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01.06.15

BMW i3 im Test 1/5: Bahnpendler-Projekt "E Plan B"

ePlanB

"Elektroautos sind noch nicht marktreif" - das hört man seit Jahren. Dabei gab es Elektroautos doch schon vor über 100 Jahren, und sie waren damals die Schnellsten. Wie fährt es sich heute elektrisch - und wo?

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Für einen Stromversorger ist es natürlich interessant, wenn sich die Elektroautos vermehren. Es wurde auch bereits darüber nachgedacht, die Akkus von Elektroautos als Zusatzpuffer im Stromnetz einzusetzen, die nachts, wenn das Auto in der Garage steht und geladen wird, den Strom aufnehmen, der ansonsten gerade wenig verbraucht wird, so wie früher die Nachtspeicherheizungen.

Im Gegensatz zum Atomkraft-Zeitalter ist inzwischen allerdings gar nicht mehr nachts zuviel Strom in der Dose, der dann billiger verkauft werden muss, sondern tagsüber: Wenn die Sonne strahlt, wird zwar viel Solarstrom erzeugt, aber außerhalb der Mittagszeit in Privathaushalten eher wenig verbraucht: Entweder ist sowieso niemand zuhause oder derjenige kommt zumindest ohne künstliches Licht aus. Da steht aber das Elektroauto gar nicht in der heimischen Garage, sondern vor dem Arbeitsplatz - oder bei Bahnpendlern am Bahnhof. Gerade für diese ist ein Elektroauto nämlich sehr praktisch: Ein Benziner wird auf Kurzstrecken gar nicht warm, verbraucht viel Sprit und hat im Winter auch noch eiskalte Scheiben, die nach dem Freikratzen unter der Fahrt wieder zufrieren

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Für das Projekt E Plan B wurden deshalb an einem größeren Pendlerbahnhof Stromzapfsäulen montiert und an ausgewählte Pendler Elektroautos verliehen, um zu sehen, wie eine solche neue Infrastruktur ankommen würde. Hier würde das Elektroauto tagsüber geladen, während sein Besitzer in die Stadt zum Arbeiten gefahren ist. Abends ist der Akku wieder voll und auch für längere Heimwege von 50 km und mehr einsatzbereit.

Damit kein normales Auto die Elektrozapfsäulen blockiert und ein Elektro-Pendler dann sein vom morgendlichen Hinweg noch entladenes Auto heimschieben muß, ist jeder Elektro-Parkplatz fest einem Pendlerauto zugeteilt - Falschparker werden von der Gemeinde unverzüglich weggeschleppt. "E Plan B" ist eine klasse Idee, mal davon abgesehen, dass es sicher kompliziert wird, wenn eines Tages nicht 16, sondern 600 Elektro-Parkplätze gefragt wären.

Leider konnte ich mich zwar nicht als Pendler für das Forschungsprojekt qualifizieren, doch stellten mir die Lech-Elektrizitätswerke für diesen Bericht ein Testfahrzeug für zwei Wochen zur Verfügung - beziehungsweise zwei für je eine Woche: Ein BMW i3, in der zweiten Woche mit Moped-Hilfsmotor, genannt Range Extender. Diese Fahrzeuge wurden normalerweise Bürgermeistern geliehen, um diese für ein ähnliches Pendler-Projekt zu begeistern. Deshalb sollten sie auch Fahrspaß bieten - im eigentlichen Pendlerprojekt wurden keine BMW i3, sondern etwas "bravere" Fahrzeuge verwendet.

Dabei hat der i3 eine für Pendler sehr nützliche Funktion: Ist die Abfahrtszeit bekannt, so kann er per Zeitschaltuhr eine halbe Stunde vorher "vorheizen". Damit ist das Auto warm, die Scheibe abgetaut und der Akku auf Betriebstemperatur, womit dieser auch im Winter seine volle Leistung hat und der Fahrer auch als "Laternenparker" ohne Kratzen und Risiko des wieder Zufrierens der kalten Scheibe losfahren kann. Der Strom für diese "Standheizung" wird dem Netz entnommen, wenn der Wagen ohnehin zum Laden angeschlossen ist, geht also nicht von der Akkukapazität ab. Beim Parken am Bahnhof natürlich genial.

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