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09.04.15

Demgo Smart Home LED: Konkurrenz für Philips Hue? Im Praxistest!

Mit LEDs zum Smart Home. (Foto: Sven Wernicke)

Das sächsische Unternehmen Demgo möchte mit dem hauseigenen Smart Home LED-System unter anderem Philips Hue Paroli bieten. Reguläre Glühlampen lassen sich bequem mittels Smartphone oder Tablet steuern – auf Wunsch in der ganzen Wohnung. Wir haben uns das „Starterpaket“ angeschaut.

Mit LEDs zum Smart Home. (Foto: Sven Wernicke) Mit LEDs zum Smart Home. (Foto: Sven Wernicke)

Für aktuell 150 Euro erhalten Käufer das Demgo Smart Home LED, welches aus drei E27-LED-Leuchten, einer Wireless Bridge und einer Fernbedienung besteht. Schon nach dem Auspacken folgt die erste Überraschung…

 

Da fehlt doch was?

Demgo verzichtet darauf, dem Set ein USB-Ladetzeil und ein reguläres LAN-Kabel beizulegen. Wer beides nicht besitzt, kann Smart Home LED nicht in Betrieb nehmen. Das ist doch ernüchternd. Käufer sollten sich darüber bewusst sein, dass besagte Bridge mit dem Router (über das LAN-Kabel) verbunden werden muss. Wer keinen LAN-Port mehr frei hat, wird von Smart Home LED höchstens die Glühlampen als reguläre LED-Leuchten verwenden können. Dafür wäre das Paket dann doch etwas teuer.

Ansonsten ist die Installation recht einfach: Lampen einschrauben, Bridge an Router hängen, USB-Netzteil anschließen und die zuvor für iOS (ab iOS7) oder Android (ab Android 4.0) heruntergeladene App am Smartphone bzw. Tablet starten. Ein paar Anlaufschwierigkeiten hatte ich dennoch: Gerade das Herstellen einer Verbindung zwischen den LED-Leuchtkörpern und dem mobilen Device ist nicht optimal im sonst guten Handbuch beschrieben. Denn nur in einer Kombination aus Ein- und Ausschalten der Lampen innerhalb von drei Sekunden fügt man diese hinzu. Das ist nicht komfortabel, funktioniert nach etwas Probiererei soweit gut. Möchte man ein und dieselbe Leuchte unter iOS, Android und der mitgelieferten Fernbedienung gebrauchen, muss die Prozedur auch drei Mal ausgeführt werden. Schön? Nicht wirklich.

Komfort?

Ohnehin bin ich nicht ganz glücklich mit der Smartphone-App. Das Anlegen von Gruppen, die in der Regel den jeweiligen Zimmern der Wohnung entsprechen, sorgt für Irritationen. Welche Lampen sind nun welchen Räumen zugeordnet? Und wie kann ich das nachträglich noch ändern? Das ist unnötig anstrengend. Von netten Spielereien, wie man es vielleicht von Philips‘ Hue-System kennt, ganz zu schweigen. Hier beschränkt sich Demgo auf die notwendigen Elemente, mit denen man sich recht schnell arrangiert. Auf Farbkreisen wählt man dank RGB-LEDs die gewünschte Helligkeit und Farbe aus, ebenfalls existiert ein separater Bereich zum Anpassen des Weißtons. Dieser nimmt auf Wunsch angenehme Kolorierungen an, wie man es von der guten, alten „Glühbirne“ kennt. Mit 3000 – 6000K und 64 Millionen Farbkombinationen wird man versorgt. Die 9-Watt-Lampen (800 Lumen, entspricht 60 Watt) besitzen eine E27-Fassung – also handelsüblich. Positiv ist die schnelle Einschaltzeit und die angegebene Lebensdauer von 50.000 Stunden. Diese konnte ich jetzt aus Zeitgründen nicht nachprüfen.

Der Inhalt der Verpackung. (Foto: Sven Wernicke) Der Inhalt der Verpackung. (Foto: Sven Wernicke)

Bezogen auf die LEDs kann ich nicht nörgeln, trotzdem sehe ich noch Potential bei der erstmaligen Installation und generell bei der App. Von der wünsche ich mir etwas mehr Spaß beim Verwenden – ja, durchaus auch einen Unterhaltungsfaktor mit Leucht-Effekten! Das ist freilich ein subjektiver Eindruck, denn im Alltag verrichtet Smart Home LED voll zufriedenstellend den Dienst. Wer nicht zum Tablet oder zur Remote greifen möchte, benutzt die LEDs eben wie normale Lampen. Allgemein empfinde ich es nicht als Vorteil, dass zuvor ausgewählte Farbtöne beim Ausschalten der LEDs nicht gespeichert und daher immer wieder noch ausgewählt werden müssen. Wieso? Unklar!

Die Fernbedienung ist auch nicht überzeugend. Die Farbkreis-Auswahl ist zwar eine gute Idee, funktioniert allerdings nur sehr sehr ungenau. Auf Anfrage wurde mir mitgeteilt, dass man die Remote eher als Notfalllösung ansieht. Zum Beispiel, wenn der Router ausfällt oder das Tablet nicht einsatzbereit ist. Für mehr ist das billig anmutende Stück Plastik nicht geeignet. Dass die Bridge über zwei permanent leuchtende LEDs verfügt, ist ferner etwas unverständlich, da ein unnötiger Energiefresser. Egal, ob das nun ein paar Cent pro Monat sind oder nicht. Wer sich solche Lampen mit A+-Energieeffizienz zulegt, möchte sparen und nicht feststellen, dass unwichtige LEDs nicht deaktiviert werden können.

Fazit: Gutes Produkt mit Potential

Nicht falsch verstehen: Ich meckere über Kleinigkeiten, die Demgo meiner Auffassung nach ausmerzen kann. Dass man selbst daran interessiert ist, das eigene Produkt zu verbessern, ist in jedem Fall löblich. Denn für die nächsten Monate sind weitere Produkte wie LED Stripes geplant, die mit der Wireless Bridge gesteuert werden können. Und hier kann man sicherlich aus eigenen Fehlern und Schwächen lernen. Dass Netzteil und LAN-Kabel fehlen, hat man bereits wahrgenommen und möchte darauf reagieren. Genauso hoffe ich, dass an der Einrichtung und vor allem an der App noch etwas gefeilt wird. Hier geht noch einiges, was den Komfort erhöhen könnte.

Gutes System. (Foto: Sven Wernicke) Gutes System. (Foto: Sven Wernicke)

Unabhängig davon erhalten Käufer ein sehr solides Set, das gut für den Alltag geeignet ist und etwas Smart Home-Gefühl aufkommen lässt. Und ebenfalls ein wichtiger Punkt: Im Gegensatz zu Philips Hue ist der Einstieg deutlich günstiger. Das Set mit drei LEDs und Bridge sowie Remote kostet aktuell rund 150 Euro, weitere LEDs können problemlos hinzugefügt werden. Für diese zahlt man etwas über 30 Euro pro Leuchte.

Wer seine vier Wände etwas „aufrüsten“ möchte und in erster Linie die Deckenbeleuchtung mit dem Smartphone oder Tablet bedienen möchte, erhält mit Demgos Konzept ein solides, absolut praxistaugliches Produkt ohne Schnickschnack. Und das trotz einiger Aspekte, die man hätte besser machen können.

Weitere Details erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite.

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