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23.06.14

Lifelogging-Kamera CA7CH Lightbox: Späh deine Mitmenschen jetzt mit Video und Audio aus

CA7CH Lightbox: Neugierigste Kamera aller Zeit. Alle Bilder: Catch Motion

Das ständige Aufnehmen der Umgebung und der Mitmenschen mit einer Lifelogging-Kamera ist ein zweifelhafter Trend. Die neue Kamera CA7CH Lightbox erweitert die Möglichkeiten bisheriger Produkte noch um eine Video- und Audio-Funktion und verzichtet dabei klugerweise auf jegliche negative Darstellung.

 

Menschen, die ihr ganzes Leben auf Bild festhalten oder dabei, wie bei Google Glass oder dem Projekt Lifelogger, noch mit Gesichtererkennung arbeiten: Einige sehen darin die Zukunft, für andere ist es ein Horrorszenario. Nach einem Test mit der Lifelogging-Kamera Narrative Clip in diesem Frühjahr stand für mich fest: Technisch ist diese Möglichkeit interessant, aber das ständige Mitschneiden des Alltags birgt so manches Problem.

Dabei ist die Narrative Clip noch harmlos im Vergleich zur CA7CH Lightbox. Denn diese ganz ähnliche Kamera schießt nicht nur Fotos, sondern auch Videos oder schneidet Gespräche mit. Das Projekt ist bereits erfolgreich auf Kickstarter finanziert, wohl auch, weil die Macher es verstehen, ihr Gadget als rein positives Produkt zu verkaufen und ihm einen interessanten technischen Mehrwert mitgeben.

Soll lässt sich die CA7CH Lightbox, ähnlich wie die Sony QX 100, auch als zweite Linse verwenden. Sprich: Man platziert die CA7CH an einem beliebigen Ort und schaut mit dem kabellos verbundenen Smartphone von der Ferne durch diese Linse. Fotos lassen sich damit auch auf diese Weise schießen.

Für die einen ist das eine tolle Zusatzfunktionen, für die anderen das genaue Gegenteil: Weil die CA7CH auch Videos mit Ton aufnehmen kann und dabei klein ist und kaum auffällt, ist sie das ideale Spähwerkzeug. Daneben kann sie, ähnlich wie die Narrative Clip, auch dazu verwendet werden, um auf Knopfdruck oder automatisch Bilder oder Töne aufzuzeichnen. Im Projektvideo der Anbieter klingt das alles natürlich um Längen besser:

Hinter dem Projekt steht das Startup Catch Motion aus New York. Die Kamera verfügt über eine 8-Megapixel-Linse und über 5 GB internen Speicher sowie einen 500-mAh-Akku, der Saft für 1.100 Bilder oder 30 Minuten HD-Video mitbringt. Full-HD-Videos mit 30fps sind möglich. Ein externer Akku soll sich daran anschließen lassen und die Laufzeit erhöhen. Die Lightbox verbindet sich kabellos über Wi-Fi Direct oder Bluetooth 4.0 mit einem Smartphone. Die Aufnahmen lassen sich in der eigenen Cloud von Catch Motion ablegen. An der Kleidung oder einem Gegenstand wird die Lightbox mit Hilfe eines Magnetclips befestigt.

 

Gemessen am Funktionsumfang klingt das einen Schritt weiter als die Narrative Clip - und noch weit neugieriger. Derartige Kameras sind rechtlich eine Gratwanderung, weil man es praktisch nicht umgehen kann, Menschen gegen deren Wissen und ohne ihr Einverständnis zu fotografieren, zu filmen oder ihre Gespräche mitzuschneiden. Einmal abgesehen davon entspräche dies nicht gerade der feinen englischen Art. CA7CH Lightbox und Narrative Clip sind also nur etwas für ein sehr extrovertiertes Umfeld. Catch Motion kann immerhin noch damit argumentieren, dass die Möglichkeit der Fernsteuerung Fotofreunden eine Hilfe sein kann.

Die Kickstarter-Aktion der CA7CH Lightbox läuft noch bis zum 19. Juli, die gewünschte Fördersumme von 80.000 US-Dollar wurde längst überschritten. Kosten soll die Lightbox im Early-Bird-Angebot samt Lieferkosten nach Europa umgerechnet knapp 100 Euro. Der reguläre Preis beträgt 150 Euro.

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