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29.03.15

Doro Liberto 820 Mini im Test: Wie gut ist das Smartphone für Senioren?

Doro Liberto 820 Mini (Bild: Doro)

Ein 4“-Display, Android 4.2.2 und ein Preis von rund 170 Euro: Das neue Smartphone von Doro will nicht mit innovativen Leistungsdaten punkten, sondern mit einem perfekt abgestimmten Gesamtpaket für Senioren. Gelingt das? Wir haben das Liberto 820 Mini getestet.

Doro Liberto 820 Mini (Bild: Doro) Doro Liberto 820 Mini (Bild: Doro)

 

Obwohl es in Deutschland und in vielen anderen Ländern immer mehr Menschen jenseits der 50, 60, 70 und 80 Jahre gibt, scheinen viele Hersteller diese Zielgruppen auszuklammern. Wer schon mal einem älteren, unerfahrenen Menschen ein Android-Smartphone in die Hand gedrückt hat, weiß, was ich meine.

Für viele Vertreter der sogenannten „Silver Generation“ sind die modernen Spielereien und Vorzüge von Handys böhmische Dörfer. Das muss nicht so sein. Unter anderem bietet Doro als einer der wenigen Hersteller seit einigen Jahren Mobiltelefone für Nutzer außerhalb der typischen Handy-Altersschichten an. Das aktuellste Modell nennt sich Doro Liberto 820 Mini, womit es sich um den kleineren und auch leistungsschwächeren Nachfolger des Liberto 820 handelt.

Ein Android-Handy für Einsteiger

Das Liberto 820 Mini fällt mit 12,6 x 6,6 x 1,1 Zentimeter kompakt aus und besitzt somit nur ein 4“-Display mit einer Auflösung von mageren 800x600 Pixeln. Dass das Smartphone maximal 3G und kein LTE unterstützt ruft für Technik-Profis ebenso wenig Begeisterung hervor wie die 5 Megapixel-Kamera und der 1500 mAh-Akku. Dafür kostet das 120 Gramm leichte „Rentner-Handy“ auch nur knapp 170 Euro.

Wie gesagt: Was bei diesem Smartphone mehr als reine Power zählen sollte, ist eine simple Bedienung. Und das ist Doro zu weiten Teilen geglückt. Das Liberto 820 Mini basiert wie sein großer Bruder auf Android 4.2.2, von dem man aber aufgrund der vielen Modifikationen kaum etwas sieht.

Guter Einstieg

Wenn man das Senioren-Handy zum ersten Mal startet, wird man schrittweise mit Bildern und kurzen Texten durch die Einrichtung begleitet. Danach gibt es noch den sogenannten „Entdeckungs-Modus“, einer Art Handbuch-App. Wer möchte, kann zusätzlich noch das rund 40-seitige, gedruckte Handbuch zur Hand nehmen.

Die ganze Oberfläche des Liberto 820 Mini wirkt sehr aufgeräumt. Der Startbildschirm bietet auf einen Blick alle wichtigen Funktionen und Infos: Google-Suche, Uhrzeit und Datum, drei Slots für frei definierbare Apps oder Kontakte, sowie Zugriff auf Telefonie, SMS/MMS und die Kamera. Zudem gelangt man zu allen Google-Apps und einem weiteren Punkt namens „Menü“.

Unter „Menü“ findet man auf drei Seiten verteilt alle vorinstallierten Apps, wozu unter anderem ein UKW-Radio, eine Lupen-Funktion und ein Puzzle-Spiel gehören. Zudem hat man Zugriff auf den Google Play Store, worüber man sich weitere Apps herunterladen kann. Leider stehen nur 200 MB an freiem, internen Speicher zu Verfügung. Das ist für den Download weiterer Apps sowie als Speicher für Fotos und Videos – selbst für diese Zielgruppe - viel zu wenig.

Viele Funktionen und satte Ausstattung

Positiv fällt dagegen auf, dass es unter anderen einen Fernwartungs-Modus, eine Unterstützung von Hörgeräten und einen Notruf-Knopf für das schnelle Anrufen von wichtigen Nummern gibt. Zudem liegt in der Verpackung allerlei Zubehör bei: Ladekabel, Kopfhörer, das erwähnte Handbuch in sechs verschiedenen Sprachen sowie ein kleines Poster, auf dem Fachbegriffe wie „Apps“ oder „Cloud“ erklärt werden.

Zudem ist in der rund 700 Gramm schweren Verpackung neben dem Smartphone und dem Akku noch eine Docking-Station zu finden. Für die liefert Doro noch eine spezielle App mit. So lässt sich das querliegende Liberto 820 Mini einfach als Uhr, Wecker, MP3-Player oder im Dia-Modus nutzen. Man merkt, dass der schwedische Hersteller bei der Konzeption in vielen Dingen mitgedacht hat.

Was allerdings negativ auffällt: Wer den Akku, die SIM-Karte oder eine SD-Karte einlegen will, der muss – wie von einigen Android-Handys bekannt – das Plastik-Rückteil entfernen und die kleinteiligen Teile in die vorhergesehenen Slots einsetzen. Das ist selbst für junge Hände eine umständliche Fummelei.

Fazit

Ein kompaktes, leichtes, günstiges und im Grunde recht einfach zu bedienendes Smartphone für Senioren – das ist das Liberto 820 Mini durchaus. Schade ist allerdings, dass manche Dinge nicht ganz zu Ende gedacht wirken.

Das Senioren-Handy mit seinem modifizierten Android-Betriebssystem kann man für rund 170 Euro in diversen Onlineshops bestellen oder günstiger mit einem Vertrag (bspw. Telekom) erhalten.

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