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05.06.15

BMW i3 im Test 5/5: Ab in den Zoo!

BMW i3

Als Erst-Auto ist der BMW i3 nicht wirklich gedacht, sofern man auch mal längere Distanzen fahren muss. Aber wie macht er sich als Familien-Auto? neuerdings.com stürzte sich ins Karfreitags-Chaos um den Augsburger Zoo.

BMW i3

Will man mit dem i3 einkaufen, so ist der Platz im Kofferraum begrenzt, wenn dort schon das Schnelladekabel liegt, mit dem man am Bahnhof und an öffentlichen Strom-Zapfsäulen aufladen kann. Für Ikea oder C&C sicher nicht das richtige Fahrzeug. Für den Weg zum Bäcker dagegen schon, zumal dieser nur selten über einen Bergpaß führt, wie eine aktuelle SUV-Werbung spottet. Und auch die Familie findet darin Platz: Der Kinderwagen passt noch in den Kofferraum, wenn dieser gut faltbar ist und eine Isofix-Halterung für Kindersitze ist vorhanden. Hier ist die Türkonstruktion sogar von Vorteil: Der Kindersitz ist durch die fehlende B-Säule sogar leichter zugänglich als bei normal öffnenden Türen.

Nach etlichen stürmischen und regnerischen Tagen ging es also mit Sonne nach Augsburg in den Zoo. Dort wartete nämlich eine Elektro-Zapfsäule, die mit dem LWE-Auto benutzbar sein sollte.

Das Navi des i3 bietet neben dem üblichen "schnellste"- und "kürzeste"-Routing auch einen "sparsamste Route"-Modus. Damit der Akku nicht gleich wieder leer war, wurde dieser ausprobiert und eröffnete ganz neue Wege: Es stellte sich heraus, dass die Flächen entlang der B17 keineswegs leer (Ackerland & Wald) und nur von ein paar kleinen Dörfern besiedelt sind, wie es bei der üblichen Querung dieser Flächen erscheint. Das Navi führte nämlich genau umgekehrt parallel zur B17 durch diese Straßendörfer, von denen eins ans andere grenzt. So konnte man mit 50 km/h sparsam "über die Käffer tuckern" - alleine wegen der neuen Er-Fahrung durchaus interessant, aber sicher keine Lösung für tägliche Fahrten, zumal auch Elektro-Autos in größeren Mengen die Bewohner dieser Orte ziemlich nerven dürften und die an diesen weiträumig vorbeiführende B17 nicht ohne Grund erbaut wurde.

Am Ziel war allerdings das komplette Chaos ausgebrochen: Da die Freizeitvergnügungen an Bayerns höchstem Feiertag stark eingeschränkt sind, war am Zoo Hochbetrieb. Die Strom-Zapfsäule war unerreichbar, weil "natürlich" bereits zwei Benziner die beiden Parkplätze an dieser blockierten und auch stromlose Parkplätze waren nicht zu finden. Schließlich konnte der Wagen angesichts seiner Kleinheit aber doch noch in einem Hinterhof der Mensa versteckt werden. Ein SUV hätte an diesem Tag dagegen keine Bleibe mehr gefunden...

Das Laden funktioniert an Schnelladestationen mit dem orangen Spezialkabel, zuhause aus der normalen Steckdose, bei denen allerdings durchaus die ganze Nacht zum Laden benötigt wird. Drehstromsteckdosen, an denen schneller geladen werden könnte, sind leider nicht verwendbar. Dank Beleuchtung findet man die Steckdose am Auto auch im Dunkeln

Insgesamt war der Eindruck des BMW i3 sehr positiv. Ich hätte den Wagen gerne dauerhaft behalten, doch ist dies momentan für Normalbürger noch nicht finanzierbar. Mit mindestens doppelter, besser dreifacher Reichweite und dafür halbiertem Preis wäre so ein Fahrzeug dagegen eine ernsthafte Konkurrenz für jeden Verbrenner und im Betrieb deutlich billiger: Ein Elektroauto hat weniger reparaturanfällige und verschleißende Komponenten und die Energiekosten sind ebenfalls geringer, weil die Kombination der Wirkungsgrade von Kraftwerk, Akku und Elektromotor höher ist als die der heutigen Automotoren.

Mit dem Öko-Aspekt sieht es auch positiv aus, selbst wenn der Strom aus fossilen Quellen kommt. Allerdings nur unter Vernachlässigung der Batterien. Werden diese in die Ökobilanz mit eingerechnet, ist ein Elektro-Auto, das mit rein regenerativen Energien betrieben wird, einem konventionellen Auto immer noch überlegen; eins, das mit aus fossilen Energieträgern erzeugten Strom betrieben wird, dagegen nicht. Hier bliebe nur der Fahrkomfort als Vorteil.

Dennoch sind die neuen E-Autos gerade am Anfang ihrer Entwicklung, der BMW i3 trotz Serienfertigung immer noch ein relativ aufwendiges Entwicklungsmodell und in 10 oder 20 Jahren könnte das Fazit in Sachen Elektroauto ganz anders aussehen.

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