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29.09.14

Charged Card im Test: Externer Smartphone-Akku im Scheckkarten-Format

Charged Card (Bild: Indiegogo / Miraclemembersclub)

Charged Card ist ein externer Mini-Akku, den man aufgrund seiner kompakten Größe mit sich herumtragen kann. Die Idee ist gut. Doch wie unser Test zeigt, ist das ehemalige Crowdfunding-Projekt nur ansatzweise so gut wie erhofft.

 

Smartphones sind unsere ständigen Begleiter. Mit ihnen planen wir Termine, schießen Fotos, tauschen Nachrichten aus, lenken uns mit Spiele-Apps ab und – ach ja – telefonieren kann man damit auch. Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten: Moderne Handys halten viel zu oft keinen Tag durch, dann müssen sie geladen werden. Dabei kommen stets die gleichen wichtige Fragen auf: Wo ist mein Ladekabel? Und wo befindet sich die nächste Steckdose? Wer sich darüber keine Gedanken machen will, für den ist Charged Card geeignet. Zumindest theoretisch.

Gleich vorweg, weil es verwechselt werden kann: Ich beschreibe hier nicht die Chargecard, sondern die Charged Card – also mit einem D in der Mitte. Beide Gadgets ähneln sich zwar, unterscheiden sich aber zugleich in einigen entscheidenden Punkten.

Der größte Unterschied ist: Bei der Charged Card handelt es sich vorrangig um einen externen Akku, der mit einer besonders kompakten Bauweise auffällt. Er hat die Außenmaße einer Kreditkarte. Die Dicke entspricht in etwa einer Schutzhülle einer EC-Karte. So findet die Ladekarte in den meisten Geldbeuteln bestens Platz.

 

Interessantes Konzept

Mit seiner 400 mAh Lithium Batterie soll die Charged Card Smartphones teilweise aufladen können. Hierfür benötigt man keine zusätzlichen Kabel. Alle erforderlichen Anschlüsse sind bereits integriert: Das ist einerseits ein zirka 6 cm langes USB-Kabel, andererseits ein ebenso langes mit Micro-USB. Damit Apple-Fans auch bedient werden können, gibt es zwei weitere Modelle für den alten 30-Pin-Connector und den aktuellen Lightning-Anschluss.

So kann man die Karte einerseits dazu nutzen, einem schwächelnden Smartphone-Akku neuen Saft zu geben, andererseits eignet sie sich als Verbindungsstück zwischen Computer und Handy. Und mit der integrierten Mini-LED kann das Gerät dann wie viele Konkurrenten als Lichtspender genutzt werden.

Stabil und einfach zu bedienen

Die kompakten Maße und die verschiedenen Funktionen bewegten mich im Januar 2014 dazu, die Charged Card zu unterstützen. Das Produkt basiert nämlich auf einem Crowdfunding-Projekt, das im Frühjahr auf Indiegogo nach Geldgebern suchte . Jetzt, rund acht Monate und vielem Hin und Her später, konnte ich es endlich einem Test unterziehen. Der brachte gemischte Gefühle bei mir zu Tage.

Fangen wir mit dem Positiven an: Die Charged Card fällt wirklich so kompakt aus wie versprochen. Und sie ist robust. In Zeiten, in denen moderne Smartphones ein #Bendgate verursachen, habe ich den in Plastik gehüllten Akku natürlich einer Stabilitätsprüfung unterzogen. Trotz kräftigem Drücken hat sich hier nichts verbogen; gerissen oder abgebrochen ist ebenso nichts.

Die Bedienung hinterlässt ebenfalls einen positiven Eindruck. Es gibt einen Schalter an der Oberseite, mit dem man zwischen drei Modi wechseln kann: Gerät laden, selbst laden lassen und Flashlight. Letzteres mag vielleicht unnötig erscheinen, stellte sich aber als guter Indikator heraus, ob die Charged Card noch über Saft verfügt. Es gibt nämlich keine Anzeige, wie voll oder leer die Batterie ist.

Ernüchternde Ergebnisse

Die beiden Kabel sind gut untergebracht und passen sich sauber in die Form des Gehäuses ein. Die Verbindung zu meinem Samsung S4 klappte genauso ohne Probleme wie das „Andocken“ an meinen PC.

Ein Ladevorgang über den USB-Port benötigt ungefähr eine bis anderthalb Stunden, was mir ziemlich lang vorkommt. Das gilt besonders, wenn man das Ergebnis betrachtet, denn die Charged Card enttäuscht leider in ihrer Kernkompetenz: dem Laden von Smartphones.

In der Indiegogo-Kampagne sprach der Entwickler davon, dass seine Erfindung Smartphones auf bis zu 30 Prozent aufladen könne. Das klang toll, stellte sich aber - zumindest bei mir - als leeres Versprechen heraus. Bei meinen ersten Tests, in denen mein S4 ausgeschaltet war, kamen lediglich zwischen 7 und 11 Prozent an Batterieleistung dazu. In einem späteren Durchgang waren es sogar nur magere 4 Prozent.

Noch ernüchternder fiel das Ergebnis aus, als ich beim Ladevorgang mein Smartphone eingeschaltet ließ. Hierzu lag es unangetastet auf dem Tisch, es liefen keine Strom-fressenden Apps und das WLAN war ebenso deaktiviert. Trotz dieses „Ruhezustandes“ schaffte die Charged Card kein Plus bei der Batterie-Anzeige. Es passierte sogar, dass mein Handy in der Ladezeit einen Prozentpunkt verlor. Peinlich!

Fazit

Für den Notfall einen kompaktem Smartphone-Reserveakku im Geldbeutel zu haben – diese Idee gefiel mir so sehr, dass ich dafür 45 Dollar an Unterstützung gab. Dass die Charged Card nicht der stärkste Akku wird, dachte ich mir damals schon. Dass das Ergebnis aber so schwach ausfällt, hätte ich nicht gedacht.

Am meisten enttäuscht mich, dass ich die Erfindung mittlerweile unter einem anderen Namen für läppische 10 US-Dollar bei Amazon gefunden habe. Ob es sich hierbei um einen Nachahmer handelt oder um die gleiche Technik mit anderer Kennzeichnung, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Bewertungen sind auf jeden Fall genauso durchwachsen wie meine abschließenden Gefühle zur Charged Card.

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