02.10.14

Dicota Trace Your Bag ausprobiert: Wenn deine Tasche weiß wo du bist

Dicota Trace Your Bag

Wer schon einmal seine Notebook-Tasche mit dem darin befindlichen Notebook verloren oder entwendet bekommen hat, wird sich so etwas wünschen: Eine Tasche, die ihrem Besitzer regelmäßig mitteilt, wo sie sich gerade befindet. Nicht mehr und nicht weniger gibt es nun von Dicota, einem schweizerischen Taschen-Hersteller.

 

Dicota-Taschen gibt es in verschiedenen Größen und man deckt damit jeden Bedarf ab, der eigentliche Clou sind aber die mitglieferten „Tracer“. Diese bestimmen kontinuierlich die eigene Position und senden diese an einen Online-Service - von hier aus stehen die Positionsdaten dann in einer Smartphone-App zur Verfügung. Diesen Service bietet Dicota zusammen mit dem schweizerischen Unternehmen Lost n Found an.

Die Taschen

Dicota bietet in der Produktreihe „Trace Your Bag“ hochwertige Taschen mit durchdachten Funktionen: Gepolsterte Fächer für Notebook, Tablet und Mobiltelefon sind Standard, Schlüsselhaken integriert, eigenes Fach für Netzteile und Kabel, sauber vernäht und insgesamt sehr gut verarbeitet. Was ich vermisse, ist ein spezielles Fach für den mitgelieferten Tracer, damit dieser unnauffällig in der Tasche verschwindet und zum Beispiel dann, wenn die Tasche entwendet wird, nicht auffällt und sie weiter lokalisiert werden kann. Das Wiederfinden kann sich aber generell als schwierig herausstellen, denn die grasgrünen Tracer bieten hinsichtlich der Positionsbestimmung nur eine geringe Genauigkeit.

Die Positionsbestimmung

Da liegt die Natur aber in der Sache, denn der Tracer selbst verfügt nicht - wie man eigentlich erwarten würde - über ein integriertes GPS. Stattdessen errechnet er seine Position aufgrund seiner relativen Entfernung zu den ihn umgebenden Mobilfunk-Sendemasten. Das Prinzip dahinter ist recht simpel: Alle Mobilfunksendemasten haben eine individuelle Kennung. Diese Kennung ist georeferenziert - wer also die Kennung eines Sendemasten kennt, der kann daraus ableiten wo genau sich dieser Sendemast befindet. Empfängt man zu einem Zeitpunkt mehrere Sendemasten, kann man aus den nun bekannten Positionen der Masten und der eigenen Entfernung zu diesen Sendemasten (welche sich aus mehreren verschiedenen Faktoren, zum Beispiel auch aus der Signallaufzeit zwischen Mobiltelefon und Sendemast bestimmen lässt) die eigene Position ableiten. Der Rest ist simple Mathematik.

Prinzipbedingt lässt sich bei diesem Verfahren die eigene Position aber nur annähernd genau bestimmen: im Grunde nur den Ort oder Stadtteil. Im neuerdings-Test wurden selten Genauigkeiten unter 1.000 Metern erzielt, meist lag die Genauigkeit im Bereich zwischen ein und drei Kilometern. Besonders herausfordernd scheint die Positionsbestimmung zu sein, wenn man per Bahn unterwegs ist.

 

Unterwegs im Intercity der Deutschen Bahn erreichte der Tracer in meiner Notebooktasche teilweise nur ein Genauigkeit von etwas über zwanzig Kilometern. Hätte ich in diesem Bereich versucht den Tracer zu finden, müsste ich also eine Fläche von 1.200 Quadratkilometern absuchen...

Trotz dieses offensichtlichen Nachteils hat die GSM-Ortung auch ihre Vorteile: Sie ist stromsparend und so gibt Dicota für seinen Tracer auch eine Laufzeit von rund sechs Monaten pro Akkuladung an.

Den Lokalisierungsdienst bietet man für Firmen übrigens auch mit geschützen Drittzugängen an. So können Arbeitgeber ebenfalls ein Auge auf ihr wertvollstes Gut haben. Sofern der Datenschutzbeauftragte im Unternehmen dem nicht einen Riegel vorschiebt.

Wiederfinden per App

Hat der Tracer erst einmal seine Position bestimmt, sendet er diese über den Online-Service von „Lost n Found“ an die „Trace Your Bag“-App. Diese gibt es derzeit für Android und iOS und steht kostenlos in den jeweiligen Stores zur Verfügung. Leider ist diese App nicht wirklich zu Ende gedacht und bietet noch eine Menge Potential. Immerhin tut sie, was sie tun soll: Sie zeigt an, wo sich der Tracer (und damit hoffentlich auch die Tasche) gerade befindet. Das tut sie zwar nur im Rahmen der zuvor näher erläuterten Genauigkeit, aber für das Wiederfinden einer vergessenen Tasche könnte das ja ausreichen. Schließlich ist man in einem solchen Fall für jeden Hinweis dankbar.

Davon abgesehen stürzt die App unter Android jedoch gelegentlich ab und erinnert bei jeder Benutzung ein wenig zu penetrant daran, dass der kostenlose Testzeitraum von drei Monaten bald abgelaufen ist. Wer diese Meldung loswerden möchte, muss den Service zu Preisen ab 28 Euro für 3 Monate abbonieren.

Mit dieser App könnte der Tracer vielleicht aber auch einer interessanten Zweitverwertung zugeführt werden: Als Travelbug in einem Geocache hinterlegt, könnte man anhand der App in Echtzeit dessen Weg nachvollziehen.

Fazit

Die hochwertigen Taschen von Dicota bringen mit dem „Trace Your Bag“-Service einen interessanten Mehrwert mit. Zwar krankt der Service prinzipbedingt am Thema Genauigkeit, was letztendlich auch das Wiederauffinden einer verlorenen Tasche erschwert, insgesamt ist der Service aber für diejenigen unter uns interessant, die ständig unterwegs sind. Und sei es nur um den daheimgebliebenen eine Möglichkeit zu geben zu sehen, wo man sich gerade rumtreibt.

Die Trace Your Bag Taschen von Dicota gibt es zum Beispiel bei Amazon schon für etwas über 100 Euro.

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