten Gras auch noch Pellets erzeugen, mit denen er selbst angetrieben wird und anderen Geräten als zusätzliche Stromquelle dienen kann. Ihr zweifelt? Wir auch.

Genug Energie, um auch andere Geräte damit zu speisen

Ein Startup, das an der Universität George Mason in Fairfax, Virginia, in den USA entstand, will den Prototypen des EcoMow allerdings bereits im April fertigstellen. Eine Batterie, die vom Generator des Mähers mit Strom versorgt wird, soll den Rasen schneiden. Im inneren wird das frisch gemähte Gras über einen Verbrennungsmotor getrocknet und zu Pellets gepresst. Der Motor selbst soll sich wieder aus Pellets speisen, der Mäher mehr Pellets produzieren als selbst benötigen und damit in der Lage sein, auch anderen Geräten als Stromquelle zu dienen.

Er kann den Treibstoff für spätere Fahrten speichern oder Brennstoff für Öfen liefern. Als Einsatzort könnte sich das EcoMow-Team gerade Entwicklungsländer vorstellen. Das autonome Fahren soll mit Hilfe von Kartenmaterial via Google Maps ermöglicht werden. Die Elektronik soll über die integrierte Batterie gespeist werden, der Mäher laut dem Startup einen hohen "Return on Investment" bringen. Die Kollegen von der "Wirtschaftswoche" und "TreeHugger" sind begeistert. Und wir?

Das schnelle Geld mit einem Rasenmäher verdienen?

Wir müssen hier leider auf die Euphoriebremse treten. Ohne Anfangsenergie wird der EcoMow ja nicht einmal losfahren können. Das heißt, die Batterie müsste vor der ersten Fahrt schon geladen sein und auch externen Treibstoff würde der Mäher dann benötigen. Denn ohne Energiezufuhr bekommt der EcoMow das frisch gemähte Gras ja nicht gepresst und schon gar nicht getrocknet. Es ist fraglich, ob das Trocknen überhaupt derart schnell möglich ist, dass das frisch gemähte Gras noch bei der gleichen Fahrt wieder verfeuert werden kann. Wie genau das alles technisch funktionieren soll, hat das Startup noch gar nicht verraten. Und die Navigation via Google Maps? Dürfte wohl kaum hinreichend präzise sein, um irgendeinen Rasen dieser Welt sicher zu mähen. Für mich bleiben zu diesem Zeitpunkt noch zu viele Fragen offen.

Und dann wäre da noch der allererste Werbehinweis des Startups auf der Projektseite, der mich stutzig macht. Hier ist nicht von einem grünen Planeten, der Lösung zahlreicher Energieprobleme oder der Verminderung des CO2-Ausstoßes die Rede. "EcoMow can increase your Return on Investment", heißt es da zu allererst. Der Rasenmäher wirft schnell einen Gewinn ab. Aha. Genau darauf kommt es mir bei einem Gartengerät an.

Geplanter Marktstart: 2015

Es wirkt nicht so, als könnte man da in kurzer Zeit ein funktionsfähiges Gerät erwarten. Es klingt für mich eher, als wäre das Team noch in einem frühen Entwicklungsstadium und würde jetzt erst einmal nach Investoren suchen; solchen, die sich auch finanziell etwas davon versprechen.

Sollte das alles so funktionieren wie geplant, dann würde der EcoMow schon im kommenden Jahr seinen kommerziellen Start feiern und dann eher der Industrie als Privatanwendern angeboten werden. Ich bin noch skeptisch, aber behalte das Projekt im Auge. Vielleicht schafft EcoMow ja tatsächlich das Energiewunder.

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