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17.10.13

castAR: Augmented Reality und Virtual Reality in einem

Bequem zu tragen soll sie sein. (Foto: Technical Illusions)

Seit geraumer Zeit basteln zwei Tüftler und Programmierer an einer eigenwilligen, aber höchst interessanten Mischung aus Augmented- und Virtual-Reality-Brille. Das castAR getaufte Gerät soll nun endlich mit Geldern aus der "Crowd" finalisiert und nächstes Jahr veröffentlicht werden. Was uns hier erwartet? Konkurrenz für Oculus Rift und vielleicht sogar Google Glass?

Bequem zu tragen soll sie sein. (Foto: Technical Illusions)

Jeri Ellsworth und Rick Johnson waren früher einmal beim Spieleentwickler und Steam-Anbieter Valve tätig. Gemeinsam werkelten sie bei ihrem Arbeitgeber an einer neuartigen Augmented- bzw. Virtual Reality-Brille. Ihre Kündigung sahen die Technikerin und der Programmierer als Chance, ihr castAR getauftes Zubehör weiter zu verbessern. Anfang des Jahres sicherten sie sich ihre entworfene Technik und gründeten zusammen ein Unternehmen. Mittels Kickstarter sollen nun 400.000 US-Dollar zusammenkommen, um castAR nach vorne zu ringen und im September 2014 auszuliefern. Nur was steckt genau dahinter?

So funktioniert’s...

Bei ihrer Arbeit stellte Jery Ellsworth fest, dass Licht eines Projektors auf bestimmten Oberflächen besonders intensiv und hell reflektierte. Diese Tatsache kommt auch bei castAR zum Einsatz. Die Augmented-Reality-Brille verfügt über zwei Mini-Projektoren oberhalb jedes Glases der Brille. Diese können bewegte Bilder in den Raum projizieren. Mittels einer speziellen Fläche, auf die man schaut, werden so virtuelle Figuren oder gar ganze Spielfelder leuchtend dargestellt, obwohl die Beamer womöglich gar nicht leuchtintensiv sind. Mit einem nachgestellten Hologramm-Schachspiel aus Star Wars verdeutlichen die Schöpfer ihr Konzept - und beeindrucken damit durchaus. Durch Infrarot-Markierungen wird die Position des eigenen Kopfes berechnet, sodass sich beispielsweise Spiele und Anwendungen auf sich ändernde Bedingungen einstellen können.

Bei diesem AR-Ansatz bleibt es jedoch nicht. Ein sogenannter Magic Wand dient als Eingabegerät. Der an einen Zauberstab erinnernde Controller wird für die Bedienung oder Navigation eingesetzt. Ein besonderes Clip-On gibt es separat und wird auf die Brille gesteckt. Dadurch werden Reflexionsflächen unnötig und man verwandelt castAR in eine vollwertige Virtual-Reality-Brille mitsamt kompletter Bewegungserkennung.

Relativ günstig

Wie eingangs erwähnt: Die Macher benötigten mindestens 400.000 US-Dollar, die sie nach ein paar Tagen sogar schon beisammen haben. Das Interesse bei Kickstarter ist also groß - ähnlich wie bei der nach wie vor nicht fertigen Oculus Rift. Vielleicht liegt es auch am recht attraktiven Preis: Bereits ab umgerechnet rund 140 Euro kann man sich ein Starter-Paket bestehend aus castAR-Brille, Tracking-System und einer 1x1 m großen Projektionsfläche sichern. Für 210 Euro bekommt man das attraktivere Pro-Paket mit Clip-On, größerer Projektorfläche und dem Magic-Wand-Controller - also allem, was man zum Start benötigt. Dazu muss man leider noch happige 60 Euro für den Versand nach Europa rechnen.

Offensichtlich möchten die Macher Brettspiel-Freunde für castAR begeistern. Mit RFID-Tags kann man Figuren ins fiktive Spiel bringen und über diesen sogar - eben dank AR-Elementen - beispielsweise zusätzliche Informationen anzeigen lassen. Der Magic Wand dient wiederum zur Navigation, verbaut werden sogar ein Analogstick und diverse Buttons. Und durch das Motion Tracking kann man sich in der simulierten Welt umschauen. Das alles klingt in der Theorie schon spannend, es fehlt allerdings noch an geeigneter Software und vielleicht Unterstützung prominenter Entwickler. Die könnten castAR auch zu weit mehr als nur zum Spielen nutzen.

Weitere Details bei Kickstarter.

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