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20.06.16

Smartwatch

Blocks: Das bietet die modulare Smartwatch

Sven Wernicke / Jürgen Kroder

Manche Dinge benötigen doch etwas länger: Mit deutlicher Verspätung bewegt sich die innovative Smartwatch "Blocks" in Richtung der Zielgeraden. Dafür erhalten Interessenten eine moderne Uhr, deren Komponenten man austauschen kann.


(Bild: Blocks)

Modulare Bauweise gegen  Upgrade-Wahn

Wenn ein iPhone-Besitzer mehr Speicher haben will, muss er sich ein neues Smartphone kaufen. Und wenn ein Tablet neue Hardware-Funktionen bekommen soll, muss man sich ebenso ein neues Modell zulegen. Diese Upgrade- bzw. Austausch-und-Wegwerf-Metalität mag zwar den Herstellern sichere Umsätze bescheren, doch umweltfreundlich ist das ganz und gar nicht. Die Lösung dagegen sind modulare und offene Systeme. So wie man es vom PC her kennt, wo man in der Regel die Grafikkarte, den Arbeitsspeicher oder die Festplatte einfach austauschen kann.

Im Smartphone-Bereich gibt es ein paar Vorstöße in diese Richtung, zum Beispiel das Fairphone und „Project Ara“. Auch im Smartwatch-Sektor soll diese Idee Fuß fassen. Das bekannteste Konzept hier nennt sich Blocks und wurde bereits 2014 vorgestellt .

Was bietet Blocks?

Blocks setzt auf eine Art Baukastensystem zum Erschaffen einer eigenen, ganz individuellen Smartwatch. Basis ist das sogenannte Core-Modell, das mit einem Armband versehen ist. Mit Modulen wird das Wearable aufgewertet: Mit dem Akku-Modul erhält man zusätzliche Akkuleistung, optional sind auch Pulsmesser, GPS oder ein sogenanntes „Adventure-Modul“. Letztgenanntes bringt Höhenmesser, Thermometer und Luftdruck-Sensor mit.

Es sollen zusätzliche Erweiterungen folgen, die unter anderem mit Kooperationspartnern entstehen. Beispielsweise ist ein Funkmodul vorgesehen, das die Smartwatch in eine Art Smartphone verwandelt. Oder wie wäre es mit einem Luftmesser, einer Kamera, mehr Speicher oder dem Kontrollieren des eigenen Stress-Levels? Die Komponenten sollen sich in Windeseile anbringen lassen, im besten Plug&Play sind die neuen Funktionen einsatzbereit.

Generell gibt man sich offen: Andere Unternehmen sollen individuelle Module produzieren und Apps für die Uhr entwickeln dürfen, ein passender Appstore ist fest geplant. Gekoppelt wird Blocks mit iOS- oder Android- Smartphones.

Die Tech-Specs der Smartwatch

Wie alle Smartwatches ist auch Blocks eine Ansammlung verschiedener Hardware-Komponenten, die fest verbaut sind. Dazu gehören beispielsweise der Qualcomm Snapdragon 2100 Wear Prozessor, die 512 MB RAM und die Batterie mit 300 mAh Leistung. Die Verbindung zu Smartphones nimmt Blocks über WiFi und Bluetooth LE auf.

Das AMOLED-Display der modularen Smartwatch ist 1,39 Zoll (3,5 Zentimeter) groß bzw. klein und bietet eine Auflösung von 400x400 Pixel. Der Bildschirm ist mit einer Touch-Oberfläche versehen, die auch mit nassen Fingern benutzt werden kann. Als Betriebssystem kommt eine leicht abgewandelte Fassung von Android (Version 6.0 „Marshmallow“) zum Einsatz.

Eine bewegte Geschichte


(Bild: Blocks)

Im Jahr 2013 wurde das Projekt des Start-ups Blocks begonnen, 2014 stellte man es der Öffentlichkeit vor. Im Oktober 2015 folgte eine Crowdfunding-Kampagne über Kickstarter, die sehr erfolgreich verlief. Es gab über 5.000 Unterstützer, die insgesamt mehr als 1,6 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro) gaben. Doch diese müssen geduldig sein. Auf Kickstarter hieß es, Blocks soll im Mai 2016 ausgeliefert werden. Daraus wurde nichts. Der neue Release-Termin ist für Herbst 2016 festgesetzt.

Neuerdings können nicht nur Kickstarter-Unterstützer auf Blocks hoffen, sondern auch andere Interessenten der Smartwatch. Auf der offiziellen Webseite gibt es einen Onlineshop, in der die modulare Uhr vorbestellbar ist. In diesem Zuge wurden auch die Preise erhöht. Für Crowdfunder betrug der Preis noch 260 Dollar („Early Bird“-Angebot), nun verlangt man 330 Dollar (ca. 290 Euro).

Für diese Summe erhält man neben dem Core-Modell, der Uhr inkl. Armband, noch vier weitere, frei wählbare Module dazu. Wer mehr haben möchte, muss 35 Dollar pro Extra-Modul bezahlen. Außerdem gibt es noch einen Aufschlag von 15 Dollar für den Versand, die anfallenden Zollkosten sollten man auch noch bedenken.

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