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04.02.13

E-Inkey Concept: Anpassbare Tastatur mit E-Ink-Tasten

Bislang nur ein Konzept: die E-Inkey-Tastatur.

Zwei russische Designer haben das Konzept einer anpassbaren Tastatur vorgestellt, das zumindest auf den ersten Blick sehr nützlich erscheint. Der Gag: Die Beschriftung der Tasten ist nicht aufgedruckt, sondern wird durch E-Ink-Displays angezeigt.

Auch wenn so mancher eine physische Tastatur bevorzugt, haben virtuelle Tastaturen auf dem Touchscreen einen entscheidenden Vorteil: Sie sind komplett flexibel gestaltbar. Welche Tasten angezeigt werden und wie sie beschriftet sind, ist jederzeit änderbar. Eine physische Tastatur hingegen ist begrenzt auf das, was in der Fabrik aufgedruckt wird.

Eine Kombination aus beiden hatte schon vor Jahren das Art Lebedev Studio mit der "Optimus Maximus"-Tastatur vorgestellt. Bei ihr wurde die Beschriftung durch OLEDs angezeigt. Die Tastatur kostete allerdings über 1.100 Euro. Maxim Mezentsew und Aleksander Suhih vom Designbüro Pixel wollen ihre "E-Inkey"-Tastatur hingegen mit E-Ink-Displays oder einer vergleichbaren Technologie ausstatten, wie man sie von E-Readern vom Schlage eines Amazon Kindle kennt. Das dürfte nicht nur billiger, sondern auch stromsparender sein.

Der Vorteil der Idee an sich: Die Beschriftung der Tastatur kann sich mit dem genutzten Programm ändern. Tastaturkürzel lassen sich so schneller wiederfinden oder einprägen. Bei komplexer Software wie Photoshop oder auch bei Spielen könnte das sehr nützlich sein. Schwieriger dürfte es hingegen werden, unterschiedliche Tastaturlayouts für verschiedene Sprachen damit zu realisieren, denn hier ändert sich nicht nur die Beschriftung, sondern gelegentlich auch die Anordnung der Tasten selbst. Aber denkbar wäre es natürlich dennoch.

Im Gegensatz zum Optimus Maxmimus kann das E-Inkey im Entwurf keine Farben darstellen. Aber das wäre wohl zu verschmerzen. Ein anderer Nachteil wiegt da für manchen schon schwerer: Die Tasten sind nicht beleuchtet. Und ganz grundsätzlich betrachtet ist die Änderung des Tastaturlayouts nur für diejenigen interessant, die überhaupt auf die Tastatur schauen. Wer blind oder weitgehend blind tippt, hat von den anpassbaren Tasten nicht viel.

Zudem bleibt am Ende ein Nachteil der physischen Tastatur erhalten: Das grundsätzliche Layout lässt sich nicht ändern. Man kann nicht einfach einen Zehnerblock ein- oder ausblenden beispielsweise. Er ist immer da. Virtuelle Tastaturen fehlt dafür ganz klar das haptische Feedback, ob und wie man eine Taste überhaupt getroffen hat. Hier wird an Touchscreens geforscht, die ihre Oberfläche verändern können.

Insofern: Die E-Inkey sieht schick aus und scheint ein sehr realistischer und machbarer Entwurf. Dank der stromsparenden Display-Technologie à la E-Ink sollte die Akkus auch bei einer drahtlosen Variante vernünftig lange halten. Fraglich bleibt aber, wie nützlich sie tatsächlich im Alltag ist.

Dafür aber eröffnet sie einen ganz neuen Markt: Bildschirmschoner für Tastaturen. Und soll nun niemand behaupten, darauf habe die Welt nicht gewartet...

Gefunden bei Yanko Design. Weitere Quellen: Technabob, e-book-news

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