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27.11.13

E-Volo Volocopter: "Fliegendes Auto" aus Deutschland sucht ab heute Investoren

Erfolgreicher Jungfernflug des Volocopter VC 200

"Fliegen leichter als Autofahren" versprechen die Macher des Volocopter aus Karlsruhe. Das Endprodukt ihrer jahrelangen Entwicklungsarbeit ist nach ihren Worten sicherer und umweltfreundlicher als jedes andere Fluggerät. Es sieht aus wie eine Kreuzung aus Hubschrauber und AR-Drohne und soll 2015 auf den Markt kommen.

Erfolgreicher Jungfernflug des Volocopter VC 200

Prinzipiell könne man den Volocopter wie ein Auto neben dem Haus parken, sagen die Macher. Ihre Vision: dass wir künftig zur Arbeit fliegen statt fahren. Ob es soweit kommen wird, kann man heute nicht wirklich abschätzen. Da sind dann schließlich noch Regulatoren davor. Aber der Volocopter kommt der Idee des fliegenden Autos auf jeden Fall schon sehr nahe. Zugleich nimmt er das Grundkonzept eines Hubschraubers und überführt es in eine elektrische Zukunft. Insgesamt 18 Motoren und Rotoren treiben das neuartige Fluggerät an.

Ab dem heutigen 27. November suchen die Macher auf der deutschen Crowdinvesting-Plattform Seedmatch nach Investoren. Es geht also nicht wie bei Indiegogo oder Kickstarter darum, Geld für die Produktion vorzuschießen und damit dann gar einen Volocopter vorzubestellen. Hier geht es darum, bei einem Erfolg des Projekts an den Gewinnen beteiligt zu werden - oder bei einem Misserfolg das eingesetzte Geld zu verlieren.

Laut eigener "Gründungslegende" fanden Software-Experte Stephan Wolf und Physiker Thomas Senkel in einem Internetforum zusammen. Daraus war Ende 2010 der Plan entstanden, einen bemannten Multikopter zu realisieren. Mit recht einfachen Mitteln setzten sie ihr erstes Versuchsmodell um. Ein Hüpfball diente beispielsweise als Landegestell. Die folgende Aufnahme erinnert an die ersten Flugversuche der Menschheit, aber eben etliche Jahrzehnte später. Das Video hat inzwischen rund 8,5 Millionen Abrufe:

www.youtube.com/watch

Von dieser wackligen Angelegenheit ausgehend, entwickelte das Team zuletzt einen schon wesentlich mehr Vertrauen erweckenden Zweisitzer, der vor einigen Tagen seinen ferngesteuerten Jungfernflug absolvierte. Am Anfang des folgenden Videos sieht der Volocopter VC 200 aus wie ein Modell - bis man realisiert, wie groß die Halle ist, in der dieser Flug stattfindet:

www.youtube.com/watch

Der elekteische Antrieb des Volocopters mit 18 Rotoren soll nicht nur in eine Zukunft nachhaltigen Verkehrs weisen, sondern auch noch besonders leise, wartungsarm und sicher sein. So können nach Angaben der Macher vier Rotoren gleichzeitig ausfallen und der Volocopter kann trotzdem sicher landen. Für den Fall der Fälle ist wohl außerdem ein Fallschirm integriert, der den elektrischen Hubschrauber bei einem Totalausfall sicher herunterbringen soll.

Mehr Sicherheit soll zudem die computerunterstützte Steuerung bringen, denn Unfälle mit Hubschraubern seien oftmals auf Pilotenfehler zurückzuführen. Beim Volocopter gibt man die Richtung per Joystick vor und bestimmt mit dem Daumen die Flughöhe. Das eigentliche Flugmanöver führt dann die Elektronik durch. Das soll Fehlbedienungen verhindern. Lässt man den Joystick ganz los, verharrt der Volocopter einfach, wo er gerade ist.

Alles in allem eine interessante Idee, in die man ab heute investieren kann. 500.00 Euro hofft das Team einsammeln zu können. Diese Grenze könnte bei entsprechendem Interesse noch auf bis zu 1,2 Millionen Euro hochgesetzt werden. Man habe auch bereits zahlreiche Interessenten für das Fluggerät, versichern die Macher. Dazu gehören unter anderem Flugschulen. Ob man aber so einen Volocopter tatsächlich neben dem Haus parken und dann damit den morgendlichen Stau einfach überfliegen kann, ist nicht sicher. Der Volocopter wird in eine neue Flugklasse einsortiert und die Genehmigung steht noch aus. Läuft hingegen alles nach Plan, sollen die ersten Exemplare 2015 ausgeliefert werden.

Weitere Informationen hier auf der Seedmatch-Projektseite und auf der offiziellen Webseite.

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