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14.08.12

Computer Ubi: Ein Stück Star Trek für zu Hause

Einmal eingesteckt und ins WLAN eingewählt – schon wartet der Ubi geduldig darauf, gebraucht zu werden.

In einer Sache sind sich die Experten sicher: Computer sind in Zukunft allgegenwärtig. Und vor allem werden wir sie gar nicht mehr als solche wahrnehmen und erkennen. In diese Richtung geht das Kickstarter-Projekt "Ubi": Ein Computer in einer Box reagiert auf Sprachbefehle, holt Daten aus dem Netz, nimmt seine Umwelt über Sensoren wahr und einiges mehr.

Laut Star Trek haben wir im 23. Jahrhundert "duotronische" Computer, die uns wie ein allwissender Kollege zur Seite stehen, aufs Wort gehorchen und sich selbst per Sprachausgabe bemerkbar machen. Schaut man sich die aktuelle technische Entwicklung an, wird die Science-Fiction-Serie auch an dieser Stelle bald von der Gegenwart überholt.

"Ubiquitous Computing" ist dabei ein Trend, den Experten sehen: Zugang zu Rechenleistung und Internet werden so selbstverständlich und allgegenwärtig wie seit vielen Jahren elektrischer Strom oder seit einigen Jahren Mobilfunk. Darauf setzt auch ein Team aus dem kanadischen Toronto, das ihre Idee eines Heimcomputers fürs 21. Jahrhundert passenderweise "Ubi" getauft hat.

Ubi ist eine schwarze oder weiße Box, die man direkt in einen Stromanschluss steckt. Der Computer verbindet sich mit dem WLAN und wartet dann darauf, gebraucht zu werden. Will man ihm Sprachbefehle geben, aktiviert man ihn mit einem beherzten "Ubi!" – ebenso wie man in Star Trek in der Regel ein "Computer!" in den Raum ruft, bevor man etwas fragt (sofern die Drehbuchautoren es nicht vergessen haben). Ubi antwortet dann per Sprachausgabe oder mit Lichtsignalen.

Darüber hinaus nimmt Ubi seine Umgebung mit zahlreichen Sensoren wahr: Geräusche, Temperatur, Helligkeit, Luftdruck, und Luftfeuchtigkeit gehören dazu. Die Messergebnisse können online gespeichert werden oder bestimmte Events auslösen. So könnte man sich per E-Mail benachrichtigen lassen, sobald ein Messwert einen bestimmten Wert erreicht.

Im Innern arbeitet Ubi mit Android 4.1 "Jelly Bean" auf einem Cortex-A8-Prozessor mit 800 MHz. 1 GB RAM stehen ihm zur Verfügung. Auf diese Weise ist der Ubi natürlich offen für viele weitere Anwendungen, die sich Entwickler einfallen lassen. Neben WLAN (802.11 b/n/g) kann er für die drahtlose Kommunikation auf Bluetooth 4.0 zurückgreifen. Zudem besitzt er einen USB-2.0-Anschluss inklusive Stromversorgung.

Im Kickstarter-Werbefilm sieht man ihn (ein bisschen) in Aktion:

Was kann man nun damit anfangen? Die Macher zählen einige Beispiele auf:

  • Sprachgesteuerte Websuche
  • Freisprecheinrichtung
  • Lichtsignal (für eingehende Mails, Wetter, Aktienkurse...)
  • Hausinterne Gegensprechanlage
  • Wecker
  • Babyphone

Das sind einige der Anwendungen, die der Ubi schon von Haus aus mitbringen soll. Zu jedem Ubi gehören außerdem Apps für die Steuerung per Web, iPhone und Android.

Preis und Verfügbarkeit

Knapp 21.000 US-Dollar sind auf Kickstarter bereits zusammengekommen, 36.000 US-Dollar wollen die Macher mindestens erreichen. Dazu haben sie noch über einen Monat Zeit. Der weitere Zeitplan ist derzeit nicht bekannt.

Für uns in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich kommt der Ubi allerdings in der jetzigen Form nur eingeschränkt in Frage. Laut offizieller Aussage versteht er sich nur mit nordamerikanischer Stromversorgung und bislang versteht und spricht er nur Englisch.

Verschickt wird er aber international. Einen Ubi bekommt man für 189 US-Dollar plus 10 US-Dollar für den Versand. Man legt als umgerechnet gut 160 Euro dafür auf den Tisch.

Alle Infos zu Ubi hier auf Kickstarter.

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