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17.12.14

Blitab: Das Tablet für Blinde und Sehbehinderte

Blitab (Bild: Blitab Technology Ltd. / Indiegogo)

Dieses Crowdfunding-Projekt will 285 Millionen Menschen ansprechen. So viele Sehbehinderte und Blinde gibt es weltweit. Doch die Umsetzung scheitert wohl an einem wichtigen Faktor: Geld.

Blitab (Bild: Blitab Technology Ltd. / Indiegogo) Blitab (Bild: Blitab Technology Ltd. / Indiegogo)

Jeden Tag erscheinen gefühlt dutzende neue Smartphone- und Tablet-Modelle, um die immer noch wachsende Zielgruppe bedienen zu können. Doch eine Gruppe fällt dabei stets unter den Tisch: Sehbehinderte und Blinde. An diese will sich eine Innovation aus Wien richten: Blitab.

Blitab soll das erste Tablet für Blinde und Sehbehindert werden. Anstatt eines Displays gibt es hier eine Oberfläche, die dynamisch aus kleinen Bläschen Braille-Schrift auf die Oberfläche bringt. Auf dem handlichen Geräte sind so 30 Zeilen mit je 14 Zellen möglich.

Die Funktionsweise des Blitab erinnere laut den Erfindern an die eines eBooks – nur eben mit Blindenschrift-Darstellung. Das Gerät verarbeitet Texte aus verschiedenen Formaten: Von Word- über HTML- bis hin zu PDF-Dokumenten. Auch Musikdateien im MP3-Format oder Youtube-Clips können wiedergegeben werden.

Gute Ideen

Neben dem Konsum steht auch die Aktion und Kommunikation im Fokus des besonderen Tablets. Über spezielle Tasten können eigene Texte geschrieben werden. Zum Beispiel, um sich mittels der integrierten Chat-Funktion mit anderen Blitab-Usern auszutauschen. Zudem wird an einer Navigationssoftware gearbeitet, die Blinden die Orientierung erleichtern soll. 

Die technischen Daten des Blitab lesen sich so: 10,1 Zoll Größe, 32 GB Speicher, 350-400 Gramm Gewicht, zudem Blutooth-, NFC-, WLAN- und GPS-Fähigkeit. Kosten: 250 US-Dollar, also umgerechnet rund 200 Euro. Damit ist das außergewöhnliche Tablet deutlich günstiger wie andere Blindenlesegeräte, die meist mehrere tausend Euro kosten.

Kaum Unterstützung von der Crowd

Der Haken an der innovativen Idee: Blitab ist noch nicht erhältlich. Für die Umsetzung wird Geld benötigt. Das versuchte man über eine Crowdfunding-Kampagen auf Indiegogo zu erhalten.

Trotz der aus meiner Sicht sehr guten Idee und viel medialer Unterstützung endete die Kampagne vor ein paar Tagen ohne Erfolg. Es kamen nur 1.473 US-Dollar zusammen - ein Bruchteil der angepeilten 120.000 Dollar (rund 96.500 Euro). Man darf gespannt sein, wie es für das Konzept des Blitab weitergeht.

Wer sich für das Projekt interessiert, findet auf der offiziellen Webseiten weiterführende Informationen.

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