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26.09.15

Camera Restricta: Der "Motiv-Geigerzähler" dieser Kamera verbietet bestimmte Aufnahmen

Camera Restricta (Bild: philippschmitt.com)

Mit diesem Prototyp soll die Menschheit vor noch mehr gleichartigen und damit langweiligen Foto-Motiven bewahrt werden. Wie? Indem die Eigenbau-Kamera bestimmte Aufnahmen verweigert.

Camera Restricta (Bild: philippschmitt.com) Camera Restricta (Bild: philippschmitt.com)

Aufgrund von Gigabyte-großen Speicherkarten können Hobby-Knipser und Profi-Fotografen heutzutage ohne auf die Kosten zu achten abertausende Fotos schießen. Eigentlich ist das klasse. Aber andererseits kann das auch ziemlich nervig sein. Denn Facebook, Instagram, Twitter & Co. werden mittlerweile jeden Tag mit Bildern überflutet.

Nicht nur das: Auf sozialen Netzwerken sieht man mittlerweile zunehmend die gleichen Motive: den Eiffelturm, der schiefe Turm von Pisa (mit einer Person im Vordergrund, die ihn stützt), die Freiheitsstatue, das Brandenburger Tor, und so weiter. Das ist doch irgendwie langweilig, oder? Der deutsche Designer Philipp Schmitt hat sich dem Thema angenommen und eine Lösung dafür gefunden: die Camera Restricta.

"Self-made" aus dem 3D-Drucker

Bei dieser Kamera handelt es sich um eine selbst zusammengebautes Konstrukt, das im Kern aus einem iPhone besteht. Das hat der Bastler um einen Microcontroller und ein Gehäuse aus dem 3D-Drucker erweitert.

Das Besondere der Camera Restricta stellt nicht die Gestaltung in Form einer analogen Fotokamera dar, sondern die Idee, welche aus dem Zusammenspiel verschiedener technischer Komponenten basiert: Das Gadget ermittelt über GPS, wo sich der Fotograf befindet, und klärt mittels Geotagging, wie oft die Umgebung und die Gebäude im Umkreis von 35 Metern schon abgelichtet wurden. Gibt es im Internet bereits genügend Bilder der aktuellen Location, so verweigert die Camera Restricta ganz getreu ihrem Namen die Aufnahme.

Kamera mit "Motiv-Geigerzähler"

Um eine bessere und damit originellere Location für seine Bilder zu finden, gibt der Eigenbau ein akkustisches Signal von sich, das an einen Geigerzähler erinnert. An Orten, die schon zu oft fotografiert wurden, ertönt beispielsweise ein Alarmsignal. Zudem sieht man auf dem Display eine Warnanzeige.

Die Camera Restricta basiert auf zwei Ideen: Einerseits will Philipp Schmitt vermeiden, dass immer und immer wieder die gleichen Motive abgelichtet werden. Andererseits geht der Deutsche damit auf das kürzlich im EU-Parlament diskutierte Gesetzt ein, dass bestimmte Gebäude aufgrund des Copyrights nicht mehr fotografiert werden dürfen.

Bei der Camer Restricta handelt es sich um einen Prototypen. Somit kann sie nicht käuflich erworben werden.

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