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14.07.16

Hardware

Beamer fürs Büro: Das sollte man beim Kauf eines Projektors beachten

W.D. Roth

Zum Meeting gehört neben Getränken auch ein Projektor, Neudeutsch "Beamer" genannt. Die Auswahl ist groß. Wer nicht aufpasst, kauft sich ein Modell fürs private Kinovergnügen, aber nicht für den Business-Einsatz. Unser Ratgeber verrät, worauf man beim Beamer-Kauf fürs Büro achten sollte.


Tragbarer LED-Beamer von LG (Bild: LG)

Beamer: Das ideale Zubehör für Präsentationen

Die Zeiten, in denen Overhead-Projektor oder gar Tafeln bei Vorträgen benutzt wurden, sind vorbei. Lediglich das Flipchart als moderner Nachfolger der Tafel unterstützt noch den Beamer, der den Inhalt von Powerpoint-Präsentationen, Multimedia-Shows oder anderen Computer-Inhalten einer größeren Gesprächsrunde präsentieren kann.

Wobei es bei Platzmangel von Hersteller Epson auch Geräte gibt, die beides vereinen : Auf der „Leinwand“ kann zusätzlich auch gezeichnet werden. Allerdings per Software –  Flipchart-Stifte führen auf einer Beamer-Leinwand definitiv zu Ärger.

Die Bezeichnung "Beamer" ist übrigens ein in nur in Deutschland üblicher Begriff für Display-Projektoren, ähnlich wie Mobiltelefone im Rest der Welt nicht Handy, sondern Mobile Phone oder Cell Phone heißen.

Powerpoint statt Kintopp

Doch Beamer ist nicht gleich Beamer: Zuhause im Heimkino werden andere Geräte benötigt als für Business-Präsentationen. Während für den Fernseher-Ersatz, für den üblicherweise auch der Raum verdunkelt wird, gute Farben und flüssige Wiedergabe von Bewegungen wichtig sind, sind im Meeting-Raum vor allem große Helligkeit und gute Lesbarkeit von Schriften und Zeichnungen gefragt.

Auch die Schnittstellen fallen teils unterschiedlich aus: SCART und Komponenten-Eingang fürs private Vergnügen, VGA und DVI fürs Büro. HDMI findet sich allerdings an beiden Gattungen.

Das High-End-Modell, auf das der Heimkino-Fan schwört, ist also trotz eines höheren Preises nicht optimal für den Meeting-Raum. Für welchen Einsatzbereich das Gerät gedacht ist, sollte aus der Produktbeschreibung hervorgehen. Im lokalen Elektronikmarkt sind eventuell nur die Geräte für den Bedarf in den heimischen vier Wänden zu finden; Händler und Großhändler für Bürobedarf sollten aber auch "Business-Beamer“ im Sortiment haben.

Fernseher statt Leinwand?

Die erste Überlegung ist, ob es überhaupt ein Beamer sein muss oder nicht auch ein großer Flachbildfernseher in Frage kommt? Dessen Vorteil: Das Bild ist garantiert auch bei hoher Umgebungshelligkeit gut zu erkennen, das Gerät bietet gute Bildqualität, eine unkomplizierte Bedienung, gute Farben sowie für Businesszwecke mehr als ausreichende Lautsprecher.

Computeranschlüsse haben die aktuellen Modelle alle und eine Unterscheidung zwischen Film- und Büron-Nutzung ist hier nicht notwendig: moderne Fernseher können beides gut darstellen. Mit der Einführung der Rundfunk-Haushaltsgebühr ist auch der TV-Tuner kein Problem mehr, der früher in Deutschland eine unnötige Rundfunkgebührenpflicht verursachte. Allerdings sind mit Flachbildfernsehern mehr als zwei Meter Bildschirmdiagonale nicht realisierbar. Das reicht nur für kleine Meetingräume.

Business-Projektoren im Büro: Das gilt es zu beachten

Der klassische Beamer muss dagegen geeignet aufgestellt oder aufgehängt werden und benötigt einige Minuten Aufwärmzeit, bis ein Bild erscheint. Da die Lüfter meist nicht leise sind, ist Aufhängen die bessere Alternative – dann sitzt auch niemand im Bild.

Ersatzlampen sollten immer vorrätig sein, ebenso wie ausreichend Adapterkabel. Denn es gibt nichts Nervigeres, als die Präsentation eines Gastes mit knappem Terminkalender wegen Technikproblemen nicht an die Wand zu bekommen. 

Klein und fein:  LED-Beamer

LED-Beamer sind eine moderne Alternative. Sie gibt es schon in kleinsten Bauformen für Smartphones und Notebooks. Das erspart dem Vortragenden den möglichen Ärger fehlender Adapter und versagender Fremd-Technik, indem er seinen Beamer einfach selbst mitbringt. Modelle mit Akku und Bluetooth passen hier in eine Handtasche. Auch im falschen Moment ausfallende Lampen gehören bei LED-Beamern zur Vergangenheit.

Leider erreichen die LEDs aber noch nicht die Lichtstärke der Projektoren mit klassischer Technik. Es muss dann also entweder doch verdunkelt oder auf eine kleinere Leinwand projiziert werden. Für den stationären Einsatz im Meetingraum sind bislang noch die klassischen Modelle mit höherer Lichtstärke sinnvoller. Die einzige Alternative sind die bislang noch raren Laserprojektoren.

Kombigeräte? Lieber nicht.

Beamer, die direkt in Notebooks, Tablets oder gar Smartphones verbaut sind, sind zwar eine sehr innovative Idee; Doch was ist, wenn das Smartphone oder das Notebook nicht mehr aktuell genug sind, weil Windows 10 oder Android 6 nicht darauf laufen oder ausfallen? Dann ist auch die Investition für den Projektor in den Sand gesetzt.

Zudem sind die eingebauten Mini-Projektoren stets eher am unteren Ende des LED-Beamer-Leistungsspektrums angesiedelt. Flexibler ist man mit zwei unabhängigen Geräten.

Der gute Ton

Gerne vergessen, weil in Powerpoint selten benötigt, wird übrigens der Ton. Soll doch einmal schnell ein Video gezeigt werden, sind weder Notebook- noch Beamer-Lautsprecher in einer großen Meeting-Runde wirklich von Nutzen.

Ganz ungünstig kann hier ein Beamer-Anschluss per HDMI-Kabel kommen, weil dann der Ton ebenfalls an den Beamer geliefert wird: Das ist ungünstig, wenn der Projektor in fünf Metern Höhe in einem Auditorium hängt. Somit ist ein zusätzliches Boxenset, das sein Signal von geeigneter Stelle erhält, eine sinnvolle Zusatzinvestition. 

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