14.07.14

Cube: Ein Aluminiumwürfel und andere revolutionäre Crowdfunding-Projekte

Schlicht und einfach: Cube

Das müsst ihr einfach gesehen haben: Cube ist die großartigste, wichtigste Erfindung überhaupt. Jetzt auf Kickstarter! Cube ist ein Würfel. Aus Aluminium. Er ist so simpel. Vielseitig. Braucht keinen Akku. Und überhaupt.

 

„Schlichtheit ist die höchste Form der Verfeinerung“ – ein solches Zitat wird Leonardo da Vinci zugeschrieben. Vor allem im Zusammenhang mit minimalistischem Design kramen es Marketingabteilungen und Werbeagenturen gern hervor. Fragt sich nur, ob der gute Leonardo dabei so etwas wie den Cube im Sinn hatte. Denn dieses Kickstarter-Projekt ist nichts weiter als ein Würfel aus Aluminium. Jetzt könnte man nur noch darüber streiten, ob eine Kugel nicht schlichter gewesen wäre als ein Würfel. Und wäre es nicht die höchste Form der Schlichtheit, überhaupt gar nichts mehr herzustellen und das dann via Kickstarter vorzufinanzieren? Fast habe ich das Gefühl, das muss es schon gegeben haben...

Aber schaut euch doch mal das Kickstarter-Werbevideo zum Cube an und ich bin mir sicher, ihr wollt dann auch unbedingt dieses Wundergadget haben:

Ausgedacht hat sich das „Major-w Grant“ alias „The One“. Sein Würfel soll zurückbringen, was Technologie einst so großartig gemacht hat, heißt es auf der Projektseite. Schon für umgerechnet 15 Euro inklusive Versand soll man einen Cube bekommen. Im Dezember 2014 soll ausgeliefert werden. Und dabei handele es sich um keinen Betrug, sondern um einen Würfel aus „100 Prozent echtem Material“. Acht Monate habe „man“ an dem Projekt gearbeitet, um alle Details zu verfeinern. So so. Aha.

Stellt sich nur noch die Frage, ob Cube dabei so erfolgreich wird wie der inzwischen zu Internetruhm gelangte Kartoffelsalat von Zack Danger Brown – der hat immerhin inzwischen 6.000 Unterstützer und fast 50.000 US-Dollar eingesammelt und damit sein Finanzierungsziel von 10 US-Dollar schon ein paar Male überschritten. Auf Ähnliches hoffte wohl auch Stephen Ferell mit seinem Plan, einen Papierflieger zu basteln. Bislang lässt ihn die „Crowd“ damit allerdings in der Luft hängen.

 

Um für euch die spannendsten und besten Crowdfunding-Projekte zu finden, halten wir ja bei Kickstarter, Indiegogo und anderen Ausschau. Und was einem da begegnet, ist manchmal schon jenseits der Rubrik „Kurioses“. Da will jemand mit einem Quantum Energie Generator die Abhängigkeit der Menschheit von fossilen Brennstoffen beenden. Das Perpetuum Mobile alias unendliche Energiequelle haben Whitney und David Kaplar aus Utah gefunden – und brauchen nur noch ein bisschen Kleingeld. Auch der gute alte Traum von Fusionsreaktor darf nicht fehlen. Und während das eine Projekt dazu gleich eine Million US-Dollar braucht, reichen anderen auch 3.000 US-Dollar. Und mal ehrlich: Wo sonst bekommt man schon technologische Meilensteine zu solchen Schnäppchenpreisen? Dagegen wirken Projekte wie Vidameter schon wieder ganz bodenständig...

Aber bevor es jetzt hämische Kommentare von Crowdfunding-Kritikern gibt: In Summe sind Kickstarter, Indiegogo und andere solche Portale eine tolle Sache. Leute mit Ideen und Unternehmergeist können hier direkt die ansprechen, die sie am Ende sowieso erreichen wollen: ihre Kunden. Man kann dabei nicht nur Geld einsammeln, sondern zugleich eine Community aufbauen und Feedback einholen. Natürlich gibt es immer wieder Projekte, die nicht wie versprochen liefern können oder ganz scheitern. Es gibt aber auch Beispiele wie die Pebble, die den heutigen Smartwatch-Boom ganz entscheidend mit verursacht hat.

Aber dennoch gilt: Augen auf beim Crowdfunding ;)

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